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Felder aus Vogelperspektive Quelle: Shutterstock, Fedorov Oleksiy

Flächen für Nahrung und Rohstoffe

Die deutsche Land- und Forstwirtschaft bildet traditionell eine unentbehrliche Rohstoffbasis für Holz und andere Produkte, die im Bau, im Handwerk und in der industriellen Weiterverarbeitung eingesetzt werden.

Die gesamtdeutsche Ackerfläche umfasst zwölf Millionen Hektar. Davon wurden im Jahr 1991 auf 8.000 Hektar Industriepflanzen angebaut. Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) zufolge liegt die Anbaufläche für das Erntejahr 2012 inzwischen bei über 400.000 Hektar. Ein wichtiger Faktor sind dabei Pflanzen für die Industriestärkeproduktion, deren Anbaufläche sich auf ca. 245.000 Hektar vergrößerte.

Themendienst Biobasierte Wirtschaft

Das BMEL liefert Daten und Hintergründe zur biobasierten Wirtschaft und informiert über umweltfreundliche Innovationen!

Deutschland hat eine Waldfläche von elf Millionen Hektar, was einem Drittel der deutschen Gesamtfläche entspricht. Die gesamten Holzvorräte liegen nach Ergebnissen der zweiten Bundeswaldinventur bei 3,4 Milliarden Kubikmeter. Damit verfügt Deutschland über die größten Reserven in Europa. Das Holzaufkommen im Jahr 2012 beträgt Prognosen zufolge 133 Millionen Kubikmeter. Mehr als 74 Millionen Kubikmeter davon werden stofflich genutzt, der Rest wird in Privathaushalten und Heizkraftwerken zur Wärmeerzeugung verwendet. Zusammengenommen lieferte die Forst- und Landwirtschaft im Jahr 2008 rund 47 Millionen Tonnen nachwachsende Rohstoffe für die stoffliche Nutzung. Hinzu kommen Importmengen von 2,3 Millionen Tonnen Industriepflanzen und 3,7 Millionen Tonnen Roh- und Industrieholz. Obwohl Deutschland seine Stellung als einer der wichtigsten Nettoexporteure von Holz seit zehn Jahren behauptet, werden vor allem für die Produktion von Papier relevante Mengen an Holz- und Zellstoff importiert.

Flächenkonkurrenz vermeiden – Flächen nachhaltig nutzen

Für die Bundesregierung hat die Ernährungssicherheit Priorität – grundsätzlich hat die Produktion von Nahrungsmitteln immer Vorrang vor der Ausdehnung der Anbauflächen für nachwachsende Rohstoffe. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass durch Effizienzmaßnahmen und den demografisch bedingten Bevölkerungsrückgang in Deutschland neben der Nahrungsmittelproduktion für die eigene Bevölkerung und für den Export durchaus auch weitere Flächen für den nachhaltigen Anbau von Energie- und Industriepflanzen genutzt werden können. Zudem fallen bei der Produktion als Koppelprodukte Futtermittel an, die in der Viehwirtschaft eingesetzt werden können.

Die Ressource Boden ist nicht vermehrbar. Aufgrund dieser Begrenztheit und der Bedeutung der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Ernährungssicherung und Erzeugung erneuerbarer Rohstoffe hat die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel formuliert, die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken. Denn derzeit gehen in Deutschland täglich rund 77 Hektar für den Bau von Straßen, Häusern und Gewerbegebieten verloren.

Um das 30-ha-Ziel zu erreichen, sollen durch Änderungen im Baugesetzbuch neue Steuerungsinstrumente geschaffen werden: Hierbei sollen u.a. bei Bauvorhaben vorrangig innerörtliche Baulücken geschlossen werden, bevor auf Flächen im Außenbereich zurückgegriffen wird. Zudem soll eine Umwandlung land- oder forstwirtschaftlich genutzter Flächen zu Gewerbegebieten, Bauland oder zu Infrastrukturzwecken nachvollziehbar begründet werden müssen.

Zur Erhaltung unserer wertvollen landwirtschaftlichen Flächen für die Produktion von Nahrungsmitteln und Rohstoffen müssen wir nicht nur konsequent alle zur Verfügung stehenden Instrumente des Bundesnaturschutzgesetzes ausschöpfen, sondern auch den Wert land- und forstwirtschaftlicher Flächen in den Planungsvorgängen berücksichtigen. Dazu zählt u.a. die Konzentration von Kompensationsmaßnahmen auf bestimmte Flächen – zum Beispiel auf Natura 2000 Flächen – nicht zuletzt auch im Wald. Vor allem soll eine ökologische Aufwertung von Flächen als Kompensationsmaßnahme mit Nutzungsmöglichkeiten gekoppelt werden können. Das BMEL plädiert deshalb für intelligente produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen.

Forschung zu nachwachsenden Rohstoffen

Um langfristig Nutzungskonflikte zu vermeiden und die Grundlagen für die Substitution fossiler Rohstoffe weiter zu verbessern, kommt der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der pflanzlichen Rohstoffe eine herausragende Bedeutung zu. Im Mittelpunkt der Forschung des BMEL steht das Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe", über das Fördergelder in konkrete Forschungsvorhaben investiert werden. Bis Oktober 2012 sind schon mehr als 72 Millionen Euro in 271 Projekte geflossen, die sich unter anderem mit neuen Anbausystemen, Bioraffineriekonzepten, Kaskadennutzung und Flächenproduktivität sowie mit der Züchtung bestimmter Pflanzenkulturen beschäftigen. Über die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus sollen relevante Erfahrungswerte auch durch Prototypen oder Demonstrationsanlagen gewonnen werden. Regelmäßig gibt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), die als Projektträger des BMEL das Förderprogramm betreut, neue Forschungsschwerpunkte bekannt, für die sich Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Vereine mit Projektvorschlägen bewerben können. Derzeit existieren 13 spezifische Felder.

Stand:
25.10.12

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Knapp neun Millionen Tonnen Kunststoffe werden jährlich in Deutschland verbraucht – umgerechnet 110 Kilogramm pro Bundesbürger. Rund ein Drittel davon entfällt auf Verpackungen wie Folien, Tragetaschen und Becher im Haushalt. Die gesamte erzeugte Abfallmenge würde 360.000 Müllfahrzeuge füllen. Heute besteht lediglich ein Prozent der Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Potenzial ist weitaus größer: Bei Verpackungen und Einweggeschirr, aber auch bei Spielzeug, Sportartikeln oder Gehäusen für Elektrogeräte lassen sich herkömmliche Kunststoffe durch biobasierte Kunststoffe ersetzen. Wie aus Pflanzen Plastik wird, zeigt dieser Film.

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