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Erntebericht 2015

Im Vergleich mit den Rekordergebnissen des Vorjahres sind in Deutschland meist deutlich geringere Ernteerträge zu verzeichnen. Dennoch wurde der mehrjährige Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2014 sogar noch übertroffen.

Internationaler Getreide- und Ölsaatenmarkt

Die globalen Getreidemärkte sind derzeit relativ gut versorgt, auch wenn die weltweiten Erntemengen an Weizen und Mais nicht ganz an die Rekordwerte des Vorjahres heranreichen. Die relativ reichliche Marktversorgung prägte auch die Preisentwicklung an den internationalen Märkten. Der FAO-Index der Getreidepreise an den internationalen Märkten erreichte im Mai 2015 den tiefsten Stand seit fünf Jahren, bevor er dann wieder etwas anstieg. Für die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Exports und das Preisniveau am Binnenmarkt wirkte sich die Abwertung des Euro zum US Dollar im letzten Wirtschaftsjahr positiv aus. Die Erzeugerpreise in Deutschland liegen, mit einer gewissen Bandbreite, etwa auf dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

Die weltweite Produktion der sieben wichtigsten Ölsaaten wird im Wirtschaftsjahr 2015/16 nicht an die Rekordernte des Vorjahres heranreichen. Unter anderem wird eine gegenüber den beiden Vorjahren deutlich niedrigere Rapsernte erwartet.

Die Erntebilanz in Deutschland

Getreide

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE) auf der Basis von repräsentativen Ertragsmessungen wird die deutsche Getreideernte 2015 – einschließlich Körnermais – insgesamt rund 48,2 Millionen Tonnen erreichen. Das Rekordergebnis des Vorjahres wird um 7,3 Prozent verfehlt. Auf der anderen Seite wird der sechsjährige Durchschnitt (2009/14) um 3,0 Prozent übertroffen.

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung betrug die Anbaufläche von Getreide zur Körnergewinnung 2015 etwa 6,54 Millionen Hektar (ha). Sie lag damit merklich höher als im Vorjahr (+1,3 Prozent), aber etwas niedriger als im mehrjährigen Durchschnitt (-0,6 Prozent oder rund 37 000 Hektar).

Im Durchschnitt aller Getreidearten erreicht der Hektarertrag nach den bisher vorliegenden Messungen 73,7 Dezitonnen (dt) und liegt damit um 8,4 Prozent unter dem Rekordergebnis des Vorjahres. Das mehrjährige Mittel (2009/14: 71,2 dt/ha) wird 2015 allerdings um 3,6 Prozent übertroffen.

Die Qualität der Getreideernte 2015 ist sehr zufriedenstellend. Weizen verzeichnet im Durchschnitt einen etwas höheren Proteingehalt als im Vorjahr. Die Roggenernte zeigt gute bis sehr gute Backqualitäten.

Obst- und Gemüse

Wegen der weit verbreiteten und lang anhaltenden Trockenheit mussten die Obst- und Gemüsekulturen vermehrt bewässert werden, und es kam teilweise zu Beeinträchtigungen bei Menge und Qualität. Die Erträge des Baumobstes – Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Pflaumen – liegen durchweg unter dem Vorjahresergebnis. Besonders stark fällt der Ertragsrückgang im Vergleich zur Rekordernte 2014 wegen der Alternanz (Schwankung des Fruchtertrages im zweijährlichen Rhythmus) bei Äpfeln aus, sowohl im Marktobstanbau als auch auf Streuobstflächen. Auch der Erdbeeranbau hatte mit der Trockenheit zu kämpfen. Aufgrund der Witterung waren die Früchte vielfach kleiner als üblich, dafür aber sehr aromatisch. Der Ertrag für Freilanderdbeeren liegt laut Vorerhebung unter dem Vorjahresergebnis, jedoch über dem mehrjährigen Mittelwert.

Kartoffeln

Im Kartoffelanbau entwickelten sich die Bestände witterungsbedingt langsamer als 2014. Während die Pflanzen zunächst von der im Boden gespeicherten Winterfeuchtigkeit profitieren konnten, machte die weit verbreitete Trockenheit den Beständen mit fortschreitender Vegetationsentwicklung zu schaffen. Insbesondere auf leichten und sandigen Standorten wurde daher frühzeitig mit der Beregnung begonnen. Da auch die Anbauflächen deutlich reduziert wurden, ist in diesem Jahr von einer allenfalls durchschnittlichen Kartoffelernte auszugehen.

Zuckerrüben

Unter dem Eindruck der guten Vorjahresernte und mit Blick auf die Einhaltung der Lieferkontingente wurde die Anbaufläche für Zuckerrüben 2015 deutlich eingeschränkt. Aufgrund der Witterungsverhältnisse wird zudem ein niedrigerer Zuckerertrag je Hektar erwartet. Insgesamt wird die Zuckererzeugung daher in diesem Jahr sehr deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Spargel

Die außergewöhnlich guten Bedingungen für den Spargelanbau des Vorjahres wiederholten sich in diesem Jahr nicht. Trotz der anhaltenden Ausweitung der Anbauflächen bleibt die Erntemenge nach Schätzung des Statistischen Bundesamts unter dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür waren die kürzere Ernteperiode wegen des späteren Saisonstarts und die regionale Trockenheit während der Ernte. Dennoch liegt die Erntemenge über dem mehrjährigen Durchschnitt.

Wein

Beim Wein machte sich ebenfalls zeitweise Trockenstress bemerkbar. Als Tiefwurzler kommen die Reben jedoch besser als andere Kulturen mit Wassermangel zurecht. Das Ernteergebnis wird von den weiteren Wetterbedingungen bis zum Beginn der Hauptlese in einigen Wochen abhängen. Derzeit werden die Chancen für einen qualitativ herausragenden Jahrgang als gut angesehen.

Futterbau

Die ungleiche Verteilung der Niederschläge wirkte sich vor allem im Futterbau gravierend aus, wobei teilweise auf engem Raum erhebliche Unterschiede auftraten. Es gibt auch in diesem Jahr Betriebe mit normaler oder sogar überdurchschnittlicher Futterernte, insbesondere im Norden und im äußersten Süden. In vielen Betrieben stellt dagegen die Sicherung der Grundfutterversorgung für den Winter eine große Herausforderung dar, da die Erträge vom Grünland und aus dem Silomaisanbau vielfach nur mäßig waren oder es sogar zu Totalausfällen kam. Um diesen Betrieben zu helfen, wurde ausnahmsweise die Nutzung des Aufwuchses der brachliegenden ökologischen Vorrangflächen zur Verfütterung gestattet.

Stand:
28.08.15

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