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Zulassung und Verwendung

Lebensmittelzusatzstoffe dürfen nur verwendet werden, wenn sie zugelassen sind. Ihre Verwendung muss grundsätzlich bei verpackten und lose angebotenen Lebensmitteln gekennzeichnet werden.

Eine Zulassung wird nur dann erteilt, wenn die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Stoffes und seiner Anwendung erwiesen ist und außerdem eine hinreichende technologische Notwendigkeit nachgewiesen werden kann. Mehr zur gesundheitlichen Prüfung findet sich auf der Webseite des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen

Welche Lebensmittelzusatzstoffe in welchen Mengen und Produkten zugelassen sind, ist in der Europäischen Union (EU) durch die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe geregelt. Damit gelten in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union dieselben Zulassungen für Lebensmittelzusatzstoffe zu technologischen Zwecken.

Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 enthält die Gemeinschaftsliste der für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe und ihrer Verwendungsbedingungen. Er beruht weitestgehend auf den Zulassungen, die in der Vergangenheit in Richtlinien festgelegt und in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung in nationales Recht umgesetzt wurden.

EU-Datenbank für Lebensmittelzusatzstoffe

Die Europäische Kommission stellt auf ihrer Website zur Lebensmittelsicherheit eine Datenbank für Lebensmittelzusatzstoffe (in englischer Sprache, Link: Food additives database) zur Verfügung, innerhalb der die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen recherchiert werden kann.

EU-Informationsangebot zu Lebensmittelzusatzstoffen

Allerdings wurden die Zulassungen nun nach einem neuen System geordnet. Die Kommission hat dazu in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten ein System von Lebensmittelkategorien mit verschiedenen Unterkategorien entwickelt, denen die zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe zugeordnet werden.

Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 enthält die Gemeinschaftsliste der für die Verwendung in Lebensmittelzusatzstoffen, -enzymen und –aromen zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe und ihrer Verwendungsbedingungen.

Zusatzstoff-Zulassungsverordnung ist anzupassen

Die Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 gelten unmittelbar in allen Mitgliedstaaten der EU und haben Vorrang vor nationalen Vorschriften. Die Vorschriften der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sind deshalb weitgehend durch Gemeinschaftsrecht überlagert und müssen deshalb angepasst werden. Die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung ist jedoch insofern weiter anzuwenden, als sie nicht durch vorrangiges EU-Recht überlagert ist. Dies gilt u. a. für die Regelungen zur Information der Verbraucherinnen und Verbraucher über Lebensmittelzusatzstoffe bei lose angebotenen Lebensmitteln (z. B. die Pflicht zur Anbringung des Hinweises „mit Farbstoff“).

Kennzeichnung der Zusatzstoffe bei verpackten Lebensmitteln

Lebensmittelzusatzstoffe haben als Verkehrsbezeichnung oft komplizierte chemische Namen. Einfacher und über Sprachgrenzen hinweg eindeutig ist die Bezeichnung eines Stoffes mit seiner E-Nummer. "E" steht dabei für EG oder EU und ist ein internationaler Code, der darauf hinweist, dass der Zusatzstoff für den Verbrauch in der Europäischen Union als sicher für die Verwendung in Lebensmitteln eingestuft ist. Zugelassene Zusatzstoffe werden nach Verwendungszweck verschiedenen Klassen zugeordnet, etwa den Konservierungsstoffen, Antioxidationsmitteln, Farbstoffen, Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmitteln oder Geliermitteln.

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich bei verpackten Lebensmitteln anhand der Zutatenliste auf dem Etikett über die verwendeten Lebensmittelzusatzstoffe informieren, wobei man folgende Informationen auf dem Etikett findet:
den Klassennamen und die Verkehrsbezeichnung (chemischer Name) oder die E-Nummer des jeweiligen Lebensmittelzusatzstoff.

Mit der Angabe des Klassennamens soll der Verbraucher über den Verwendungszweck des Lebensmittelzusatzstoff informiert werden, denn dieser ist aus seiner chemischen Bezeichnung oder der E-Nummer für viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ohne Weiteres zu erkennen.

Informationen über enthaltene Lebensmittelzusatzstoffe bei lose angebotenen Lebensmitteln

Beim Kauf von lose angebotenen Lebensmitteln (Lebensmittel, die ohne Fertigpackung und Etikettierung in den Verkehr gebracht werden) können Verbraucherinnen und Verbraucher sich im Gespräch an der Ladentheke über enthaltene Zusatzstoffe erkundigen. Das Verkaufspersonal ist verpflichtet, die notwendigen Informationen bereit zu halten. Bestimmte Lebensmittelzusatzstoffklassen müssen grundsätzlich auf einem Schild neben der Ware angegeben werden (z.B. "mit Konservierungsstoff", "mit Geschmacksverstärker").

Warnung vor unseriösen Lebensmittelzusatzstoff-Listen

Besorgnis erregend ist die Verbreitung von gefälschten Listen mit unseriösen Warnungen und angeblichen gesundheitlichen Bewertungen von Lebensmittelzusatzstoffen, die seit einiger Zeit immer wieder in Kindergärten, Schulen, Arztpraxen und auch über das Internet auftauchen. Darin werden mit E-Nummern bezeichnete Stoffe Kategorien wie "nicht zweifelsfrei unschädlich", "die menschlichen Organe negativ funktionsbeeinflussend" oder "krebserregend" zugeordnet. In einigen Listen werden auch konkrete Produkte mit angeblich gefährlichen Lebensmittelzusatzstoffen genannt. Als Urheber werden Forschungsinstitute, Krankenhäuser oder Ministerien angegeben.

BMEL-Ernährungsportal

Sachlich fundierte und verbrauchernah aufbereite Informationen zum Thema Zusatzstoffe finden Sie in dem mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft errichteten Ernährungsportal www.was-wir-essen.de

Die Bewertungen in diesen Listen, soweit darin zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffen nachteilige Wirkungen auf die Gesundheit unterstellt werden, entbehren aus wissenschaftlicher Sicht jeglicher Grundlage. Es handelt es sich um reine Behauptungen. Auch sind in diesen Listen E-Nummern aufgeführt, die nie vergeben worden sind, ferner einige Nummern von in der Europäischen Union nicht zugelassenen Stoffen. Die als Urheber genannten Forschungsinstitute, Krankenhäuser oder Ministerien haben sich bei entsprechender Anfrage bisher stets nachdrücklich von diesen Listen distanziert. Unbekannte Personen haben sie in Umlauf gebracht.

Stand:
12.01.15

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