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Begleitforschung Modellvorhaben chance.natur

Das Modellvorhaben chance.natur will Regionalentwicklung und Naturschutz miteinander verknüpfen. Welche Chancen sind damit verbunden, und welche Probleme ergeben sich daraus? Das untersuchte bis Anfang 2017 die Begleitforschung zum Modellvorhaben.

Schlagwörter

Ländliche Entwicklung, Naturschutz, Modellvorhaben

Projektlaufzeit

09.2014 – 02.2017

Wesentliche Ergebnisse

Beim Modellvorhaben chance.natur, das auf dem Programm chance.natur (ehemals idee.natur) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) aufbaut, handelt es sich um einen gemeinsam vom BMUB und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgeschriebenen Wettbewerb, der vorsieht, ländliche Regionen erstmals gemeinsam zu fördern: mit Mitteln des BMUB zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen und Mitteln des BMEL für deren Flankierung von Vorhaben der ländlichen und regionalen Entwicklung. Die Umsetzung der ländlichen Entwicklung erfolgte 2009-2016, diejenige des Naturschutzes wird 2020 abgeschlossen. Umgesetzt wird das Modellvorhaben chance.natur in vier Modellregionen, die sich in einem Regionalwettbewerb erfolgreich gegenüber 53 Konkurrenten behaupten konnten.

Ziel des Modellvorhabens ist es zu erproben, wie sich durch Politikintegration über Sektoren und Ressorts hinaus Naturschutzmaßnahmen mit Regionalentwicklungsprojekten verknüpfen lassen, so dass Win-Win-Effekte einer Region auch dann Wertschöpfungspotenziale versprechen, wenn sie sich für die Umsetzung eines großflächigen Naturschutzes entscheidet. Das Interesse des BMEL an dem Modellvorhaben liegt vor allem in der modellhaften Erprobung der Inwertsetzung von Natur für die in den Modellregionen lebenden Menschen, um daraus Vorschläge für die Weiterentwicklung der Politik für ländliche Räume abzuleiten. Mit der Begleitforschung zum Themenbereich „Regionalentwicklung“ wurde das Thünen-Institut für Ländliche Räume in Braunschweig beauftragt.

Die Begleitforschung zeigt, dass es in allen Regionen, wie im Modellvorhaben gefordert, gelungen ist, das Vorhaben in die regionale Gesamtentwicklungsstrategie zu integrieren. Dadurch wurde die Entstehung voneinander unabhängiger Entwicklungsstrategiestränge vermieden. Dabei hat sich herausgestellt, dass ein Ansatz, wie er im Modellvorhaben erprobt wurde, die Regelförderung gut ergänzen kann. Der Grund dafür ist, dass er einerseits die Anschaffung technischer Geräte zulässt, wie z. B. Maschinen zur umweltverträglichen Streuwiesenbewirtschaftung oder Hangtraktoren zur Pflege von Streuobstflächen. Andererseits ermöglichte er die Realisierung von Verbundprojekten im Überschneidungsbereich von Naturschutz und Regionalentwicklung.  Trotz des gemeinsamen Ansatzes folgte die Organisation und Abwicklung des Modellvorhabens jedoch nicht in einem integrierten Ansatz, sondern nach den jeweiligen etablierten Förderlogiken des Naturschutzes bzw. der ländlichen Entwicklung. Dies hat zum Teil zu Abstimmungs- und Abgrenzungsproblemen sowie Überschneidungen mit der Regelförderung geführt, so dass aus Sicht der Begleitforschung für die Zukunft die Vorgehensweise zu hinterfragen ist, etablierte Förderlogiken auch auf experimentelle Ansätze zu übertragen.

Trotzdem zeigte sich, dass die Verbindung von Naturschutz mit Regionalentwicklung in allen Modellregionen überwiegend positive Synergieeffekte ausgelöst hat: allen voran Akzeptanzsteigerung für Naturschutz, Schaffung neuer Anknüpfungspunkte für die Regionalentwicklung durch Fokussierung auf Naturschutz, Stärkung und Forcierung der Zusammenarbeit von Akteuren aus Naturschutz, Regionalentwicklung, Tourismus etc. Dies deutet darauf hin, dass es, wie geplant, gelungen ist, Naturschutz und Regionalentwicklung so miteinander zu verknüpfen, dass sich Win-Win-Effekte ergeben. Ausschlaggebend dafür war u. a., dass in allen Modellregionen auf der Projektebene die angestrebte Integration von Naturschutz und ländlicher Entwicklung geglückt ist – obwohl diesbezüglich auf den übergeordneten Ebenen Optimierungspotenziale identifiziert werden konnten. Die durch das Modellvorhaben ausgelösten sozioökonomischen Effekte, das sind z. B. die Schaffung von Beschäftigungs- bzw. Einkommensmöglichkeiten oder die Generierung von Wertschöpfung, bewegen sich im Rahmen dessen, was auch bislang in der ländlichen Entwicklungsförderung erreicht wird. Das bedeutet, in allen vier Modellregionen ist es in einem begrenzten Ausmaß gelungen, regionsinterne Kreisläufe und Wertschöpfungsketten zu verstärken, einen Grundstein für weitere Entwicklungen zu legen sowie Einkommens- und Beschäftigungseffekte zu induzieren.

Aus Sicht der Begleitforschung lässt sich somit als Fazit festhalten, dass der im Modellvorhaben chance.natur verfolgte integrierte Ansatz von Naturschutz und ländlicher Regionalentwicklung eine erfolgversprechende Entwicklungsstrategie mit Optimierungspotenzial darstellt, der auch zukünftig unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Begleitforschung verfolgt werden sollte.

Untersuchungsgebiet

Umgesetzt wurde das Modellvorhaben chance.natur in den vier Modellregionen „Nordvorpommersche Waldlandschaft“ in Mecklenburg-Vorpommern, „Hohe Schrecke“ in Thüringen, „Allgäuer Moorallianz“ in Bayern sowie „Schwäbisches Donautal“ in Bayern mit einzelnen an das Projektgebiet angrenzenden Regionen in Baden-Württemberg.

Methodik

Standardisierte und leitfadengestützte Interviews regionaler Akteure.

Forschungseinrichtung

Thünen-Institut für Ländliche Räume

Weiterführende Hinweise

Nähere Informationen zum Modellvorhaben chance.natur finden sich auf der Webseite des Bundesamts für Naturschutz:

http://www.bfn.de/0203_grossprojekte.html

Stand:
26.06.17

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