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Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen

Kinder werden durch Erziehung geprägt und lernen am Vorbild, auch wenn es um die Ernährung geht. Das Bewusstsein für Auswahl und Qualität der Nahrungsmittel und für die Esskultur werden zu Hause, aber auch häufig von Kita und Schule mit bestimmt.

Begleitende Ernährungsbildung ist einer der Schwerpunkte des BMEL. Sie schafft das Fundament, im Alltag auch bei der Ernährung so früh wie möglich kompetent zu sein. Als eine Initialmaßnahme des Nationalen Aktionsplans IN FORM hat das BMEL zusammen mit den Bundesländern "Vernetzungsstellen Schulverpflegung" (VNS) eingerichtet. Auch der IN FORM-Ernährungsführerschein ist ein Beispiel dafür, wie lebendige Ernährungsbildung in der Grundschule aussehen kann. Inzwischen sind mehr als 630.000 Kinder im Besitz des wichtigen Dokuments.

Viele Schulen sind Ganztagseinrichtungen, eine ausgewogene Schulverpflegung wird zunehmend wichtig. Die Unterstützung der Schulmilchversorgung oder Schulfrucht-Programme sollen bei Schülern mehr Bewusstsein für gesunde Ernährung schaffen. Schülerwettbewerbe regen zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema an.

Für das erfolgreiche EU-Schulobstprogramm konnten deutlich bessere Rahmenbedingungen erzielt werden: Mit deutlich erhöhten EU-Mittel für 2014 wurde das Programm attraktiver, und mit dem Gesetz zur Änderung des Schulobstgesetzes, dem der Bundesrat Mitte März 2014 zugestimmt hat, konnten noch weitere Bundesländer eine Teilnahme realisieren. Das Schulobstprogramm entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Kinder tanken beim Essen von Obst und Gemüse nicht nur Vitamine und Ballaststoffe, sondern lernen auch, was eine ausgewogene Ernährung ausmacht.

Das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm

Um Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse schmackhaft zu machen, hat die EU ein Schulobstprogramm in den Mitgliedstaaten eingeführt. Im Rahmen der Beratungen zur Einheitlichen Gemeinsamen Marktordnung (GMO) ist das Programm in Schulobst- und -gemüseprogramm umbenannt worden. Gemüse wurde jedoch von Beginn an mit einbezogen.

In Deutschland sind die Länder für die Durchführung des Programms zuständig. Neun Länder nehmen derzeit daran teil.

Mit dem Programm werden jährlich europaweit 150 Millionen Euro Unionsbeihilfe für die Mitgliedstaaten bereitgestellt. In der Regel müssen die Mitgliedstaaten 25 Prozent der Kosten aufbringen, die verbleibenden 75 Prozent werden von der Europäischen Union übernommen.

Verteilt werden die Mittel auf Basis der 6- bis 10-jährigen Kinder in den Mitgliedstaaten. Zielgruppe sind aber alle Kinder und Jugendlichen in Bildungseinrichtungen.

Das Programm im Schuljahr 2015/2016

Im beginnenden Schuljahr wird das Schulobst- und -gemüseprogramm weiter ausgebaut: Deutschland erhält dafür rund 28 Millionen Euro Unionsbeihilfe. Das sind rund 50 Prozent mehr als im vergangenen Schuljahr (19,7 Millionen). Erst 2014/2015 hatte die EU ihren Finanzierungsanteil von 50 auf 75 Prozent erhöht und eine Beteiligung für die Länder damit attraktiver gemacht.

Am Schulobst- und gemüseprogramm beteiligen sich bisher neun Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ergänzt wird das Programm durch vorgeschriebene begleitende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationsmaterialien, Unterrichtseinheiten, Besuche auf dem Bauernhof oder bei Obstanbaubetrieben.

Rechtliche Regelungen

Um an dem Programm teilnehmen zu können, müssen die Mitgliedstaaten für jedes Schuljahr eine Nationale oder Regionale Strategie einreichen, in der sie darlegen, wie das Programm ausgestaltet werden soll. Die genauen Anforderungen sind in den entsprechenden Dokumenten der Kommission aufgeführt, die über folgende Links abrufbar sind:

Die Verordnung Nr. 1308/2013 ist ein umfangreiches Dokument. Die das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm betreffenden Passagen finden Sie in dem genannten Dokument in den Erwägungsgründen 24-28, die konkreten Regelungen in Kapitel II, Abschnitt 1 und Unterabschnitt 1, Art. 22-25 auf den Seiten 697-698 sowie in Anhang V auf Seite 804. Im Anhang V werden die Zutaten aufgeführt, die beihilfefähigen Erzeugnissen nicht zugefügt sein dürfen.

Die gesetzliche Basis in Deutschland ist das Schulobstgesetz, das im Wesentlichen die Zuständigkeit, Fristen und Verteilung der Mittel regelt.

Die Länder führen durch

In Deutschland führen die Länder das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm durch. Diese reichen je nach Ressourcen und regionalen Besonderheiten ihre regionalen Strategien über den Bund bei der EU-Kommission ein. Diese Strategie muss Angaben enthalten über Budget, Zielgruppen, Zeitraum, förderungswürdige Produkte und die geplanten flankierenden Maßnahmen.

Nationale Strategien für Deutschland auf dem Server der Europäischen Kommission

Informationen zur Ausgestaltung des Programms in den Ländern erhalten Sie über die jeweiligen Internetseiten:

Evaluation des EU-Schulobstprogramms zeigt hohe Akzeptanz und Erfolg

Die am EU-Schulobstprogramm teilnehmenden Länder haben jeweils entsprechend der EU-Vorgabe die Durchführung für das Schuljahr 2010/2011 evaluiert. Wenngleich die Ergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte nicht direkt miteinander vergleichbar sind, zeigen den Ergebnisse jedoch eine überwiegend positive Wirkung und Resonanz. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der einzelnen Länder enthält der Evaluationsbericht. Einzelergebnisse veröffentlichen die Länder auf ihren jeweiligen Websites (s.o.).

Pilotprojekt Schulfrucht

Im Rahmen von "IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" hat das Bundesernährungsministerium das Pilotprojekt Schulfrucht gefördert, mit dem gezeigt werden sollte, wie ein Schulobstprogramm erfolgreich durchgeführt werden kann. Hier finden Sie genauere Informationen zum Pilotprojekt sowie zu den im Abschlussbericht veröffentlichten Evaluationsergebnissen.

Stand:
12.08.15

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