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Nachwachsende Rohstoffe: gestern, heute und morgen

Bevor die Menschheit fossile Rohstoffe entdeckte, dienten nachwachsende Rohstoffe Jahrtausende lang zum Heizen, als Baumaterial oder zum Herstellen und Färben von Textilien. Erst im Zuge der Industrialisierung und mit dem Aufkommen der chemischen Industrie wurden sie weitgehend durch Öl, Kohle und Erdgas verdrängt. Doch die nachwachsenden Rohstoffe erleben ein Comeback.

Nicht nur unsere Mobilität hängt heute von fossilen Rohstoffen ab. Allein jeder zehnte Liter Erdöl wird in der modernen Chemie als industrieller Grundstoff verarbeitet – für technische Geräte wie Smartphones, für Medikamente, Kosmetika, Waschmittel, Kunststoffe oder Farben. Ohne Erdöl gäbe es nicht die Fülle von Produkten in den Regalen der zahlreichen Einkaufzentren – schon gar nicht zu günstigen Preisen und in den unterschiedlichsten Ausführungen. Täglich verbraucht allein die Bundesrepublik Deutschland die riesige Menge von rund 430 Millionen Litern Rohöl.

Eine so weit gehende Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen birgt jedoch ein erhebliches Risiko für eine führende Industrienation wie Deutschland: Bislang sind wir größtenteils auf Importe angewiesen; die Ölkrisen in den 1970er Jahren brachten die Fundamente der hiesigen Wirtschaft bereits einmal kräftig ins Wanken. Gemeinsam mit den Überschüssen in der europäischen Landwirtschaft in den 1980er Jahren setzte das den systematischen Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zur stofflichen Nutzung auf die Tagesordnung, wie er seit Jahrhunderten in der Forstwirtschaft schon praktiziert wird. In den vergangenen 20 Jahren gewann der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen vor allem durch die zunehmende Diskussion um die Verknappung fossiler Rohstoffe an Dynamik.

Grafik zur Entwicklung des Anbaus von Rohstoffpflanzen in Deutschland von 1999 bis 2013 Entwicklung des Anbaus von Rohstoffpflanzen in Deutschland von 1999 bis 2013 (Klick aufs Bild öffnet größere Darstellung), Quelle: FNR

Auch neue Technologien geben der weitergehenden Biomassenutzung Impulse: Die heimischen Äcker liefern Öle für die chemische Industrie, Fasern für die Textil- und Automobilindustrie, Arzneipflanzen für die Pharmaindustrie und die Wälder Holz für die Papierproduktion und den Häuserbau sowie Kraftstoff und Energie. Die stetigen Verteuerungen fossiler Rohstoffe, der durch sie bedingte Klimawandel sowie die Zunahme der Weltbevölkerung führen dazu, dass die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen künftig steigen wird und für den hiesigen Industriestandort die schrittweise Transformation zu einer biobasierten Wirtschaft unumgänglich wird.

Anbau nachwachsender Rohstoffe in Deutschland für die Jahre 2012/2013 (in Hektar)
*Werte für 2013 geschätzt; Quelle: FNR (2013); © FNR 2013

Pflanzen

Rohstoff

2012

2013*

IndustriepflanzenIndustriestärke121.500121.500
Industriezucker10.0009.000
Technisches Rapsöl125.000125.000
Technisches Sonnenblumenöl7.5007.500
Technisches Leinöl4.0004.000
Pflanzenfasern500500
Arznei- und Farbstoffe13.00013.000
Summe Industriepflanzen281.500280.500

Energiepflanzen

Rapsöl für Biodiesel/Pflanzenöl786.000746.500
Pflanzen für Bioethanol201.000200.000
Pflanzen für Biogas1.158.0001.157.000
Pflanzen für Festrbrennstoffe
(u.a. Agrarholz, Miscanthus)
11.00011.000
Summe Energiepflanzen2.156.0002.114.500
Gesamtanbaufläche NawaRo2.437.5002.395.000
Stand:
25.02.14

Zum Thema

Bioökonomie als Teil des Stundenplans

Wandtafel in der Schule mit mit Blume, Sonne und Wolken

Die Butterbrotdose aus Pflanzenstärke, das Smartphonegehäuse vom Acker, der Flugzeugsprit aus Algen: Für viele Alltagsprodukte, die heute zumeist noch aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt werden, gibt es bereits nachwachsende Alternativen.

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Biobasierte Wirtschaft interaktiv

Grafik eines Hauses

Aus unserem Alltag sind Produkte aus fossilen Rohstoffen nicht wegzudenken. Umso größer ist die Herausforderung, die sich mit dem notwendigen Wandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft stellt. Interaktiv können hier die Wege der biobasierten Wirtschaft entdeckt werden - wie aus Holz biobasierte Produkte entstehen, wie Kohlenstoff ideal genutzt werden kann oder warum Erdöl in der Industrie immer wichtiger wurde. Im interaktiven Quiz kann das biobasierte Wissen getestet werden.

mehr: Biobasierte Wirtschaft interaktiv …

Links

Publikationen

Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Cover der Broschüre Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Die Broschüre "Neue Produkte: Aus Natur gemacht - Nachwachsende Rohstoffe im Alltag" zeigt neue Wege und Alternativen durch nachwachsende Rohstoffe und biobasierte Produkte auf - zuhause, unterwegs, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit.

Die Broschüre ist nur im Download zum Ausdrucken verfügbar!

Weitere Publikationen

Presse

Themendienst Biobasierte Wirtschaft
Schwerpunkt: 
nachwachsende Rohstoffe

Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Das BMEL liefert in einem Themendienst Hintergründe zur biobasierten Wirtschaft und informiert über umweltfreundliche Innovationen. Die sechste Ausgabe beschäftigt sich konkret mit den Chancen und Möglichkeiten der Bioökonomie.

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Neue Produkte: Aus Natur gemacht

Titelbild zur Veranstaltung Bioökonomie 2014

Die Pressemappe zum Schwerpunktthema "Biobasierte Wirtschaft".

mehr: Neue Produkte: Aus Natur gemacht …

Pressemitteilungen

Videos

Film: "Neue Produkte - Aus Natur gemacht"

Startbild des Videos zur Biobasierten Wirtschaft. Link zum Video.

Erdöl, Erdgas oder Kohle sind häufig die Basis für die Herstellung vieler unserer Alltagsprodukte, ob im Smartphone oder der Shampoo-Flasche. Doch fossilen Grundstoffe sind begrenzt und werden uns nicht ewig zur Verfügung stehen. Aber es gibt nachhaltige Alternativen. Nachwachsende Rohstoffe wie Pflanzen, Holz, Stärke oder Zucker werden immer mehr in der Industrie verwendet. Die Biobasierte Wirtschaft - oder auch Bioökonomie - konzentriert sich darauf, Produkte aus nachhaltigen Rohstoffen herzustellen.

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Film: "Neue Produkte: Aus Natur gemacht – Aus Pflanzen wird Plastik"

Video biobasierte Wirtschaft: der Moderator steht vor einer Maschine

Knapp neun Millionen Tonnen Kunststoffe werden jährlich in Deutschland verbraucht – umgerechnet 110 Kilogramm pro Bundesbürger. Rund ein Drittel davon entfällt auf Verpackungen wie Folien, Tragetaschen und Becher im Haushalt. Die gesamte erzeugte Abfallmenge würde 360.000 Müllfahrzeuge füllen. Heute besteht lediglich ein Prozent der Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Potenzial ist weitaus größer: Bei Verpackungen und Einweggeschirr, aber auch bei Spielzeug, Sportartikeln oder Gehäusen für Elektrogeräte lassen sich herkömmliche Kunststoffe durch biobasierte Kunststoffe ersetzen. Wie aus Pflanzen Plastik wird, zeigt dieser Film.

zum Video: Film: "Neue Produkte: Aus Natur gemacht – Aus Pflanzen wird Plastik" …

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