BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Landwirtschaftliche Krankenversicherung

Die Krankenversicherung der Landwirte wird von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) durchgeführt. Sie besteht seit 1972 für bäuerliche Familien. Die Rechtsgrundlage dafür bildet das Zweite Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte (KVLG 1989).

Die landwirtschaftliche Krankenversicherung hat nicht nur ein Mehr an sozialer Sicherheit gebracht. Auch das finanzielle Risiko der landwirtschaftlichen Betriebe wurde verringert, denn früher konnte eine ernsthafte Erkrankung eines Familienmitgliedes schnell die Existenz des landwirtschaftlichen Unternehmens aufs Spiel setzen.

Wer ist versichert?

Den größten Anteil der Mitglieder der landwirtschaftlichen Krankenversicherung bilden hauptberufliche Landwirte, ihre mitarbeitenden Familienangehörigen und Bezieher einer Rente aus der Alterssicherung der Landwirte.

Die in der allgemeinen Krankenversicherung geltende freie Wahl der Krankenkasse gibt es für Mitglieder der SVLFG nicht, weil nur diese als berufsständische Krankenkasse Leistungen anbietet, die auf die besonderen Belange der Landwirtschaft zugeschnitten sind.

Auf welche Leistungen haben Versicherte Anspruch?

Der Leistungskatalog der SVLFG unterscheidet sich grundsätzlich nicht von dem der allgemeinen gesetzlichen Krankenkassen, allerdings erhalten landwirtschaftliche Unternehmer im Krankheitsfall anstelle von Krankengeld unter bestimmten Voraussetzungen Betriebs- und Haushaltshilfe.

Wie sieht die Finanzierung aus?

Auch für die landwirtschaftliche Krankenversicherung gilt das Prinzip der solidarischen Finanzierung. Das heißt: Jeder soll entsprechend seiner wirtschaftlichen Leistungskraft zur Finanzierung der Ausgaben beitragen. Da das Einkommen von Landwirten nur schwer zu ermitteln ist, muss die SVLFG auf Ersatzmaßstäbe (Wirtschaftswert, Arbeitsbedarf oder anderer angemessener Maßstab, zum Beispiel Flächenwert) zurückgreifen. Nach diesen Kriterien bildet die SVLFG 20 Beitragsklassen und setzt für jede Beitragsklasse den zu zahlenden Beitrag fest. Diese Festsetzung geschieht nicht durch Parlament oder Regierung, sondern durch die Selbstverwaltung, also durch die berufsständischen Vertreter der Mitglieder. Der Gesetzgeber gibt für die Beitragsgestaltung lediglich einen Rahmen vor. Der Beitrag der höchsten Beitragsklasse muss mindestens das Sechsfache des niedrigsten Beitrags für einen Landwirt betragen. Ferner muss der Beitrag der höchsten Beitragsklasse mindestens 90 Prozent des so genannten Vergleichsbeitrages erreichen. Der Vergleichsbeitrag wird aus dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag ermittelt.

Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft nimmt in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den aktiven Mitgliedern wesentlich schneller zu als in der allgemeinen Krankenversicherung. Es war daher schon bei Einführung der landwirtschaftlichen Krankenversicherung nicht vertretbar, die bäuerlichen Familien mit den Gesundheitskosten für die weiter zunehmende Zahl der Rentner zu belasten. Da die Bewältigung der finanziellen Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, übernimmt deshalb der Bund weitestgehend den Teil der Gesundheitskosten der Rentner, der nicht durch deren Beiträge gedeckt ist.

Die aktiven Mitglieder der SVLFG tragen durch die Übernahme der Verwaltungskosten für die Krankenversicherung der Rentner bzw. Altenteiler sowie durch einen Anteil ihres Beitragsaufkommens (Solidarzuschlag im Jahr 2016 von ca. 79,66 Millionen Euro) zur Finanzierung der Ausgaben für die ältere Generation bei. Damit wird gewährleistet, dass sich die aktiven Mitglieder der landwirtschaftlichen Krankenversicherung in etwa im gleichen Umfang an den Ausgaben für die nicht mehr aktiven Mitglieder beteiligen wie jene in der allgemeinen gesetzlichen Krankenversicherung. Nur für die darüber hinaus gehenden Ausgaben kommt der Bund auf. Diese Bundesmittel haben vorrangig die Aufgabe, die strukturwandelbedingten Belastungen der Versicherten in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung abzumildern.

Bundeseinheitlicher Beitragsmaßstab

Durch das Gesetz zur Neuordnung der Organisation der landwirtschaftlichen Sozialversicherung (LSV-NOG) wurde zum 1. Januar 2013 die SVLFG als ein Bundesträger für die gesamte landwirtschaftliche Sozialversicherung geschaffen. Der Zusammenschluss der bisherigen Träger der landwirtschaftlichen Sozialversicherung und deren Spitzenverband hatte nicht nur organisatorische Veränderungen zur Folge.

Aufgrund der regionalen Zuständigkeiten der Träger der landwirtschaftlichen Sozialversicherung bestanden gravierende Belastungsunterschiede für gleich strukturierte Betriebe. Dies führte zu spürbaren Wettbewerbsverzerrungen. Mit der Errichtung des Bundesträgers wurde die Möglichkeit geschaffen, diese Wettbewerbsverzerrungen durch bundesweit einheitliche Beiträge abzubauen und damit für eine überregionale Betragsgerechtigkeit zu sorgen. Für die künftige Beitragshöhe ist damit allein die Betriebsstruktur und nicht mehr der Betriebssitz entscheidend.

Seit Januar 2014 werden die Beiträge erstmals bundeseinheitlich nach einem sogenannten "korrigierten Flächenwert" berechnet werden. Dieser setzt sich aus dem Flächenwert und dem Beziehungswert der Arbeitseinkommensverordnung Landwirtschaft (AELV) zusammen.

Zu Umstellung auf den neuen Maßstab wurde ein Übergangszeitraum von 2014 bis 2017 festgelegt. In diesem findet eine gleitende Anpassung der Beiträge an den neuen Maßstab statt. Erst ab dem Jahr 2018 ist der Beitrag ausschließlich nach dem neuen Beitragsmaßstab zu bezahlen.

In den Beitragsbescheiden werden alle Versicherten über ihren neuen Beitrag und die individuellen Angleichungssätze informiert. Die Anpassungsschritte des Beitrags in der Übergangszeit sind daher von Beginn an nachvollziehbar. Detaillierte Erläuterungen zum neuen Beitragsmaßstab in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung können auf der Internetseite der SVLFG unter "FAQ Beitragsrechnungen ab dem Jahr 2014" abgerufen werden.

Stand:
21.01.16

Wichtige Mitteilung

Der Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung

mehr lesen

Banner vom Bundespreis Zu gut für die Tonne 2017 - Bewerbungshinweis

Unternavigation aller Website-Bereiche