BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Zukunft der Berglandwirtschaft

Gebirgsregionen sind in ökonomischer und ökologischer Hinsicht besonders empfindliche Räume.

Sie haben nur dann eine nachhaltige Zukunft, wenn sie Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum bleiben und nicht zum "Museum" werden. Die Landwirtschaft im Alpenraum leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Besiedlungsdichte, zur Erzeugung typischer Qualitätsprodukte, wie zum Beispiel Bergkäse, zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft und damit für ihre touristische Nutzung, sowie zum Schutz des Bodens vor Erosionen, Lawinen und Überschwemmungen. Die standortangepasste Landbewirtschaftung trägt maßgeblich zum Erhalt der Biodiversität im Alpenraum bei.

Besonderheiten der Berglandwirtschaft

Gebirgsregionen sind besonders schwierige Standorte für die landwirtschaftliche Produktion. In aller Regel handelt es sich um Grünland, das nur durch grasfressende Tiere wie etwa Kühe genutzt werden kann. Vorherrschende Produktionsrichtung ist daher die Milcherzeugung und in geringerem Umfang die Rindfleischerzeugung.

Kuh auf Almwiese Berglandwirtschaft ist in besonderem Maße mit der Milcherzeugung verbunden, Quelle: © Christa Eder - Fotolia.com

Für die Bewirtschaftung der zum Teil steilen Hänge ist oft teure Spezialmechanisierung erforderlich. Zum Teil geht es nicht ohne Handarbeit. Aufgrund der Höhenlage ergeben sich kurze Wachstumszeiten für die Vegetation bei vergleichsweise niedrigen Durchschnittstemperaturen, hohen Niederschlägen und lang anhaltender Schneebedeckung. Das Erzeugen von Futter wie beispielsweise Heu für das Milchvieh ist deshalb arbeitsintensiv und schwer rationalisierbar. Naturgemäß sind die Milchviehbetriebe in Gebirgsregionen deshalb sowohl von der Fläche als auch vom Viehbesatz her nicht so groß wie in vergleichsweise günstigeren Lagen. Weitere Einkommensquellen, wie Tourismus und Forstwirtschaft, tragen notwendigerweise zu einem ausreichenden Familieneinkommen bei.

Weitere Unterstützung der Berglandwirtschaft unabdingbar

Für die Herstellung von Qualitätsprodukten wie Bergkäse erzielen Berglandwirte zum Teil gute Erlöse. Trotz dieser möglichen Produktdifferenzierung ist die Abhängigkeit der Berglandwirtschaft vom Milchmarkt und seinen Regularien insgesamt groß. Milchpreisrückgänge treffen die Berglandwirtschaft auf Grund der hohen Produktionskosten besonders und bergen immer die Gefahr, dass die Produktion an besonders schwierigen Standorten aufgegeben wird. Das wäre mit negativen Konsequenzen für die Erhaltung der Kulturlandschaft, die touristische Attraktivität und die Wirtschaftskraft der Gebirgsregionen verbunden. Auch wäre damit eine ausreichende Pflege der Bergwälder (Lawinen-Schutzwälder) nicht mehr gewährleistet. Diese wird häufig von Berglandwirten als zweites wirtschaftliches Standbein genutzt. Berglandwirte und Forstverwaltungen gemeinsam können eine naturnahe Waldbewirtschaftung gewährleisten und standortgemäße und stabile Wälder erhalten und entwickeln.

Um negative Auswirkungen auf die Berglandwirtschaft soweit wie möglich zu vermeiden, wird die Bundesregierung die Berglandwirtschaft zusammen mit den betroffenen Bundesländern auch weiterhin in besonderem Maße unterstützen.

Alpenkonvention

Die Alpenkonvention wurde am 7. November 1991 von der Europäischen Gemeinschaft in Salzburg unterzeichnet und 1996 ratifiziert. Konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Alpenkonvention werden in verschiedenen Protokollen, wie dem Protokoll "Berglandwirtschaft", festgelegt. Dieses Protokoll wurde 2006 von der Europäischen Gemeinschaft förmlich ratifiziert. Damit bekennt sich auch die EU dazu, die standortgerechte und umweltverträgliche Berglandwirtschaft im Alpenraum so zu erhalten und zu fördern, dass ihr wesentlicher Beitrag zur Aufrechterhaltung der Besiedlung und der nachhaltigen Bewirtschaftung gewährleistet ist. Das Protokoll bietet einen gemeinsamen Rahmen für eine grenzüberschreitende Strategie mit gemeinsamen Zielen und Maßnahmen zur Lösung der besonderen Probleme dieses Raums.

Fazit

Die Bedeutung der Berglandwirtschaft geht weit über die rein ökonomische Betrachtungsweise hinaus. Mehr als an anderen Standorten ist die Berglandwirtschaft nötig, um die Landschaft offen und für den Tourismus attraktiv zu halten. Bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen im Berggebiet sichern zusammen mit dem Bergwald durch den Schutz vor Lawinen und Erdrutschen die Bewohnbarkeit der Bergregionen. Schließlich trägt eine standortangepasste Landbewirtschaftung in Berggebieten zum Erhalt wertvoller Biotope und der Biodiversität bei.

Links

Rechtsgrundlagen

Publikationen

Ländliche Entwicklung aktiv gestalten - Leitfaden zur integrierten ländlichen Entwicklung

Titelbild der BMELV-Broschüre "Ländliche Entwicklung aktiv gestalten"

Die Broschüre soll den Dialog und das Engagement beim Thema ländliche Entwicklung fördern. Mit der Broschüre erhalten Sie einen Überblick, wie Sie ganz persönlich und vor Ort an die Gestaltung ländlicher Entwicklungsprozesse herangehen können. So informiert die Broschüre insbesondere über den Katalog der ab 2014 geltenden Maßnahmen.

Weitere Publikationen

Wichtige Mitteilung

"Landwirtschaft und Umwelt" Fachtagung zum Klimaschutzgutachten, 12.12.2016, Berlin

Jetzt anmelden!

verweist auf: Veranstaltungs-Webseite der Veranstaltung "Landwirtschaft und Umwelt" - Fachtagung zum Klimaschutzgutachten

Unternavigation aller Website-Bereiche