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Pyrrolizidinalkaloide in Tee und Kräutertee

Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Jahr 2013 unerwartet erhöhte Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) in verschiedenen Teesorten festgestellt. Pflanzen, von denen diese Tees stammen, gehören jedoch nicht zu den bekannten PA-bildenden Pflanzen. Ursache für die Verunreinigungen sind offenbar einzelne PA-bildende Pflanzen, die bei der Ernte der Rohwaren unbeabsichtigt in das Erntegut geraten können.

Die gemessenen Gehalte hat das BfR in seiner Stellungnahme 018/2013 bewertet. Es kam zu dem Schluss, dass auch mit den gefundenen Gehalten in Kräutertees und Tees eine akute gesundheitliche Gefährdung eher unwahrscheinlich ist, jedoch kann für Vielverzehrer, die über einen langen Zeitraum höher belastete Teeaufgüsse trinken, ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden. Daher wird Verbraucherinnen und Verbrauchern und ganz besonders Eltern, Stillenden und Schwangeren empfohlen, abwechslungsreich zu trinken und den Flüssigkeitsbedarf nicht ausschließlich durch Kräutertee und Tee zu decken und dies auch für ihre Kinder zu berücksichtigen.

Generell gilt, dass die Verantwortung für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und -qualität bei der Lebensmittelwirtschaft liegt. Wer mit Lebensmitteln Handel betreibt, ist als Lebensmittelunternehmer im Sinne des Artikels 3 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (sog. Basis-Verordnung) anzusehen und muss alle hieraus resultierenden lebensmittelrechtlichen Verpflichtungen erfüllen. Dazu gehört auch, dafür zu sorgen, dass keine gesundheitlich bedenklichen Lebensmittel in den Verkehr kommen. Darüber hinaus gilt ein Minimierungsgebot für unerwünschte Stoffe (Verordnung (EWG) Nr. 315/93). Dabei soll durch die gute Praxis von der Herstellung bis zum Inverkehrbringen der Gehalt an Kontaminanten in Lebensmitteln auf so niedrige Werte begrenzt werden wie vernünftigerweise möglich (ALARA-Prinzip: as low as reasonably achievable-Prinzip). Aufgrund der allgemeinen rechtlichen Regelungen ist klar, dass die Lebensmittelunternehmer auf die Minimierung der PA-Gehalte in ihren Produkten dringen müssen. Die betroffenen Wirtschaftsverbände und Lebensmittelunternehmer haben mitgeteilt, dass sie intensiv daran arbeiten, eine schnelle Lösung sei jedoch aufgrund der Komplexität nicht realistisch. Gerade in Fragen der Anbau-und Erntepraxis bräuchten Veränderungen Zeit, da die Rohwaren für die Tees sehr vielfältig seien und aus allen Teilen der Welt stammten.

Eine Analysemethode für PA in Tee steht inzwischen zur Verfügung. Im Jahr 2015 wurde ein koordiniertes amtliches Monitoring-Projekt zu PA in Tee und Kräutertees durchgeführt. Dessen Ergebnisse sowie Daten aus allen Mitgliedstaaten der EU zum Vorkommen von PA in verschiedenen Lebensmitteln, fließen in eine Aktualisierung der Risikobewertung ein, die derzeit erarbeitet wird. Nur auf der Basis einer belastbaren Risikobewertung können konkrete regulative Maßnahmen zum Verbraucherschutz ergriffen werden. Eine vollständige PA-Freiheit erscheint angesichts der Tatsache, dass es sich bei Tee und Kräutertees um Naturprodukte und bei PA um natürliche Inhaltsstoffe vieler Pflanzenarten handelt, grundsätzlich eher unrealistisch.

Hintergrund

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind giftige Substanzen, die natürlicherweise in einer großen Zahl von Pflanzenarten weltweit vorkommen können. Sie können die Leber schädigen. Die nicht repräsentative Stichprobe des BfR umfasste 221 verschiedene handelsübliche Kräutertee- und Teeproben sowie Teedrogen aus dem Lebensmitteleinzelhandel und der Apotheke. Das BfR hat zu dem Thema umfangreiche Informationen auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Stand:
23.08.16

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