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Kontrolle und Risikomanagement

Das Lebensmittelkontrollsystem muss ständig überprüft und gezielt verbessert werden, um veränderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Im Jahr 2015 wurden von der amtlichen Lebensmittelüberwachung in den Ländern 379.922 Proben von Lebensmitteln, Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, sowie Bedarfsgegenständen, wie beispielsweise Kosmetika, untersucht. Die Experten der Lebensmittelüberwachung kontrollierten risikoorientiert zudem rund 532.000 Betriebe. Dies entspricht etwa der Hälfte aller Betriebe in Deutschland, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen (43,7 Prozent).

Lebensmittelkontrolle in Deutschland

Gezielte Kontrollen dienen dem gesundheitlichen Verbraucherschutz. Wirtschaft, Behörden, aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher sind aktiv gefordert.

Es ist in erster Linie Angelegenheit der betroffenen Wirtschaftskreise, für eine ordnungsgemäße Zusammensetzung, Beschaffenheit und Kennzeichnung der von ihnen in den Verkehr gebrachten Lebensmittel Sorge zu tragen. Aufgabe der zuständigen Behörden ist es, durch regelmäßige Kontrollen und gezielte Probennahmen die Verkehrsfähigkeit der Lebensmittel zu überprüfen. Doch auch die Verbraucher selbst können aktiv zur Lebensmittelsicherheit beitragen.

Die amtliche Lebensmittelkontrolle

Die amtliche Lebensmittelüberwachung ist in Deutschland Aufgabe der Bundesländer. In den zuständigen Länderministerien werden Untersuchungsprogramme entwickelt, die von den Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern in den Städten und Landkreisen durchgeführt werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) steht dabei als koordinierende und beratende Bundesstelle zur Seite.

Es gibt bundesweite Kontrollprogramme wie das Lebensmittel-Monitoring, den Bundesweiten Überwachungsplan (BÜP) und den Mehrjährigen Nationalen Kontrollplan (MNKP).

Die Kontrollen werden in den Herstellungs- und Verarbeitungsbetrieben für Lebensmittel, Bedarfsgegenstände oder kosmetische Mittel, im Einzelhandel und an den Grenzkontrollstellen durchgeführt. Auch Einrichtungen der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung werden regelmäßig kontrolliert.

Umgehende Kontrollen bei akuten Problemen

Die zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter in den Städten und Landkreisen legen die Zahl ihrer Stichproben dabei nach Höhe des Risikos fest. Um diese festzustellen, werden Betriebe erfasst und in Risikokategorien eingestuft. Werden akute Probleme bekannt, so erfolgen umgehend Kontrollen sowie eventuell weiterführende Maßnahmen.

Die Lebensmittelkontrollen werden von Tierärzten, Lebensmittelchemikern und entsprechend ausgebildeten Kontrolleuren durchgeführt. Diese dürfen gegen Empfangsbescheinigungen Proben nehmen, die sie zur Analyse und Begutachtung in Labore schicken. Insgesamt werden jährlich von den Laboren der Bundesländer rund 400.000 Proben untersucht.

Die Art der Probenahme ist dabei in der Regel vom Gesetzgeber vorgegeben, um standardisierte und gerichtsfeste Daten zu erlangen. Die Proben werden auf verschiedene Inhaltsstoffe, auf Keime und auf die Einhaltung gesetzlich festgelegter Höchstmengen untersucht. Beanstandete Produkte, die die Gesundheit der Verbraucher gefährden, werden aus dem Handel entfernt. Darüber hinaus werden Aufmachung und Kennzeichnung der Produkte kontrolliert.

Eigenkontrollen der Wirtschaft

Unternehmen, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten und verkaufen, sind dazu verpflichtet, durch eigene Kontrollen die Qualität der verwendeten Rohstoffe zu dokumentieren. Alle Betriebe müssen darüber hinaus Buch führen, von wem sie Lebensmittel und Zutaten gekauft und an wen sie diese weiter verkauft haben. Gehen von einem Lebensmittel Risiken aus, so kann innerhalb kurzer Zeit nachvollzogen werden, an welcher Stelle dieses Risiko (zum Beispiel eine Verunreinigung) entstanden ist.

So können Sie helfen

Sollten Sie Hinweise darauf haben, dass in Betrieben, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten oder verkaufen, Mängel in der Hygiene bestehen oder Lebensmittel falsch ausgezeichnet oder zusammengesetzt sind, sollten Sie die örtliche Lebensmittelkontrolle informieren. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (BVL) bietet darüber hinaus auf ihrer Internetseite die Möglichkeit an, Ihre Hinweise auf Missstände in Lebensmittelbetrieben anonym entgegen zu nehmen und diese an die zuständigen Stellen weiter zu leiten.

Wenn Sie ein Lebensmittel gekauft haben sollten, das sich vor Ablauf des Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums als verdorben heraus stellt oder das sonstige Mängel aufweist, können Sie ebenfalls die örtliche Lebensmittelkontrolle einschalten. Bitte wenden Sie sich an Ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung und fragen Sie nach der für die Lebensmittelkontrolle zuständigen Stelle.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema Lebensmittelüberwachung gibt es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Stand:
22.07.14

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