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Getreideernte mit dem Mähdrescher und Traktor Getreideernte, Quelle: drsg98 / fotolia.com

Erntebericht 2017

Die Getreideernte in Deutschland fällt in diesem Jahr insgesamt leicht unterdurchschnittlich aus, mit starken regionalen Schwankungen. Das zeigt der aktuelle Erntebericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Der jährliche Erntebericht gibt einen Überblick über die Ertragsaussichten für wichtige pflanzliche Erzeugnisse in Deutschland und stellt deren Marktsituation dar.

Durchschnittliche Getreideerträge mit wechselhaften Qualitäten

Die deutsche Getreideernte 2017 erreicht nach vorläufigen Daten insgesamt etwa 45,3 Millionen Tonnen und liegt damit knapp unter der Vorjahresmenge von 45,5 Millionen Tonnen. Der Hektarertrag liegt mit 72,2 Dezitonnen geringfügig unter dem Mittelwert der Jahre 2011 bis 2016. Auch aufgrund der geringeren Anbaufläche unterschreitet die Erntemenge diesen Mittelwert um 3,4 Prozent.

Die Erntemenge von Weizen – Deutschlands wichtigster Getreideart – beläuft sich auf 24,5 Millionen Tonnen. Dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert. Im Vergleich zu anderen Getreidearten schneidet die Wintergerste in diesem Jahr am besten ab, da sie wegen ihrer frühen Abreife zu einem großen Teil vor Beginn des wechselhaften Wetters abgeerntet werden konnte. Auch bei der Sommergerste wurde eine deutlich höhere Ernte als im Vorjahr eingebracht. Der Roggenanbau wurde wie schon in den Vorjahren weiter eingeschränkt.

Erneut kleine Rapsernte

Die Anbaufläche von Deutschlands bedeutendster Ölsaat ging leicht zurück. In Verbindung mit enttäuschenden Hektarerträgen auf Grund widriger Witterungsbedingungen fällt die Erntemenge mit 4,3 Millionen Tonnen noch kleiner aus als im Vorjahr.

Kartoffelanbau wieder leicht ausgeweitet

Der Kartoffelanbau wurde 2017 nach mehrjähriger Flächenreduzierung wieder leicht ausgeweitet. Der Witterungsverlauf war auch in diesem Jahr schwierig. Die Frühkartoffelbestände wurden durch die Aprilfröste in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Darüber hinaus wurde das Pflanzenwachstum in einigen Regionen zunächst durch Wassermangel und zeitweise Hitzestress beeinträchtigt.

Stark dezimierte Obsternte durch Spätfröste

Bei fast allen Obstarten wurden trotz der von den Erzeugern ergriffenen Schutzmaßnahmen durch die Nachtfröste im April viele Blütenanlagen so stark zerstört, dass keine Fruchtbildung erfolgte. Zusätzliche Verluste gab es durch die wechselhafte Witterung sowie regionale Starkregen- und/oder Hagelereignisse. In der Summe führt dies zu einer der schwächsten Obsternten der letzten Jahrzehnte. Was die Auswirkungen der Frostschäden auf die Mengen konkret bedeutet, ist noch unklar. Während in normalen Jahren zum Beispiel in der Regel rund 1 Millionen Tonnen Äpfel aus dem Marktobstanbau zur Verfügung steht, wird im laufenden Jahr eine Erntemenge in einer Größenordnung zwischen 520.000 Tonnen und 550.000 Tonnen erwartet.

Spargel weiter auf Wachstumskurs

Das flächenmäßig wichtigste Gemüse in Deutschland, der Spargel, befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Dank einer erneuten Ausweitung der Anbaufläche und höherer Erträge erreichte die Erntemenge mit nahezu 128.000 Tonnen einen neuen Höchststand. Aufgrund der milden Witterungen im März startete Spargelsaison vergleichsweise früh. Die starken Temperaturschwankungen sorgten jedoch für ein ungleichmäßiges Angebot im Saisonverlauf und zeitweise für einen starken Preisverfall.

Neuer Höchststand der Anbaufläche von Körnerleguminosen

Mit 197.400 ha erreichte die gesamte Anbaufläche von Hülsenfrüchten zur Körnergewinnung im Jahr 2017 einen Zuwachs von 5,6 Prozent und damit einen neuen Höchststand. Dieser Anstieg war auf die weitere Zunahme der Anbauflächen von Ackerbohnen, Sojabohnen und Süßlupinen zurückzuführen.

Stand:
25.08.17

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