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Nationales Kompetenzzentrum für nachhaltigen Konsum eröffnet

Der Start des Nationalen Kompetenzzentrums für nachhaltigen Konsum wurde am 23. März 2017 im Rahmen der Konferenz "Umsetzung nachhaltiger Konsum in Deutschland" bekannt gegeben. Die Aufgabe des Kompetenzzentrums ist es, das gesellschaftliche Engagement für nachhaltigen Konsum zu stärken sowie einen fachlichen Austausch zwischen allen Akteuren zu fördern.

Das Kompetenzzentrum wird beim Umweltbundesamt eingerichtet. Für den Themenbereich Ernährung und Landwirtschaft übernimmt die Bundesanstalt für Ernährung (BLE) die Federführung.

Zur Eröffnung betonte die Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundeslandwirtschaftsminister, Dr. Maria Flachsbarth: "Wir alle essen gut und gerne. Wir verbinden mit Essen Familie, Heimat und Wohlbefinden. Mit dem, was und wie wir essen, beeinflussen wir täglich unsere Gesundheit. Unser Verhalten wirkt sich aber auch aus auf Umwelt, Klima, Ressourcenverbrauch und Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelkette. Hierzu wünschen sich viele Menschen mehr und unabhängige Informationen. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir heute für das Kompetenzzentrum den Startknopf drücken. Damit haben wir in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zu Ernährung und nachhaltiger Erzeugung von Lebensmitteln."

Das nationale Kompetenzzentrum soll eingerichtet werden, um das nationale Programm für nachhaltigen Konsum unter Einbeziehung aller Bundesressorts zu koordinieren und effizient umzusetzen.

Nationales Programm für nachhaltigen Konsum

Im Februar 2016 hat die Bundesregierung das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) beschlossen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesverbraucherministerium (BMJV) haben eine gemeinsame Federführung für das Programm und dessen Umsetzung.

Das Programm stellt einen wichtigen Schritt für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDG 12 - nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen) dar. Es soll den nachhaltigen Konsum von der Nische in den Mainstream heben und die Konsumkompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher steigern. Gleichzeitig soll die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am nachhaltigen Konsum gewährleistet werden. Das Programm adressiert die sechs Konsumbereiche, in denen sich das größte Potenzial befindet: Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit. Darüber hinaus werden auch übergreifende Handlungsfelder adressiert, u.a. Bildung, Verbraucherinformationen und Forschung.

Das Programm sieht neben der Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums auch den Aufbau eines „Netzwerks Nachhaltiger Konsum“ als Multi-Stakeholder-Plattform vor. Dieses Netzwerk haben BMUB, BMEL und BMJV bereits am 27.01.2017 initiiert. Der weitere Aufbau und die Koordination des Netzwerks ist Aufgabe des Kompetenzzentrums für nachhaltigen Konsum.

Ausgewählte Maßnahmen des BMEL zur Förderung des nachhaltigen Konsums

  • Wertschätzung von Lebensmitteln – Initiative „Zu gut für die Tonne“
    Das BMEL hat im März 2012 die Initiative Zu gut für die Tonne! gestartet. Die Initiative verfolgt das Ziel, auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und gleichzeitig einen Beitrag dazu zu leisten, weniger Lebensmittel zu vernichten. Durch gezielte Information der Öffentlichkeit soll das Bewusstsein für die Wertschätzung unserer Lebensmittel geschärft werden.
  • Förderung der ökologischen Lebensmittelwirtschaft in Deutschland
    Der ökologische Landbau wird vor allem über die Flächenprämien in den ländlichen Entwicklungsprogrammen der Länder und mit dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Darüber hinaus können ökologisch wirtschaftende Betriebe auch andere Fördermaßnahmen wie Agrarinvestitionsförderung beantragen oder an der Förderung der Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen teilhaben.
    Am 15. Februar 2017 stellte Bundesminister Schmidt die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) der Öffentlichkeit vor. Ziel der Strategie ist die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Fläche auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die ZöL benennt 24 Maßnahmenkonzepte um dieses Ziel mittelfristig zu erreichen. Einige Maßnahmenkonzepte adressieren explizit den Konsum in der Außerhausverpflegung.
  • Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
    Das BÖLN hat sich zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft und andere Formen nachhaltiger Landbewirtschaftung in Deutschland zu verbessern und die Voraussetzungen für ein gleichgewichtiges Wachstum von Angebot und Nachfrage zu erzielen.
    Mit dieser Zielrichtung werden unterschiedliche Maßnahmen für alle Teile der Produktionskette einbezogen: von der landwirtschaftlichen Produktion über Erfassung und Verarbeitung, Handel, Vermarktung bis hin zum Verbraucher.
  • Eiweißpflanzenstrategie
    Die Eiweißpflanzenstrategie fördert den Anbau von Leguminosen (z.B. Forschungsvorhaben sowie Demonstrationsnetzwerke für Sojabohnen, Lupinen sowie Ackerbohnen und Futtererbsen). Leguminosen tragen zur Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes, der Bodenfruchtbarkeit, der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften und des Ressourcenschutzes bei, indem sie z.B. den Verbrauch an mineralischen Stickstoffdüngern verringern.

  • Forum Nachhaltiges Palmöl
    Das seit 2013 existierende Forum Nachhaltiges Palmöl ist ein Zusammenschluss von derzeit 44 Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen, mit dem Ziel, den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls in Deutschland schnell auf hundert Prozent zu steigern. Gleichzeitig sollen existierende Standards und Zertifizierungen verbessert werden. Das BMEL setzt auf verbindliche freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen zur Förderung der nachhaltigen Produktion und Nutzung von Palmöl und unterstützt das FONAP. Derzeit liegt der Anteil an zertifiziertem Palmöl in Deutschland (ohne energetische Nutzung) bei knapp 50 Prozent.

  • Forum Nachhaltiger Kakao
    Das Forum Nachhaltiger Kakao verbindet soziale und ökologische Verantwortung mit ökonomischen Interessen. Gleichzeitig bietet es eine Plattform für den gegenseitigen Austausch und eine neue Form des Dialogs. Der Erfolg des Forums ist auch hierzulande messbar: Bereits jetzt liegt der Anteil an nachhaltig produziertem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren bei 39 Prozent, bei den Mitgliedern des Forum Nachhaltiger Kakao sogar bei 49 Prozent. Bis zum Jahr 2020 streben die Mitglieder des Forums Nachhaltiger Kakao eine Steigerung dieses Anteils auf mindestens 50 Prozent an.
Stand:
23.03.17

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