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Bisphenol A

Bisphenol A wird unter anderem bei der Herstellung bestimmter Kunststoffe und Kunstharze verwendet. Es kann daher auch in Materialien und Gegenständen enthalten sein, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Wie auch bei anderen, in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff verwendeten Stoffen erfolgte die Zulassung von Bisphenol A auf Basis einer entsprechenden Risikobewertung. Zur Sicherstellung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wurden im Rahmen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 dementsprechend ein Höchstgehalt für den Übergang von Bisphenol A auf Lebensmittel sowie bestimmte Verwendungsbeschränkungen festgelegt.

Das Inverkehrbringen von Säuglingstrinkflaschen aus Kunststoff, die unter Verwendung von Bisphenol A hergestellt wurden, ist aus Vorsorgegründen seit dem 1. Juni 2011 in Deutschland und EU-weit verboten.

Bestehen gesundheitliche Gefahren durch die Aufnahme von Bisphenol A?

Fragen und Antworten zu Bisphenol A in verbrauchernahen Produkten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beantwortet Fragen, die zu Bisphenol A häufig gestellt werden. Zuletzt hat das BfR die Informationen am 25. März 2014 aktualisiert.

Fragen und Antworten

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl neuer Studien zu Bisphenol A abgeschlossen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine Neubewertung von Bisphenol A durchgeführt, bei der diese aktuellen Daten berücksichtigt wurden. Die Stellungnahme wurde am 21. Januar 2015 veröffentlicht: Scientific Opinion on the risks to public health related to the presence of bisphenol A (BPA) in foodstuffs (European Food Safety Authority).

Die EFSA kommt zu dem Ergebnis, dass auf Grund der derzeitigen Exposition von Bisphenol A keine gesundheitlichen Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher aller Altersgruppen ausgehen und bezieht dabei auch empfindliche Verbrauchergruppen wie Säuglinge, Kinder, Heranwachsende sowie ungeborene Kinder bei pränataler Exposition mit ein.

In ihrer Stellungnahme senkt die EFSA weiterhin die bisherige akzeptable tägliche Aufnahmemenge (tolerable daily intake, TDI) von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag herab. Da noch die Ergebnisse einer Langzeitstudie erwartet werden, handelt es sich zunächst um einen temporären TDI (t-TDI). Sowohl die Aufnahme von Bisphenol A über die Nahrung als auch die Aufnahme unter Einbeziehung anderer Expositionsquellen wie Staub, Spielzeug, Kosmetika und Thermopapier liegen nach Angaben der EFSA deutlich unterhalb des von der EFSA abgeleiteten t-TDI. Ein Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht demnach auch im Hinblick auf die vorgenommene TDI-Absenkung nicht.

Welche Schlussfolgerungen werden aus der EFSA-Stellungnahme gezogen?

Das bestehende EU-Recht wird nunmehr auf der Basis der Schlussfolgerungen der EFSA auf einen möglichen Anpassungsbedarf überprüft. In einem ersten Schritt hat die Europäische Kommission im November 2015 daher eine Roadmap veröffentlicht, in der folgende Optionen zum weiteren Vorgehen dargestellt werden, einschließlich der Argumente für und gegen die jeweilige Option:

  • Option 1: Keine Änderungen
  • Option 2: Änderung der auf EU-Ebene bestehenden rechtlichen Beschränkungen für Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff
  • Option 3: Änderung der auf EU-Ebene bestehenden rechtlichen Beschränkungen für Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff und Einführung neuer EU-Regelungen für Bisphenol A in Beschichtungen und Lacken für Lebensmittelbedarfsgegenstände
  • Option 4: Änderung der auf EU-Ebene bestehenden rechtlichen Beschränkungen für Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff und Einführung neuer EU-Regelungen für Bisphenol A in Beschichtungen und Lacken für Lebensmittelbedarfsgegenstände sowie für andere Lebensmittelbedarfsgegenstände, in denen Bisphenol A vorhanden sein kann
  • Option 5: Verbot von Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen

Die Roadmap mit den ausführlichen Erläuterungen ist hier abrufbar.

Im Weiteren wird die Europäische Kommission zusammen mit den EU-Mitgliedstaaten über einen möglichen Regelungsansatz beraten.

Stand:
15.01.16
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