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Initiative für weniger Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln

Ein hoher Verzehr von Trans-Fettsäuren erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das BMEL und die Lebensmittelwirtschaft wollen deshalb den Gehalt an Trans-Fettsäuren in Lebensmitteln reduzieren.

Trans-Fettsäuren (TFA = engl. trans fatty acids) entstehen durch das industrielle Teilhärten von Fetten mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dadurch werden diesen Fetten besondere technische Eigenschaften verliehen. TFA treten v. a. in Backmargarinen und Frittierölen und damit in fetthaltigen Backwaren oder frittierten Erzeugnissen auf. In geringerem Umfang sind Transfettsäuren natürlicher Weise auch in Milch und Fleisch enthalten. Ursache ist der bakterielle Umbau von ungesättigten Fettsäuren im Pansen von Wiederkäuern.

Gesundheitliche Bewertung von TFA

Ein hoher Verzehr an TFA erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher max. 1 Prozent der täglichen Nahrungsenergie durch TFA aufzunehmen. In Deutschland liegt nach aktueller Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) die durchschnittliche Aufnahme für alle Altersgruppen unter diesem Wert.

In der Vergangenheit war das BfR zu dem Schluss gekommen, dass ein nennenswerter Anteil der deutschen Bevölkerung mehr Trans-Fettsäuren verzehrte als empfohlen. Besonders betroffen waren dabei junge Männer zwischen 14 und 34 Jahren. In dieser Gruppe nahm ein Drittel über Pommes Frites, Pizza und Backwaren mehr TFA zu sich als empfohlen. Eine zusätzliche Betrachtung von Untersuchungsdaten des Deutschen Tiefkühlinstitut e.V zu Tiefkühlpizzen zeigte, dass sich die Minimierung von TFA in Pizzen überdurchschnittlich positiv in den jüngeren Altersgruppen bemerkbar gemacht hat. Um zu überprüfen, ob diese Daten die Situation auf dem Markt widerspiegeln, werden weitere Gehaltsdaten für Pizzen durch die Lebensmittelüberwachung seitens der Länder erhoben.

So wenig TFA wie sinnvoll erreichbar

In der Diätverordnung, der Umsetzung der EU-Richtlinie 2006/141/EG, sind Höchstmengen für TFA in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung festgelegt: Der Gehalt an TFA im verzehrfertigen Erzeugnis darf nicht über 3 Prozent des gesamten Fettgehalts liegen. Dabei trägt dieser Wert der Tatsache Rechnung, dass in diesen Lebensmitteln ein hoher Anteil an Milch mit natürlich vorhandenen Fettsäuren enthalten ist.

Für andere Lebensmittel bestehen in Deutschland keine Höchstmengenregelungen für TFA. Da aber TFA zu den produktionsbedingten Verunreinigungen gehören, gilt Art. 2 Abs. 2 der EU-Kontaminantenverordnung (EWG) Nr. 315/93: Er legt fest, dass Verunreinigungen in Lebensmitteln auf so niedrige Werte zu begrenzen sind, wie sie durch Maßnahmen im Rahmen der guten fachlichen Praxis sinnvoll erreicht werden können.

Die Wirtschaft hat in Deutschland in mehreren Produktbereichen bereits die Herstellungs- und Härtungsbedingungen umgestellt. Daten der Lebensmittelüberwachung zeigen, dass beispielsweise der Gehalt an TFA von gehärteten Haushalts-Streichfetten oder fettreichen süßen Brotaufstrichen deutlich verringert wurde.

Gemeinsame Initiative von BMEL und Lebensmittelwirtschaft

Das Bundesernährungsministerium hat einen Minimierungsdialog mit Wirtschaftsverbänden betroffener Branchen geführt, der in einer gemeinsamen Initiative der Lebensmittelwirtschaft und des Bundesminsteriums mündete. Ziel ist eine weitere Reduktion der TFA-Gehalte in Lebensmitteln. Dabei haben die Verbände unter wissenschaftlicher Beratung des Max Rubner-Instituts, eine nachgeordnete Behörde des Bundesernährungsministeriums, eine Rahmenleitlinie sowie sieben spezifische Leitlinien für verschiedene Produktkategorien entwickelt. Die Leitlinien sollen die Hersteller für die Problematik sensibilisieren und bei der Umstellung auf TFA-arme Produkte Hilfestellung geben. Die Verbände sind verpflichtet, über getroffene Minimierungsmaßnahmen regelmäßig zu berichten. Der erste Bericht des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) liegt inzwischen vor und ist auf der Internetseite des BLL verfügbar.

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