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Eine Zukunftsstrategie für den ökologischen Landbau

Bei der Kick-Off-Veranstaltung im BMEL in Berlin hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 19. Mai 2015 den offiziellen Startschuss für die Entwicklung der "Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau" gegeben.

"Die Öko-Landwirtschaft leistet schon heute einen entscheidenden Beitrag zu unserer Ernährung! Ihr Potenzial will ich voll auszuschöpfen!", unterstrich Schmidt. "Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es gemeinsamer Anstrengung und einer durchdachten Strategie. Dazu wollen wir bei der Kick-Off-Veranstaltung den Anstoß geben."

Gemeinsam mit Vertretern der ökologischen Lebensmittelwirtschaft und unter Einbeziehung der Länder, der relevanten Verbände und der Wissenschaft will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in diesem Strategieprozess Konzepte und Empfehlungen für zentrale Handlungsfelder ausarbeiten und bis Ende 2016 eine entsprechende Zukunftsstrategie vorlegen.

Logo: Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland Die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau ist ein Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, Quelle: Bundesregierung

Ziele

Ziel der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau ist es, dazu beizutragen, den ökologischen Landbau in Deutschland zu stärken und den Flächenanteil der ökologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche auszuweiten. In dem Strategieprozess sollen daher auch die politischen Rahmenbedingungen analysiert und Strategien zur Verbesserung der relativen Vorzüglichkeit besonders nachhaltiger Produktionsverfahren wie dem Ökolandbau entwickelt werden. Die Stärkung des regionalen Ökoangebots soll insbesondere auch kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Unternehmen eine Entwicklungsperspektive für die Zukunft ihrer Betriebe eröffnen.

Ausgangslage

Deutschland ist mit fast 8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2014 der größte Markt für Bio-Lebensmittel in Europa. Das Marktvolumen von Ökoprodukten konnte in den vergangenen 20 Jahren im Vergleich zum gesamten Lebensmittelmarkt mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten ausgeweitet werden. Trotz erheblicher Fördermittel von EU, Bund und Ländern konnten die deutschen Erzeuger an diesem Boom jedoch nicht in gleichem Maße teilhaben.

So hat sich das Wachstum der ökologischen Produktion in den letzten Jahren trotz relativ günstiger Marktbedingungen deutlich abgeschwächt. Während der Umsatz mit Ökoprodukten seit 2011 jährlich zwischen fünf und neun Prozent zulegte, betrug der Flächenzuwachs in den letzten vier Jahren nur noch ein bis drei Prozent.

"Unser Ziel ist es, die heimische Landwirtschaft in die Lage zu versetzen, dieses Potenzial auszuschöpfen. Nicht nur aus wirtschaftlichem Interesse, sondern vor allem auch im Interesse eines nachhaltigen Umgangs mit unseren Ressourcen", betonte Schmidt vor diesem Hintergrund. "Die Biobranche ist der Politik wichtig! Genau wie die konventionelle Landwirtschaft. Wir wollen hier kein Gegeneinander, sondern einen Wettbewerb der Alternativen."

Vorgehensweise

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es keine zentrale Stellschraube für mehr Wachstum im deutschen Ökolandbau gibt. Angesichts der komplexen Wirkungszusammenhänge bedarf es der Verknüpfung zentraler Handlungsfelder im Rahmen einer kohärenten Gesamtstrategie.

Die Auswahl dieser Handlungsfelder soll pragmatisch an der Leitfrage "Was kann insbesondere auf nationaler Ebene getan werden?" ausgerichtet werden, ohne andere Ansätze auszublenden. Im Vordergrund sollen Vorschläge stehen, die zu mehr Wachstum im ökologischen Landbau führen und die Nachhaltigkeitsleistungen des ökologischen Landbaus verbessern.

Die in der Zukunftsstrategie erarbeiteten konkreten, operativen Handlungskonzepte werden letztlich in eine "Road Map" mit Vorschlägen für konkrete Arbeits- und Umsetzungsschritte überführt. Da die Zukunftsstrategie als modularer Ansatz angelegt ist, können gegebenenfalls auf der Grundlage von Zwischenergebnissen bestimmte Empfehlungen auch schon vor Abschluss des gesamten Strategieprozesses umgesetzt werden.

Durchführung

Mit der Koordinierung und Durchführung des Strategieprozesses hat das BMEL das Thünen-Institut beauftragt. Dies umfasst insbesondere die Steuerung der verschiedenen Arbeitsschritte, die Moderation der Diskussionsprozesse sowie die Zusammenführung der Beratungsergebnisse von Arbeitsgruppen zu Empfehlungen für Handlungskonzepte und deren Abstimmung mit den beteiligten Akteuren.

Die Erarbeitung der Handlungskonzepte erfolgt in enger Abstimmung mit einem Begleitkreis, der in seiner personellen Zusammensetzung dem Begleitausschusses für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) entspricht. Aufgabe des Begleitkreises ist es, Zwischenergebnisse zu kommentieren, Anregungen zum weiteren Prozessverlauf zu geben, sowie die Expertise der Branche und ihre Perspektiven einzubringen.

Stand:
06.08.15

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