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Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen

Kinder werden durch Erziehung geprägt und lernen am Vorbild, auch wenn es um die Ernährung geht. Vorlieben für bestimmte Nahrungsmittel und eine bestimmte Esskultur werden zu Hause, aber immer häufiger auch in Kita und Schule geprägt.

Begleitende Ernährungsbildung ist einer der Schwerpunkte des BMEL. Das Ziel: Kinder können auch in Ernährungsfragen so früh wie möglich Alltagskompetenzen entwickeln. Als eine Initialmaßnahme des Nationalen Aktionsplans IN FORM hat das BMEL zusammen mit den Bundesländern "Vernetzungsstellen Schulverpflegung" (VNS) eingerichtet. Auch der IN FORM-Ernährungsführerschein ist ein Beispiel dafür, wie lebendige Ernährungsbildung in der Grundschule aussehen kann.

Viele Schulen sind Ganztagseinrichtungen, eine ausgewogene Schulverpflegung wird zunehmend wichtig. Die Versorgung mit Schulmilch und die Schulfrucht-Programme sollen bei Schülern mehr Bewusstsein für gesunde Ernährung schaffen. Schülerwettbewerbe regen zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema an. Mehr dazu finden Sie in diesem Dossier.

Das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm

Um Kindern und Jugendlichen Obst und Gemüse schmackhaft zu machen, hat die Europäische Union ein Schulobst und -gemüseprogramm in den Mitgliedstaaten eingeführt. In Deutschland setzen die Länder das Programm um. Neun Länder nehmen derzeit daran teil.

Mit dem Programm werden jährlich europaweit 150 Millionen Euro Unionsbeihilfe für die Mitgliedstaaten bereitgestellt. In der Regel müssen die Mitgliedstaaten 25 Prozent der Kosten aufbringen, die verbleibenden 75 Prozent werden von der EU übernommen.

Verteilt werden die Mittel auf Basis der Anzahl der 6- bis 10-jährigen Kinder in den Mitgliedstaaten. Zielgruppe sind aber alle Kinder und Jugendlichen in Bildungseinrichtungen.

Das Programm im Schuljahr 2016/2017

Im laufenden Schuljahr ist das Schulobst- und -gemüseprogramm weiter ausgebaut worden: Deutschland erhält dafür rund 30 Millionen Euro Unionsbeihilfe. Am Schulobst- und gemüseprogramm beteiligen sich neun Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Ergänzt wird das Programm durch vorgeschriebene begleitende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationsmaterialien, Unterrichtseinheiten, Besuche auf dem Bauernhof oder bei Obstanbaubetrieben.

Die Länder setzen um

Um an dem Programm teilnehmen zu können, müssen die Mitgliedstaaten für jedes Schuljahr eine nationale oder regionale Strategie bei der EU-Kommission einreichen, in der sie darlegen, wie sie das Programm ausgestalten werden. Die Strategie muss Angaben enthalten über Budget, Zielgruppen, Zeitraum, förderungswürdige Produkte und die geplanten flankierenden Maßnahmen.

Nationale Strategien für Deutschland auf dem Server der Europäischen Kommission

Die Anforderungen sind in den folgenden Verordnungen aufgeführt:

Die Verordnung Nr. 1308/2013 ist ein umfangreiches Dokument. Die das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm betreffenden Passagen finden Sie in den Erwägungsgründen 24-28, die konkreten Regelungen in Kapitel II, Abschnitt 1 und Unterabschnitt 1, Art. 22-25 auf den Seiten 697-698 sowie in Anhang V auf Seite 804. Im Anhang V werden die Zutaten aufgeführt, die beihilfefähigen Erzeugnissen nicht zugefügt sein dürfen.

Die gesetzliche Basis in Deutschland ist das Schulobstgesetz, das im Wesentlichen die Zuständigkeit, Fristen und Verteilung der Mittel regelt:

Informationen zur Ausgestaltung des Programms in den Ländern erhalten Sie über deren Internetseiten:

Evaluation des EU-Schulobstprogramms zeigt hohe Akzeptanz und Erfolg

Die am EU-Schulobstprogramm teilnehmenden Länder haben jeweils entsprechend der EU-Vorgabe die Umsetzung evaluiert. Wenngleich die Ergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte nicht direkt miteinander vergleichbar sind, machen sie jedoch eine überwiegend positive Wirkung und Resonanz des Programms deutlich. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der einzelnen Länder enthalten die Evaluationsberichte. Einzelergebnisse veröffentlichen die Länder auf ihren jeweiligen Websites (s.o.).

Neues Schulprogramm ab dem Schuljahr 2017/18

Zum Schuljahr 2017/18 wird das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm mit dem EU-Schulmilchprogramm zusammengeführt. Die jährliche Finanzausstattung dieses neuen EU-Schulprogramms wurde um 20 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro erhöht. Für die Abgabe von Schulmilch stellt die EU jährlich ein Budget von 100 Millionen Euro und für Schulobst und -gemüse jährlich 150 Millionen Euro zur Verfügung. Auf Deutschland entfallen davon für Schulobst und -gemüse jährlich mindestens 19,7 Millionen Euro und für Schulmilch mindestens 9,4 Millionen Euro.

Die Zusammenlegung des Schulobst- und -gemüseprogramms mit dem Schulmilchprogramm hat das Ziel, dass wieder mehr Kinder diese Lebensmittel verzehren. Über die tägliche Versorgung damit soll die Akzeptanz der Kinder für Obst, Gemüse und Milch erhöht und ihre Vorliebe dafür gefördert werden. Die flankierenden pädagogischen Maßnahmen wie Unterrichtseinheiten oder Bauernhofbesuche sollen den Kindern zudem landwirtschaftliche Erzeugung und eine noch breitere Palette an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nahe bringen. Darüber können sich die Kinder auch mit Fragen im weiteren Zusammenhang auseinandersetzen wie gesunde Ernährungsgewohnheiten, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, lokale Nahrungsmittelproduktionsketten oder ökologischer Landbau.

Für die Länder wird eine Teilnahme am neuen Schulprogramm noch attraktiver: So entfällt für Obst und Gemüse künftig der Grundsatz der Kofinanzierung. Als Folge kann das Schulprogramm weiter ausgebaut werden. Schulobst und -gemüse wird es in zwölf Bundesländern geben, mit Schulmilch werden Kinder in 14 Bundesländern versorgt.

Stand:
23.05.17

Inhalt des Dossiers

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