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Preisschwankungen (Volatilität) bei Agrarrohstoffen

Preisschwankungen und Preisspitzen auf den weltweiten Rohstoffmärkten sind in den vergangenen Jahren stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Extreme Preisvolatilität bedeutet Unsicherheit und finanzielle Risiken für alle Marktbeteiligten.

Insbesondere die Nahrungsmittelversorgung in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die auf Importe angewiesen sind, kann in Zeiten geringen Angebots und hoher Nachfrage durch extreme Preisausschläge massiv gefährdet werden.

Funktionierende Agrarterminmärkte sind sowohl für Verbraucher als auch für Produzenten immer wichtiger geworden. Sie ermöglichen die Absicherung gegen Preisschwankungen und geben Signale über die Erwartungen künftiger Preisentwicklungen. Eine Regulierung der Agrarterminmärkte darf diese Eigenschaften nicht untergraben. Daher werden folgende Ziele verfolgt:

  1. die Funktionsfähigkeit der Agrarterminmärkte zu stärken,
  2. Marktmissbrauch zu verhindern und
  3. Gefahren für die Welternährung durch mögliche Fehlentwicklungen an den Agrarterminmärkten zu vermeiden.

Ursachen der Preisvolatilität

Seit 2007 kam es auf den Märkten für Agrarrohstoffe zu extremen Preisschwankungen mit Aufwärtstrend, was vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern zum Teil gravierende Versorgungsprobleme auslöste. Hauptursachen waren Veränderungen bei fundamentalen Angebots- und Nachfragefaktoren. Dies betrifft etwa das Bevölkerungswachstum oder das geänderte Ernährungsverhalten - vor allem in den Schwellenländern - sowie den daraus resultierenden höheren Futtergetreide- und Lebensmittelverbrauch. Großen Einfluss auf die Preisentwicklung haben witterungsbedingte Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern, wie zur Ernte 2012 in den USA. Unterschiedlich bewertet wird, inwiefern Spekulationen durch Finanzinvestoren an Agrarterminmärkten für diese Entwicklung verantwortlich sind. Der Anteil der Investoren ohne geschäftlichen Bezug zu Agrarrohstoffen hat in der letzten Dekade deutlich zugenommen.

Konsequenzen von Preisvolatilität

Zunehmende Preisschwankungen bedeuten Unsicherheit und finanzielle Risiken für alle Marktbeteiligten. Betriebseigenes Risikomanagement gewinnt daher an Bedeutung. Die Etablierung von Warenterminbörsen auf den landwirtschaftlichen Märkten und deren Nutzung ist als ein wichtiges Instrument zur Preisabsicherung zu sehen, das aufgrund der genannten Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Preisvolatilität ist kein Problem, solange der Preis seiner zentralen Steuerungsfunktion nachkommt und durch Spekulation weder Missbrauch noch Manipulation der Preise erfolgen kann. Hierfür sind funktionierende Finanzmärkte eine Grundvoraussetzung. Es gilt, dies durch Setzung eines entsprechenden Rechtsrahmens und durch die Finanzaufsicht sicherzustellen.

Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte zur Risikoabsicherung stärken - Missbrauch verhindern

Die Finanzkrise hat die Risiken gezeigt, die auf nicht ausreichend regulierten Märkten bestehen. Möglichkeiten des Missbrauchs sind deshalb zu verhindern. Dies ist eine internationale Aufgabe. Vor diesem Hintergrund haben die G20 Staats- und Regierungschefs im November 2011 ihren Beschluss bekräftigt, auf den Finanzmärkten für Transparenz und angemessene Regulierung zu sorgen.

In der EU wurde eine Verordnung zum außerbörslichen Handel bereits beschlossen. Sie wird für Meldepflichten und die Hinterlegung von Sicherheiten im bisher kaum regulierten außerbörslichen Handel sorgen.

Darüber hinaus setzt die EU mit der Verabschiedung der neuen Finanzinstrumente-Richtlinie MiFID (Market in Financial Instruments Directive) im Sommer 2014 die Beschlüsse der G20 Staats- und Regierungschefs zu mehr Transparenz und angemessener Regulierung der Agrarterminmärkte um. Das BMEL begleitet aktiv die Ausgestaltung. Die Ausgestaltung der notwendigen Durchführungsbestimmungen durch die Kommission und die EU-Finanzmarktaufsichtsbehörde ESMA hat BMEL im Bereich der Agrarrohstoffe aktiv begleitet. Die Umsetzung erfolgt ab Januar 2018.

Stand:
24.07.17

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