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Ländliche Regionen überzeugen mit Vielfalt und Dynamik

Eine einzigartige Langzeitstudie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft begleitet Dörfer und deren Entwicklung. Das BMEL hat gemeinsam mit dem Thünen-Institut die Ergebnisse des Forschungsprojektes "Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel" vorgestellt.

Die Verbundstudie wird im Auftrag des BMEL unter Federführung des Thünen-Instituts für Ländliche Räume zusammen mit sechs weiteren Forschungseinrichtungen durchgeführt. Alle 20 Jahre untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dieser Langzeitstudie die Lebensverhältnisse in denselben zehn westdeutschen – und seit 1993 auch in vier ostdeutschen – Orten. "Die Studie zeigt, dass sich die Menschen dort zuhause fühlen, wo sich die Dorfbewohner bei der aktiven Gestaltung ihres örtlichen Lebensumfeldes engagieren können und eine Basis für attraktiven Arbeitsplätzen und gute Infrastruktur besteht", betont Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Thünen-Instituts, Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, stellte er am 29. Oktober 2015 die Ergebnisse der Studie "Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel" vor.

Ergebnisse

Ergebnisse der Studie

Titelbild der Broschüre 'Ländliche Lebensverhältnisse im Wandel'

Die Broschüre fasst die Gesamtergebnisse zusammen und stellt die Entwicklungen jedes einzelnen Untersuchungsortes komprimiert dar.

Zum Download

Die Studie zeigt, die ländlichen Regionen in Deutschland überzeugen mit ihrer Vielfalt und Dynamik. Die Menschen, einschließlich Kinder und Jugendliche, sind mit dem Leben in ihrem Dorf grundsätzlich zufrieden. Sie schätzen die Gemeinschaft und ihr Wohnumfeld. So gaben 90 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind.

Dieser Befund ist auch Resultat des gemeinschaftlichen Engagements der Einwohner. Dort, wo sich Menschen zur aktiven Gestaltung ihres örtlichen Lebensumfeldes engagieren, erfahren sie positive Entwicklungen und richten somit den Blick in die Zukunft. Allerdings werden auch Defizite der die Infrastruktur bemängelt: Über 18 Prozent empfinden die Nahversorgungssituation – wie Einkaufsmöglichkeiten und auch die medizinische Versorgung – als unzureichend. Auch das Fehlen von kinderkulturellen Freizeitangeboten wird in den Dörfern kritisiert.

Die Studie dokumentiert sehr heterogene ländliche Entwicklungen: So ist die Bevölkerungsentwicklung nicht einheitlich – weder in West noch in Ost. Auch eine generelle Abwanderungsbereitschaft eines Großteils der erwachsenen Wohnbevölkerung und mehr noch von Jugendlichen ist in den Untersuchungsorten nicht nachweisbar. Dennoch Standortofferten wie Arbeitsplatz, soziale Netze, Wohnumfeld und Freizeitmöglichkeiten werden immer wichtiger zur Gewinnung von Zuzüglern. Um die Daseinsvorsorge für künftige Generationen zu sichern und Menschen aller Altersgruppen vor Ort eine Perspektive zu bieten, stehen ländliche Regionen vor großen Herausforderungen.

Der Parlamentarischer Staatssekretär Bleser würdigte die Studie als wichtige Forschungsleistung und einen wertvollen Beitrag, um die gezielte Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung bei den Herausforderungen des demografischen Wandels, der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Dörfer inhaltlich weiter zu fokussieren. Er betonte, dass die dörfliche Entwicklung sehr unterschiedlich, manchmal auch sprunghaft, erfolgt. Deshalb sind maßgeschneiderte Lösungen erforderlich. "Wir wollen auch das vielfältige Engagement der Menschen in den Regionen nutzen. Dafür müssen wir neue Wege gehen und voneinander lernen. Maßnahmen wie das Modellvorhaben Land(auf)Schwung oder der Bürgerdialog sind deshalb wichtige Bausteine der Bundesinitiative Ländliche Entwicklung", so Bleser während der Vorstellung der Studie.

Hintergrund

Deutschlandkarte mit hervorgehobenen Landkreisen Dörfer aus 13 Landkreisen beteiligen sich an der Langzeitstudie des BMEL, Quelle: BMEL

Koordiniert wird das interdisziplinäre Projekt vom Thünen-Institut für Ländliche Räume und mit sechs weiteren Forschungseinrichtungen bearbeitet. In acht Teilprojektbereichen widmen sich die verschiedenen Forschungseinrichtungen unterschiedlichen Themen: Das Thünen-Institut für Ländliche Räume untersucht kommunale Handlungsmöglichkeiten sowie die Chancen und Grenzen regionaler Arbeitsmärkte. Die Fachhochschule Südwestfalen (Institut für Green Technology) nimmt sich des Themas „Wohnen in Dörfern: Zuzugs-, Fortzugs- und Bleibemotive“ an. Die Universität Hohenheim untersucht Bewältigungsstrategien im Alltag, das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung den Umgang mit neuen Medien. Den Wandel der Kindheit, sozialer Unterstützungsstrukturen und den Wandel der Anforderungen an die Landwirtschaft betrachten jeweils die Universität Wuppertal, die Hochschule Mittweida und die Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Gruppenfoto Staatssekretär Peter Beser (9.v.l.) und Prof. Dr. Folkhard Isermeyer (2.v.l.), Präsident des Thünen-Instituts, mit den Ortsvorstehern der Untersuchungsdörfer am 29. Oktober 2015 in Berlin, Quelle: BMEL/Quabbe&Tessmann

Ausgehend von den 14 Untersuchungsdörfern wurde die Studie mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Untersuchung um zusätzliche Orte erweitert. Heute werden Bischoffingen und Kusterdingen in Baden-Württemberg, Bockholte, Elliehausen, Groß Schneen in Niedersachsen, Falkenberg und Gerhardshofen in Bayern, Finneland in Sachsen-Anhalt, Freienseen in Hessen, Glasow und Krackow in Mecklenburg-Vorpommern, Ralbitz-Rosenthal in Sachen, Spessart in Rheinland-Pfalz, Westrup in Nordrhein-Westfalen sowie Badingen, Burgwall, Marienthal, Mildenberg, Ribbeck und Zabelsdorf in Brandenburg untersucht.

Stand:
29.10.15

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