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Positive Gesamtbewertung: „Fortschrittsbericht Nationale Politikstrategie Bioökonomie“

Heute hat das Bundeskabinett den „Fortschrittsbericht zur Nationalen Politikstrategie Bioökonomie“ beschlossen. Der Bericht belegt die Erfolge auf dem Weg zu einer stärker biobasierten Wirtschaft – also einer Bioökonomie. Die Ergebnisse zeigen aber auch: Es muss weitergehen.

Drei Jahre nach dem Kabinettbeschluss über die Nationale Politikstrategie Bioökonomie liegt der Fortschrittsbericht dazu vor. Eine interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) hat darin den Umsetzungsstand beurteilt. Sie kommt zu einer positiven Gesamtbewertung:

  • Deutschland ist auf einem guten Weg, die Wirtschaft in Richtung einer nachhaltigen Bioökonomie zu gestalten. Die Ziele und Leitgedanken der Nationalen Politikstrategie Bioökonomie haben Eingang in die Politiken der Bundesressorts gefunden.
  • Die Konzeption vieler Förderprogramme, internationaler Abkommen, nationaler und internationaler Fachkonferenzen sowie zahlreiche nationale und internationale Maßnahmen der Ressorts entsprachen den Zielen der Politikstrategie.
  • Dies spiegelt auch die Liste zum Umsetzungsstand der über 70 in der Strategie benannten Einzelmaßnahmen wider, die dem Fortschrittsbericht angehängt ist (Übersicht Einzelmaßnahmen Bioökonomie).
  • Dennoch bleiben Herausforderungen für die Zukunft: Die Bioökonomie muss weiterhin konsequent nachhaltig gestaltet werden. Und: Sie muss im Alltag der Wirtschaft und Bürger ankommen. Voraussetzung ist die Bereitschaft von Unternehmen und Konsumenten, biobasierte Produkte zu erzeugen und zu nutzen.

Auswahl von Einzelmaßnahmen des BMEL im Bereich Bioökonomie

  • Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe: Forschung und Entwicklung zu nachwachsenden Rohstoffen fördern - das ist der Kern des seit Mai 2015 geltenden Förderprogramms des BMEL. Damit sollen neue Chancen und Perspektiven für den Industriestandort Deutschland und für ländliche Räume eröffnet werden. Ein Ziel ist es, die Erforschung und Entwicklung von innovativen, international wettbewerbsfähigen biobasierten Produkten sowie von neuen Verfahren und Technologien zu deren Herstellung zu unterstützen. Auch Konzepte, die die Nachhaltigkeit der biobasierten Wirtschaft verbessern und die gesellschaftlichen Erwartungen berücksichtigen, können unterstützt werden.
  • Förderung und Wissenstransfer im Bereich innovativer Holzprodukte: Das BMEL veranstaltete die Tagung „Stoffliche Nutzung von Laubholz – Herausforderung für eine zukunftsfähige Holzverwendung“. Die dort vorgestellten Forschungsansätze wurden vom BMEL und im Rahmen des Waldklimafonds durch BMUB und BMEL gefördert. Und: Sie sind auf dem Markt erfolgreich:

    • mehrgeschossiger Holzbau kommt groß heraus: Projekte mit bis zu 10 Stockwerken sind in Deutschland in der Realisierungsphase
    • energetische Holznutzung wurde weiterentwickelt und ermöglicht rohstoffeffiziente Verbrennungstechnik und Schadstoffemissionen zu reduzieren
    • emissionsarme Holzwerkstoffe sind v.a. für das Bauwesen (z.B. Holz-Hybridwerkstoffe, Leichtbauplatten, Klebstoffchemie) im Einsatz.
  • Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung: Wie können Länder eine nachhaltige Bioökonomiestrategie entwickeln? Dazu soll die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ihre Mitgliedsländer zukünftig beraten. Im Rahmen des bilateralen Treuhandfonds unterstützt das BMEL die FAO dabei, die dafür notwendige Expertise aufzubauen. In einem ersten Vorhaben wurden weltweit bereits ca. 35 existierende nationale Bioökonomiekonzepte, -programme und -strategien ausgewertet. Es galt einen Analyserahmen zu entwickeln, der die notwendigen (agrar-) wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Faktoren nachhaltiger Bioökonomiestrategien enthält. Anschließend ist in einem zweiten Vorhaben vorgesehen, einen Leitfaden zur Bioökonomie auszuarbeiten. Mit diesem sollen die FAO-Mitgliedsländer in die Lage versetzt werden, ihre Bioökonomiepotentiale abzuschätzen und regional angepasste, nationale Bioökonomiestrategien und -konzepte zu entwickeln und zu implementieren.
  • Bodenforschung und Bodenfruchtbarkeit erhöhen: Das BMEL verstärkt die Bodenforschung. Ziel ist, die Bodenfruchtbarkeit als Grundlage für hochwertige Nahrungsmittel, Futtermittel und nachwachsender Rohstoffe zu verbessern bzw. zu erhalten. Zugleich sind die Umweltrisiken zu reduzieren. Zu den Einzelaspekten zählen, technische Verfahren zur Verminderung von Bodenschadverdichtungen und Bodenerosion zu verbessern, die Effizienz der Düngung zu erhöhen (Verminderung von Auswaschungen/Abträgen, bodenbürtigen Treibhausgasemissionen und Nährstofffestlegungen) sowie ausreichende Humusvorräte sicherzustellen und die Bodenzustandsveränderungen zu überwachen.
  • Aufbau eines Monitorings der Bioökonomie: Strategische Entscheidungen bedürfen einer guten Datengrundlage. Daher startete 2016 die dreijährige Pilotphase, um ein Monitoring der Bioökonomie zu entwickeln und aufzubauen. Dies ist ein Großvorhaben in Bezug auf eine ganzheitliche, fachliche und institutionelle Umsetzung. Daher arbeitet eine interministerielle Arbeitsgruppe aus drei Ministerien gemeinschaftlich zur Bioökonomie: Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) konzentriert sich im Rahmen des Monitorings auf die biogenen Rohstoffströme – also auf die Frage, wo unterschiedliche Arten von Biomasse, biologische Nebenerzeugnisse und Reststoffe erzeugt werden und verbleiben. Das BMEL fördert eine Studie, bei der volkswirtschaftliche Kennzahlen analysiert und dabei v.a. forschungsintensive und innovationsstarke Bereiche berücksichtigt werden sollen. Das Bundesforschungsministerium beabsichtigt eine Studie zu fördern, in der die systemischen Zusammenhänge, also direkte und indirekte Effekte der Bioökonomie auf biologische Kreisläufe, Ökosysteme, Klima und gesellschaftliche Entwicklungen untersucht werden sollen.
  • Weitere Projekte und Förderprogramme des BMEL sind das "Programm zur Innovationsförderung“ zur Entwicklung innovativer, international wettbewerbsfähiger Produkte, Verfahren und Leistungen auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Auch die BMEL-Initiative „Zu gut für die Tonne“ gegen Lebensmittelverschwendung, die Optimierung der Haltungsbedingungen in der Nutztierhaltung und die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik auf EU- Ebene sind Maßnahmen der Bioökonomie, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit nachwachsenden - tierischen wie pflanzlichen - Rohstoffen führen sollen.

Hintergrund: Politikstrategie Bioökonomie

Mit der Politikstrategie Bioökonomie unterstützt die Bundesregierung den Wandel zu einer rohstoffeffizienten Wirtschaft, die nicht auf fossilen, sondern vermehrt auf nachwachsenden Ressourcen basiert. Das Bundeskabinett hatte am 17. Juli 2013 die „Nationale Politikstrategie Bioökonomie“ beschlossen.

Sie beinhaltet den Handlungsbedarf, die strategischen Ansätze und die Maßnahmen auf dem Weg zu einer biobasierten Wirtschaft. Ziel war und ist es, die Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale der Bioökonomie in Deutschland im Rahmen eines nachhaltigen Wirtschaftens zu nutzen. Es gilt, die Erzeugung und Verarbeitung nachwachsender Ressourcen mit der Sicherung der Ernährung sowie dem Schutz der Umwelt, des Klimas und der Biodiversität zu verbinden. Bioökonomie betrifft verschiedene Fachpolitiken wie die Industrie- und Energiepolitik, die Agrar-, Forst- und Fischereipolitik, die Klima- und Umweltpolitik sowie die Forschungs- und Entwicklungspolitik.

Um die Umsetzung der Strategie zu begleiten, hat die Bundesregierung unter Federführung des BMEL und unter Beteiligung von AA, BMF, BMBF, BMZ, BMUB, BMVI, BMWi und BKAmt eine interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) eingesetzt. Gemeinsam erarbeitete sie den Fortschrittsbericht zum Umsetzungsstand der Bioökonomie in Deutschland. Dieser ist ein Überprüfungsmechanismus, den die Politikstrategie Bioökonomie bereits als Maßnahme vorgesehen hat.

Stand:
31.08.16

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Aus unserem Alltag sind Produkte aus fossilen Rohstoffen nicht wegzudenken. Umso größer ist die Herausforderung, die sich mit dem notwendigen Wandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft stellt. Interaktiv können hier die Wege der biobasierten Wirtschaft entdeckt werden - wie aus Holz biobasierte Produkte entstehen, wie Kohlenstoff ideal genutzt werden kann oder warum Erdöl in der Industrie immer wichtiger wurde. Im interaktiven Quiz kann das biobasierte Wissen getestet werden.

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Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Cover der Broschüre Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Die Broschüre "Neue Produkte: Aus Natur gemacht - Nachwachsende Rohstoffe im Alltag" zeigt neue Wege und Alternativen durch nachwachsende Rohstoffe und biobasierte Produkte auf - zuhause, unterwegs, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit.

Die Broschüre ist nur im Download zum Ausdrucken verfügbar!

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Themendienst Biobasierte Wirtschaft
Schwerpunkt: 
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Film: "Neue Produkte: Aus Natur gemacht – Aus Pflanzen wird Plastik"

Video biobasierte Wirtschaft: der Moderator steht vor einer Maschine

Knapp neun Millionen Tonnen Kunststoffe werden jährlich in Deutschland verbraucht – umgerechnet 110 Kilogramm pro Bundesbürger. Rund ein Drittel davon entfällt auf Verpackungen wie Folien, Tragetaschen und Becher im Haushalt. Die gesamte erzeugte Abfallmenge würde 360.000 Müllfahrzeuge füllen. Heute besteht lediglich ein Prozent der Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Potenzial ist weitaus größer: Bei Verpackungen und Einweggeschirr, aber auch bei Spielzeug, Sportartikeln oder Gehäusen für Elektrogeräte lassen sich herkömmliche Kunststoffe durch biobasierte Kunststoffe ersetzen. Wie aus Pflanzen Plastik wird, zeigt dieser Film.

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