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Tagung des Rates (Landwirtschaft und Fischerei) am 17./18. Juli in Brüssel

Ergebnisbericht

Leitung der deutschen Delegation: Bundesminister Schmidt

Zusammenfassung

Schwerpunkte der ersten Ratstagung unter estnischem Vorsitz waren eine Aussprache über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP ), über die Mitteilung der Kommission über den Stand der Gemeinsamen Fischereipolitik und die Konsultationen zu den Fangmöglichkeiten 2018. Zudem stellte die Ratspräsidentschaft – wie üblich – dem Rat ihre Schwerpunkte im zweiten Halbjahr 2017 vor.

Die Kommission unterrichtete den Rat über aktuelle Entwicklungen bei den laufenden Verhandlungen von bilateralen Freihandelsabkommen sowie bei den Vorbereitungen der WTO-Agrarverhandlungen.

Auf Antrag der slowenischen Delegation befasste sich der Rat zudem mit der Delegierten Verordnung hinsichtlich Keltertrauben und ihrer Synonyme, die in der Etikettierung der Weine verwendet werden dürfen.

Der Rat befasste sich nicht mit dem Kompromisstext zur neuen EU-Öko-Verordnung, weil die Abstimmung über die Verordnung erst nach der juristischen und technischen Überarbeitung des Textes im Oktober 2017 erfolgen soll. Daher setzte der Vorsitz den Punkt kurzfristig von der Tagesordnung ab.

Unter dem TOP "Sonstiges" informierte die Kommission den Rat über ihren neuen Aktionsplan gegen antimikrobielle Resistenzen. Auf Antrag der Slowakei und Tschechischen Republik befasste sich der Rat mit der "Doppelqualität von Lebensmitteln". Außerdem berichtete die Kommission über die Konferenz der Agrarminister der Europäischen Union und der Afrikanischen Union am 2. Juli 2017 in Rom sowie über den aktuellen Sachstand bei der Afrikanischen Schweinepest.

Auf Antrag der belgischen Delegation befasste sich der Rat zudem mit der Frage der Auswirkungen obligatorischer Herkunftskennzeichnung im Binnenmarkt. Malta berichtete außerdem über das Symposium zur Zukunft der Lebensmittel in der EU (Brüssel, 27. Juni 2017).

Darüber hinaus informierte die österreichische Delegation über die internationale Ministerkonferenz zum Thema "GVO-freie Landwirtschaft" (Wien, 9./10. Mai). Portugal, Schweden und Belgien unterrichteten den Rat über das Ausmaß und die Auswirkungen der Dürre der letzten Monate. Auf Antrag der polnischen Delegation befasste sich der Rat zudem mit der Frage des Handels mit Agrarflächen in der EU.

Im Einzelnen:

TOP Zukunft der GAP

Der Rat führte einen intensiven Meinungsaustausch über die Zukunft der GAP auf der Grundlage der Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zur Modernisierung und Vereinfachung der GAP sowie des Berichts der Kommission über den aktuellen Stand bei der Vereinfachung. Zudem hatten die Visegrad-Länder sowie Bulgarien, Rumänien und Slowenien eine gemeinsame Erklärung zur GAP nach 2020 vorgelegt. Ferner wurde – auf Bitte der spanischen Delegation – auch auf das Reflexionspapier der Kommission zur Zukunft der EU-Finanzen eingegangen.

Kommissar Hogan hob hervor, dass die öffentliche Konsultation zur Modernisierung und Vereinfachung der GAP gezeigt habe, dass die Öffentlichkeit großes Interesse an der Zukunft der GAP habe. Mehr als 322.000 Antworten habe es gegeben; 1.423 Positionspapiere seien der Kommission übermittelt worden. An der Konsultation hätten sich 36,5 Prozent Landwirte, 47,7 Prozent andere Bürger sowie 15,8 Prozent Organisationen beteiligt. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Agrarpolitik weiterhin auf EU-Ebene ausgestaltet wird. Als Herausforderungen der GAP hätten 85 Prozent den Umwelt- und Naturschutz sowie den Klimawandel (73 Prozent) genannt. Die Stabilisierung der Einkommen der Landwirte sei für 67 Prozent der Teilnehmer wichtig gewesen. Dies zeige – so Kommissar Hogan – deutlich, dass die Bürger Europas auch in Zukunft eine wirksame, wirtschaftliche, soziale und zukunftsorientierte GAP wollten, die den Herausforderungen wie dem Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, der Biodiversität und dem Tierwohl gerecht werde.

Agrarkommissar Hogan wies zudem darauf hin, dass die GAP spürbar vereinfacht werden müsse. Dies betreffe sowohl die 1. als auch die 2. Säule. Die Omnibus-Verordnung sei ein weiterer wichtiger Schritt hierzu; künftig müsse stärker auf die Nutzung neuer Technologien sowie von Datenbanken zurückgegriffen werden; es sollten auch weniger Vor-Ort-Kontrollen in den Betrieben erfolgen.

Mit dem vorgelegten Reflexionspapier zur Zukunft der EU-Finanzen wolle die Kommission die Diskussion über den künftigen Finanzrahmen anstoßen. Dabei habe sie auf die Finanzierung neuer Prioritäten sowie auf die Finanzlücke durch den Brexit hingewiesen. Vor diesem Hintergrund müsse sich auch die GAP dem "Mehrwert-Test" der EU stellen.

Einvernehmen bestand im Rat, dass nur durch eine starke, finanziell gut ausgestattete GAP den aktuellen Herausforderungen Rechnung getragen werden könne. Die GAP sei eine strategische Politik, die mit entsprechenden Finanzmitteln und Instrumenten ausgestattet werden müsse. Umwelt- und Klimaherausforderungen, die Entwicklung und der Erhalt vitaler ländlicher Räume, die Stärkung der Landwirte in der Wertschöpfungskette sowie der Generationswechsel in der Landwirtschaft stellten aktuell wichtige Prioritäten dar, auf die die GAP Antworten finden müsse. Alle Mitgliedstaaten forderten eine tiefgreifende Vereinfachung der GAP. Einige Mitgliedstaaten forderten eine Angleichung der Direktzahlungen.

Deutschland wies daraufhin, dass die große Beteiligung und die Ergebnisse der Konsultation zeigten, dass für viele Menschen die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume ein wichtiges Anliegen sei. Die Ziele der GAP seien demnach nach wie vor aktuell. Nur mit einer GAP, die den gesellschaftlichen Erwartungen Rechnung trägt, könne die notwendige öffentliche Akzeptanz erreicht werden. Die künftige GAP müsse die Landwirtschaft in die Lage versetzen, ihre Verpflichtungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu erfüllen. Damit könne die GAP auch die ländlichen Gemeinschaften unterstützen, den demographischen Wandel als eine der größten Herausforderungen für den europäischen Zusammenhalt zu bewältigen. Wichtig sei aber auch die externe Dimension der GAP. Die Wertschöpfungskette Landwirtschaft sei ein unverzichtbarer Arbeitgeber für die ländlichen Regionen; sie sei auf einen fairen und nachhaltigen Handel angewiesen. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müsse der Weg der Marktorientierung konsequent fortgesetzt werden. Gleichzeitig gelte es insbesondere in Bezug auf Afrika, die Kohärenz mit den Zielen der Entwicklungspolitik sicherzustellen.

Dringend notwendig sei aber insbesondere eine konsequente und spürbare Vereinfachung der GAP, unter anderem durch eine bessere Aufgabenteilung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten unter strikter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips. Zudem seien auch kurzfristige Erleichterungen für Landwirte und Verwaltungen notwendig. Deshalb sei es auch für Deutschland wichtig, dass die Omnibus-Verordnung am 1. Januar 2018 in Kraft treten kann. Es gebe weitere Ansätze, mit denen der Bürokratieaufwand kurz- und mittelfristig reduziert werden könne, wie z. B. die Vereinfachung von Antragstellung und Kontrolle durch Nutzung neuer technischer Möglichkeiten, die angemessene Absenkung der Vor-Ort-Kontrollen bei geringer Fehlerrate und gut funktionierenden Kontrollsystemen, die Vermeidung von Mehrfachkontrollen sowie angemessene Toleranzregelungen bei geringfügigen Verstößen.
Auch Deutschland hob hervor, dass die Finanzierungsfrage nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs eine der größten Herausforderungen darstelle.

TOP Gemeinsame Fischereipolitik/Fangmöglichkeiten 2018

Der Rat führte einen Meinungsaustausch über die Mitteilung der Kommission.

Kommissar Vella hob dabei die Fortschritte beim Erreichen einer nachhaltigen Fischerei, insbesondere hinsichtlich der Zielsetzung des höchstmöglichen Dauerertrages (MSY), hervor. Um jedoch das MSY-Ziel 2020 zu erreichen, bedürfe es weiterer Anstrengungen.

Die Fangmöglichkeiten für 2018 würden im Rahmen der Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik festgelegt und stützten sich auf die verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten. Bei Beständen, zu denen eine MSY-Bewertung vorliege, wolle die Kommission Fangmengen vorschlagen, die mit dem Erreichen des MSY bis 2018 vereinbar seien. Für Bestände ohne MSY-Bewertung sollten wissenschaftliche Empfehlungen zur Festlegungen der Fangquoten herangezogen werden. Kommissar Vella wies darauf hin, dass sich der Fischereisektor positiv entwickelt habe.

Viele Mitgliedstaaten begrüßten die Fortschritte, die bei einer Reihe von Beständen erreicht wurden. Dies sei Ausfluss einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Fischbestände auf der Grundlage der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik. Einige Mitgliedstaaten sprachen sich für ein Festhalten an der schrittweisen MSY-Erreichung bis 2020 unter Hinweis auf die sozio-ökonomischen Auswirkungen aus.

Deutschland unterstützte – wie eine Reihe von Mitgliedstaaten – den Ansatz der Kommission, Fangmengen auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen nach dem Prinzip des höchstmöglichen Dauerertrags festzulegen. Die Fangmöglichkeiten 2018 müssten so ausgestaltet seien, dass die Überlebensfähigkeit bestimmter Flottensegmente nicht gefährdet werde. Große Sorgen bereite Deutschland dieses Jahr die Situation des Heringsbestands in der westlichen Ostsee. Hier müssten große Anstrengungen unternommen und alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um der kleinen Küstenfischerei das Überleben zu sichern, ohne die Erholung des Bestandes zu gefährden.

TOP Arbeitsprogramm des Vorsitzes

Der Vorsitz stellte dem Rat seine Arbeitsschwerpunkte im 2. Halbjahr 2017 vor.

Im Agrarbereich beabsichtigt die Ratspräsidentschaft, die Diskussion über die Vereinfachung und Modernisierung der GAP fortzuführen. Ferner strebt der Vorsitz einen zügigen Abschluss der Beratungen zur Omnibus-Verordnung sowie eine Einigung auf eine Allgemeine Ausrichtung des Rates bei der Spirituosenverordnung an. Außerdem soll sich der Rat mit Vorschlägen zur Verbesserung der Stellung der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette und zur Bekämpfung von unlauteren Handelspraktiken befassen. Darüber hinaus wird der Vorsitz agrarbezogenen Handelsthemen einen hohen Stellenwert beimessen.

Im Fischereibereich liegt ein Schwerpunkt auf der Festlegung der Fangquoten 2018 für die Ostsee (Oktober 2017) sowie für die Nordsee/den Nordatlantik (Dezember 2017). Zudem will der Vorsitz die Trilogverhandlungen über die Verordnung mit Technischen Maßnahmen und die Beratungen über den mehrjährigen Bewirtschaftungsplan für die Nordsee zügig aufnehmen.

TOP Handelsbezogene Agrarfragen

Kommissar Hogan berichtete über die laufenden Verhandlungen zu einer Reihe für den Agrarbereich relevanter bilateraler Freihandelsabkommen. Dabei hob er die Bedeutung des Abkommens der EU mit Japan auch für den europäischen Agrarsektor hervor. Außerdem informierte er über den aktuellen Entwicklungsstand der WTO-Ministerkonferenz. Mit dem zusammen mit Brasilien ausgehandelten Positionspapier zur internen Stützung leiste die EU einen aktiven Beitrag für eine erfolgreiche Konferenz. Der Status quo der GAP sowie der Gestaltungsspielraum der EU für die Weiterentwicklung der GAP bleibe gewahrt.

Die Mitgliedstaaten lobten die Kommission allgemein für den guten Abschluss der Verhandlungen mit Japan. In der Diskussion gingen die Mitgliedstaaten auf die Exportchancen, die Frage der Standards sowie dem Erhalt der erforderlichen Flexibilität für die GAP und deren Weiterentwicklung ein. Viele Mitgliedstaaten sprachen sich außerdem für noch größere Transparenz der Verhandlungsführung aus.

Deutschland dankte der Kommission für ihr großes Engagement und unterstützte ihre Verhandlungsführung bei den bilateralen Freihandelsabkommen. Die Einbindung der Mitgliedstaaten sei wichtig für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Der gemeinsame Verhandlungsvorschlag von Kommission und Brasilien für die WTO-Verhandlungen im Agrarbereich biete aus deutscher Sicht eine gute Basis für Kompromisse und ausreichend Spielraum für künftige Reformen der EU-Agrar-politik. Bei den Verhandlungen der EU mit Indonesien müssten die Verhandlungen insbesondere für Palmöl eine Lösung bringen. Besonders der weiteren Vernichtung von Regenwaldflächen für die Palmölerzeugung müsse entgegengewirkt werden.

TOP Keltertraubensorten und ihre Synonyme

Die slowenische Delegation informierte über die von der Kommission durch einen Delegierten Rechtsakt erlassene – und aus ihrer Sicht ungerechtfertigte – Ausnahme, die es Kroatien ermögliche, die Bezeichnung "Teran" auch für kroatische Weine zu verwenden. Bei "Teran" handele es sich um eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die auf Weine aus dem slowenischen Karstgebiet beschränkt sei. Der Delegierte Rechtsakt sei insofern für die Verbraucher irreführend und könne nicht unterstützt werden.

Kommissar Hogan machte deutlich, dass das Thema schon mehrfach diskutiert worden sei. Die Rechte der geschützten Ursprungsbezeichnungen blieben unangetastet; Schriftgrößenbestimmungen sollten Verbraucherirreführung verhindern. Er wies da-rauf hin, dass der Delegierte Rechtsakt bereits am 19. Juli 2018 in Kraft trete.

TOP Sonstiges

Aktionsplan gegen antimikrobielle Resistenzen

Kommissar Andriukaitis stellte den neuen Aktionsplan der Kommission gegen antimikrobielle Resistenzen vor. Der Plan stützt sich im Wesentlichen auf drei Hauptsäulen: Verwandlung der EU in eine "Best-Practice-Region", Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation sowie die Intensivierung der EU-Anstrengungen weltweit zur Gestaltung der globalen Agenda zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen. Damit wird der "One-Health-Gedanke" umgesetzt.

Deutschland begrüßte – wie einige Mitgliedstaaten – den Aktionsplan der Kommission nachdrücklich. Der Plan setze den G20-Beschluss der Agrarminister vom Januar 2017 um, der von den G20-Staats- und Regierungschefs in ihrer Erklärung von Anfang Juli 2017 aufgegriffen und bekräftigt wurde.

Doppelqualität von Lebensmitteln

Die tschechische Delegation präsentierte ihre neueste Studie zur "Doppelqualität von Lebensmitteln" und die slowakische Delegation berichtete über die hierzu veranstaltete Tagung im Mai 2017 in Bratislava. Dabei stellten sie heraus, dass nachweislich Markenprodukte in verschiedenen Mitgliedstaaten in unterschiedlicher Qualität und Zusammensetzung angeboten würden. Dies führe zu einer Irreführung der Verbraucher und sei mit einem fairen Binnenmarkt nicht vereinbar.

Deutschland äußerte grundsätzlich Verständnis. Der freie Warenverkehr im Binnenmarkt sei ein hohes Gut, das nicht gefährdet werden dürfe. Das geltende Wettbewerbs- und Verbraucherschutzrecht biete aus deutscher Sicht eine ausreichende Grundlage für den Handel in der EU. Mit unterschiedlichen Produktzusammensetzungen würden die Hersteller unter anderem den unterschiedlichen Verbraucherwünschen Rechnung tragen. Wichtig sei, dass die lebensmittelrechtlichen Vorschriften eingehalten würden.

Kommissarin Jourová wies darauf hin, dass es keine "Verbraucher zweiter Klasse" geben dürfe. Die Kommission werde selbst Studien durchführen und ein hochrangiges Forum mit der Frage der Doppelqualität von Lebensmitteln befassen. Zudem werde die Kommission die Problematik mit Erzeugern und Einzelhändlern diskutieren.

AU-EU-Agrarministerkonferenz

Kommissar Hogan berichtete über die im Vorfeld des EU-Afrika-Gipfels (November 2017) stattgefundene Konferenz am 2. Juli 2017 in Rom.

Deutschland begrüßte – wie einige andere Mitgliedstaaten – das Ergebnis der Konferenz. Damit sei der Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft, insbesondere mit Blick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Sicherung der Ernährung einer wachsenden afrikanischen Bevölkerung, große Bedeutung beigemessen worden. Der Agrarsektor müsse auch im Hinblick auf Jugendbeschäftigung, Ausbildung, Investitionen und Handel in die EU-Afrika-Partnerschaft integriert werden.

Afrikanische Schweinepest

Kommissar Andriukaitis unterrichtete den Rat über den Sachstand der Afrikanischen Schweinepest und ging insbesondere auf einen neuen Ausbruch in der Tschechischen Republik ein. Man gehe derzeit davon aus, dass menschliche Aktivitäten beim Einschleppen der Krankheit in die Tschechische Republik eine Schlüsselrolle gespielt hätten. Der Kommissar mahnte, dass die EU-Strategie eingehalten werden müsse.

Die Mitgliedstaaten drückten ihre Besorgnis aus und informierten den Rat über Maßnahmen zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung sowie über Präventivmaßnahmen. Einige Mitgliedstaaten forderten mehr finanzielle Unterstützung von der Kommission.

Obligatorische Herkunftskennzeichnung

Auf Antrag von Belgien befasste sich der Rat mit den Auswirkungen nationaler Regelungen zur obligatorischen Angabe des Ursprungslandes im Milch- und Fleischbereich.

Die belgische Delegation wies auf die Umsatzeinbußen hin, die mit derartigen nationalen Regelungen einhergingen und befürchtete eine Störung des Binnenmarktes. Sie bat die Kommission, zur nationalen Regelung in Frankreich bereits Ende 2017/ Anfang 2018 einen Zwischenbericht vorzulegen. Eine Reihe von Mitgliedstaaten sprach sich gegen eine frühere Folgenabschätzung aus.

Deutschland unterstützte – wie auch weitere Mitgliedstaaten – das belgische Anliegen. Andere dagegen befürworteten eine Ausweitung der obligatorischen Kennzeichnung.

Die Kommission verwies darauf, dass die Pilotprojekte zeitlich befristet sind. Aus Sicht der Kommission sei die Kombination aus verpflichtender und freiwilliger Kennzeichnung der richtige Weg.

Symposium zur Zukunft der Lebensmittel in der EU

Die maltesische Delegation berichtete stellvertretend über das vom früheren Präsidentschaftstrio (Malta – Slowakei – Niederlande) und der Kommission am 27. Juni 2017 in Brüssel ausgerichtete Symposium zur Zukunft der Lebensmittel in der EU.

Kommissar Andriukaitis hob hervor, dass das Symposium gezeigt habe, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen der EU sei. Benötigt werde eine wissenschaftlich fundierte Lebensmittelpolitik. Er begrüßte in diesem Zusammenhang die Studie der gemeinsamen Forschungsstelle (JRC), die künftige Herausforderungen an das Ernährungssystem identifiziere und Perspektiven aufzeige.

Internationale Ministerkonferenz zum Thema "GVO-freie Landwirtschaft"

Zur Kenntnis nahm der Rat die Information der österreichischen Delegation über die vom 9. bis 10. Mai 2017 in Wien veranstaltete internationale Ministerkonferenz. Die Initiative für die Konferenz sei vor dem Hintergrund des in Österreich und Ungarn bestehenden Verbraucherwunsches nach einer GVO-freien Landwirtschaft und der verstärkten Nachfrage nach GVO-freien Lebensmitteln entstanden.

Ungarn verwies auf die "Europa-Soja-Erklärung", die am Rande des Rates von 13 Mitgliedstaaten (darunter auch Deutschland) unterzeichnet wurde.

Dürre in Portugal, Spanien und Belgien

Die portugiesische, spanische und belgische Delegation unterrichteten den Rat über die extreme Trockenheit der letzten Monate und die erwarteten Auswirkungen auf Erntemengen und Kostensituation sowie in Form von Liquiditätsengpässen bei den Landwirten. Sie forderten die Kommission auf, den Mitgliedstaaten die Auszahlung erhöhter Vorschüsse auf die Direktzahlungen zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte den Landwirten gestattet werden können, dem Greening unterliegende Brachflächen als Futterflächen zu nutzen.

Kommissar Hogan äußerte Verständnis und verwies darauf, dass die Kommission im zuständigen Komitologieausschuss die erhöhten Vorschüsse sowie die Futternutzung von Brachflächen genehmigen werde. Die Kommission werde diese Möglichkeiten auf Antrag auch weiteren betroffenen Mitgliedstaaten einräumen.

Handel mit Agrarland in der EU

Die polnische Delegation informierte den Rat über die negativen Folgen der Konzentration von Ackerflächen und forderte die Generaldirektion AGRI auf, sich mit der Thematik zu befassen.

Deutschland – wie auch eine Reihe anderer Mitgliedstaaten – unterstützte das polnische Anliegen.

Kommissar Hogan wies auf die rechtlichen Möglichkeiten der Mitgliedstaaten hin, verhältnismäßige, diskriminierungsfreie Einschränkungen des Handels mit Agrarland vornehmen zu können. Die Kommission halte einen aus Austausch der Mitgliedstaaten über bewährte Praktiken für sinnvoll.

Stand:
26.07.17

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