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Internationale Zusammenarbeit

Die Bundesregierung hat bedeutende internationale Abkommen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt einschließlich der genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft unterzeichnet.

In seiner Agrobiodiversitäts-Strategie zielt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) darauf ab, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken und ein kooperatives, auf internationale Gerechtigkeit gerichtetes Management der Agrobiodiversität zu erreichen. Denn die Erhaltung und die innovative, nachhaltige Nutzung der Agrobiodiversität sind für die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft und somit auch für die Sicherung der Welternährung von grundlegender Bedeutung.

Commission on Genetic Resources for Food and Agriculture (CGRFA)

blühende Obstbäume Quelle: BLE / Thomas Stephan

Eine zentrale Rolle im internationalen Verhandlungs- und Koordinationsprozess zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Agrobiodiversität spielt die bereits 1983 geründete FAO-Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA). Die CGRFA ist zuständig für genetische Ressourcen der Nutzpflanzen, Nutztiere, Forstpflanzen, aquatische genetische Ressourcen, Mikroorganismen und Wirbellose sowie Querschnittsfragen wie beispielsweise Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Vorteilsausgleich, Biotechnologie zur Erhaltung und Nutzung der genetischen Ressourcen, Monitoring und Indikatoren, ökosystemare Ansätze.

Mit dem 2007 verabschiedeten und seither ständig angepassten mehrjährigen Arbeitsprogramm zur Agrobiodiversität hat die CGRFA Ziele und Meilensteine festgelegt. Das BMEL hat sein internationales Engagement zur Stärkung der Arbeit der CGRFA stetig verstärkt und beteiligt sich an der Durchführung des Arbeitsprogramms mit verschiedenen Projekten.

Internationaler Saatgutvertrag

Der im Jahr 2004 in Kraft getretene Internationale Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR) ist das erste rechtsverbindliche multilaterale Abkommen zur Umsetzung des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt.

Die Vertragsstaaten des ITPGR verpflichten sich, pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft langfristig zu erhalten und nachhaltig zu nutzen und dabei auf internationaler Ebene zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Zentrales Element des ITPGR ist das so genannte Multilaterale System, aus dem pflanzengenetische Ressourcen unter erleichterten Bedingungen mit Hilfe einer einheitlichen Vereinbarung für die Nutzung verfügbar gemacht werden. Damit wurde eine weltweite virtuelle Genbank geschaffen, die Forschern und Züchtern hilft, Nutzpflanzen an die sich immer schneller ändernden Umweltbedingungen anzupassen. Diese virtuelle Genbank enthält bereits über eine halbe Million Pflanzen und wächst beständig weiter. Allein Deutschland hat mehr als 100.000 gut dokumentierte Pflanzenmuster eingebracht.

Der Projektfonds des Internationalen Saatgutvertrags, der in über 30 Ländern weltweit aktiv ist, zielt darauf ab, die Vielfalt der Nutzpflanzen zu erhalten und für eine nachhaltige Ernährungssicherung in Zeiten des sich beschleunigenden Klimawandels bereitzustellen.

Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel in Rio 2012 hatte das BMEL Mittel in Höhe von knapp 500.000 US-Dollar zur Unterstützung des Projektfonds zugesagt. Am Rande des "Global Forum for Food and Agriculture" in Berlin 2014 gab der Sekretär des Vertrags, Dr. Shakeel Bhatti, bekannt, dass im Projektfonds des Vertrags für die dritte Ausschreibung 15 Millionen US-Dollar zur Verfügung stehen.

GENRES - Informationssystem Genetische Ressourcen: Internationale Zusammenarbeit bei pflanzengenetischen Ressourcen

Globaler Nutzpflanzenfonds (GTN)

Verschiedene Kartoffelsorten auf einem Tisch Der GTN hat die Aufgabe, die dauerhafte Erhaltung und Verfügbarkeit pflanzengenetischer Ressourcen sicherzustellen, wie z.B. verschiedene Kartoffelsorten, Quelle: GCDT

Der Globale Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt (GTN) ist Teil einer globalen Architektur zum Schutz der biologischen Vielfalt. Dazu zählen die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt, der globale Aktionsplan der FAO zur "Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft" und der "Internationale Saatgutvertrag" (ITPGR). Der Fonds sichert die Erhaltung und Verfügbarkeit pflanzengenetischer Ressourcen und betreibt unter anderem die Weltsaatgutbank auf Spitzbergen, in der aktuell 820.000 Muster aus aller Welt lagern.

Deutschland hat den Fonds seit seiner Gründung im Jahr 2004 unterstützt und bisher jenseits der aktuellen Projektförderung über sieben Millionen Euro zum Stiftungskapital beigesteuert. In den Jahren 2013 - 2015 unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Projektarbeit des seit Mai 2013 in Bonn ansässigen Fonds mit rund 650.000 Euro. Die Fördermittel des BMEL kommen zum einen dem weltweit bedeutendsten Pflanzenarchiv für Süßkartoffeln am Internationalen Kartoffelzentrum in Peru zugute.

Der andere Teil fließt in den Erhalt und den Ausbau der bedeutendsten Sammlung afrikanischer Futtermittelarten am Internationalen Institut für Nutztierforschung "International Livestock Research Institute" (ILRI) in Äthiopien. Die Sammlung umfasst 20.200 Sorten tropischer Futterpflanzen mit 1.900 Arten aus 400 Gattungen. Das ILRI engagiert sich für eine nachhaltige Nutztierhaltung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung in Afrika südlich der Sahara, Asien, Lateinamerika und der Karibik.

Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)

Die CBD hat das Ziel der Erhaltung und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt der Erde sowie des gerechten Vorteilsausgleichs aus der Nutzung der biologischen Vielfalt weltweit. Die CBD beinhaltet ein spezifisches Programm zur Agrobiodiversität. Innerhalb dieses Programms gibt es für Landwirtschaft und Ernährung wichtige themenübergreifende Initiativen, u.a. zur Vielfalt der Bestäuber, der Vielfalt im Boden und für die Ernährung.

Das Nagoya-Protokoll (PDF, 144 KB, nicht barrierefrei) das 2010 in Japan durch die Mitgliedstaaten der CBD beschlossen wurde, regelt den Zugang zu und die Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung von genetischen Ressourcen. Das Protokoll ist am 12. Oktober 2014 in Kraft getreten. Die weitere Ausgestaltung der Umsetzung des Protokolls wird dabei große Auswirkungen auch auf den Austausch der genetischen Ressourcen für Landwirtschaft und Ernährung haben und ist weiterhin Gegenstand intensiver Verhandlungen.

Das Protokoll sieht grundsätzlich vor, dass die Zugangs- und Vorteilsausgleichsbedingungen bilateral und von Fall zu Fall zwischen dem Ursprungsland der Ressource und dem Nutzer verhandelt werden sollen. Diese Art des bilateralen Austauschs ist aber für die Nutzung genetischer Ressourcen in der landwirtschaftlichen Forschung und Züchtung problematisch. Dadurch könnte der – auch im Hinblick auf den potentiellen Klimawandel - wichtige rege internationale Austausch und die Nutzung genetischer Ressourcen erschwert werden. Gerade dieser intensive Austausch genetischer Ressourcen ist ein wesentlicher Baustein für den notwendigen Züchtungsfortschritt und für die Anpassung landwirtschaftlich genutzter Tiere und Pflanzen an sich ändernde Umweltbedingungen.

Stand:
12.10.14

Zum Thema

Kurzfilme zur Biologischen Vielfalt

Bild eines Bauernhofes mit Fluß, Weide, Kuh und Huhn sowie einigen Icons, die die Filme starten (verweist auf: Kurzfilmreihe zu biologischer Vielfalt (Öffnet neues Fenster)) Viel. Vieler. Vielfalt! Entdecken Sie die Biologische Vielfalt in Landwirtschaft und Ernährung. , Quelle: BLE

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