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Landwirtschaft und Klimaschutz

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die deutschen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Um die Erreichung dieses Ziels abzusichern, hat die Bundesregierung im Dezember 2014 ein Aktionsprogramm beschlossen. Darin sind auch Maßnahmen zur Landwirtschaft enthalten.

So soll die Effizienz der Stickstoffdüngung verbessert, der Ökologische Landbau ausgeweitet, Grünland erhalten und Moorböden regeneriert werden. Aufbauend auf das Aktionsprogramm wurde seit Sommer 2015 ein nationaler Klimaschutzplan 2050 erarbeitet, der im November 2016 vom Bundeskabinett beschlossen worden ist. Der Plan beschreibt für alle Sektoren Leitbilder und strategische Pfade hin zu einer weitgehend Treibhausgas-neutralen Wirtschaft.

Emissionen aus der Landwirtschaft

Die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft bestehen aus Lachgas und Methan, die aus natürlichen Prozessen im Boden, bei der Verdauung in der Tierhaltung und der Lagerung von Mist und Gülle entstehen. Diese Gase sind deutlich klimawirksamer als Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt wird.

Grafik zur Einordnung des Ausstoß an Treibhausgasen in unterschiedlichen Branchen Im Vergleich: Treibhausgasausstoß unterschiedlicher Industriezweige, Quelle: BMEL/ Ole Häntzschel

Die Emissionen aus der Landwirtschaft entsprechen umgerechnet knapp 66,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr (Stand: 7.11.2016 für 2014), das sind ca. 7,5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Zu den genannten Emissionen werden oft noch die direkten Emissionen aus dem Energieverbrauch in der Landwirtschaft hinzugezählt, diese belaufen sich umgerechnet auf 5,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Damit liegt der gesamte Wert der Landwirtschaft inkl. Energieverbrauch für 2014 bei über 72 Millionen Tonnen Kohlendioxid, was knapp 8,2 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland ausmacht.

Fossile Energieträger werden zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt, wodurch die energiebedingten Treibhausgasemissionen ganz oder weitgehend vermieden werden können. Solche Substitutionsmöglichkeiten bestehen bei den Lachgas- und Methanemissionen aus der Landwirtschaft nicht. Diese Emissionen lassen sich jedoch durch effizientere Düngung, die Nutzung von Mist und Gülle in Biogasanlagen und verbesserte Fütterung, Tiergesundheit und Tierleistung reduzieren. Ganz vermeiden lassen sich die Emissionen aus der Landwirtschaft aber nicht.

Von 1990 bis 2014 sind die Treibhausgasemissionen im Sektor Landwirtschaft/Landnutzung von 90 Millionen Tonnen auf 72 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, also rund 20 Prozent zurückgegangen. Das BMEL fördert Projekte und Forschung, um Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft weiter zu reduzieren. Der Klimaschutzplan 2050 sieht vor, dass die Landwirtschaft 2030 nur noch 61 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente ausstoßen soll, also 32,5 Prozent weniger im Vergleich zu 1990.

Speicherung und Emissionen aus der landwirtschaftlichen Landnutzung

Durch den Aufbau organischer Substanz im Boden wird der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen. Man spricht dann von einer Senke - also einem Speicher - für Treibhausgase. Beim Abbau organischer Substanz wird Kohlendioxid wieder freigesetzt, der Boden wird zur Emissionsquelle.

In Deutschland emittieren landwirtschaftlich genutzte Böden rund 37,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Hauptgründe dafür sind die Umwandlung von Grünland in Ackerland sowie die landwirtschaftliche Nutzung entwässerter Moorböden und die damit einhergehende Torfzersetzung. Um diese Emissionen zu reduzieren, wird das Grünland im Rahmen der EU-Agrarpolitik seit dem Jahr 2015 besser geschützt, und in vielen Bundesländern werden Moorschutzprogramme umgesetzt.

Verbraucherverhalten

Die Höhe der Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft und Ernährung wird nicht zuletzt durch unser Konsumverhalten bestimmt. Eine bewusste, gesunde und ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -abfällen können ganz erheblich zum Klimaschutz im Agrar- und Ernährungsbereich beitragen.

Etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr in Deutschland im Müll. Das entspricht 275.000 voll beladenen Lastwagen. Zwei Drittel davon könnten vermieden werden. Die Kampagne "Zu gut für die Tonne" soll dazu beitragen, Lebensmittelverluste zu vermindern.

Nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft

Die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Landwirtschaft in Form von Biokraftstoffen oder Biogas ersetzt fossile Energieträger. Den vermiedenen Emissionen aus der Nutzung fossiler Energie stehen Emissionen aus der Produktion der Bioenergieträger gegenüber. Durch den Einsatz von Bioenergie aus landwirtschaftlich erzeugten, nachwachsenden Rohstoffen werden - unter Berücksichtigung der Emissionen aus der Bioenergieproduktion - in Deutschland netto über 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart.

Für die Klimaschutzwirkung ist es wichtig, eine nachhaltige und emissionsarme Produktion der Energiepflanzen sicherzustellen. Insbesondere muss vermieden werden, dass es durch die Bioenergienutzung zu erhöhten Emissionen aus Landnutzungsänderungen kommt, etwa einer Umwandlung von Grünland in Ackerland oder der Rodung von Tropenwäldern.

Stand:
28.11.16

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