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Europäische Bodenschutzpolitik

In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

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Schadstoffe in landwirtschaftlich genutzten Böden- Ergebnisse von Boden-Dauerbeobachtungsflächen in Bayern

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Gute fachliche Praxis

Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Wie reagiert der Boden auf meine Bewirtschaftung?

Ein Beitrag von Marion Senger (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Zur Zeit der Pferdegespannstufe hatte der Landwirt hautnahen Kontakt zu  seinem Boden. Sowohl beim Pflügen als auch bei der Saatbettbereitung und Aussaat spürte er die Festigkeit, Krümelung und Feuchte des Bodens direkt unter sich. Heute sitzen die Landwirte in einer klimatisierten Kabine und bearbeiten mit hochmechanisierten Geräten den Boden.

Der direkte Kontakt zum Boden und die Herleitung der Bewirtschaftungsmaßnahmen sind hier und da verloren gegangen. Stattdessen zählen Hektar-Leistung, Arbeiten "just in time" und Kosteneinsparung. Weil es ein Urinteresse des Landwirts ist und heute durch gesetzliche Regelungen, wie Cross Compliance, gefordert wird, ist eine intensive Beschäftigung mit der Bodenstruktur angesagt.

Das Interesse der Landwirte am Boden ist groß, betrachtet man nur die Profilgruben auf den Feldtagen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Leider bleiben nach einer fachmännischen Ansprache durch einen Bodenwissenschaftler nur zu oft die Begeisterung und das gute Gefühl für den Boden übrig. Selbst auf dem eigenen Acker die Bodenstruktur mit Hilfe der vorhandenen Methoden auf evtl. Gefügeschäden anzusprechen, ist bisher für den Landwirt schwierig. Da beim Befahren bzw. Bearbeiten des Bodens die Auswirkungen der Landtechnik auf die Bodenstruktur von entscheidender Bedeutung sind, gehört eine Bodengefügeansprache zu den wichtigsten Instrumenten erfolgreicher Bodenbewirtschaftung.

Beschreibung und Bilder zu 6 Parametern der Bodenbeschaffenheit Vorderseite des Klemmbretts, Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Das Thema "Bodengefügeansprache" war schon immer von Bedeutung, besonders in Wissenschaft und Beratung. So wurden von Fachleuten verschiedene Methoden der Bodenansprache entwickelt, wie die "Spatendiagnose" oder ein "Bestimmungsschlüssel für Bodengefügeschäden" oder das "Visual Soil Assessment" aus Neuseeland.

Grundsätzliches, Vorgehensweise und drei Beispiele Rückseite des Klemmbretts, Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Was bisher fehlt, ist eine "Einfache Feldgefügeansprache für den Praktiker." Wissenschaftler und Berater aus den Disziplinen Bodenkunde, Pflanzenbau und Landtechnik haben solch eine Methode entwickelt. Nach einer fachmännischen Unterweisung ist der Landwirt in der Lage, sein Bodengefüge selbst zu beurteilen und Schlussfolgerungen für die Bewirtschaftung daraus abzuleiten. Dieses Instrument der Bodenansprache – auch wenn es hohen wissenschaftlichen Ansprüchen kaum gerecht wird - hilft letztendlich, den Maschineneinsatz an die Verdichtungsempfindlichkeit der Standorte anzupassen.

Dabei werden verschiedener Bausteine schon bekannter Methoden miteinander verknüpft – die einfache Feldgefügeansprache ist ein Kompromiss aus dem Bodenanstich mittels Spatendiagnose und einer begehbaren Profilgrube. Zur Durchführung der Methode wurde ein etwa DIN A3 großes Klemmbrett entwickelt. In der Mitte des Klemmbrettes können die Bewertungsbögen (DIN A4) befestigt werden. Zusätzlich kann ein Fächer zur Abschätzung der Bodenbedeckung herangezogen werden.

Grundsätzliche Vorgehensweise

Grube im Feld Ausheben einer 50 cm tiefe Grube im Feld für die Feldgefügeansprache, Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

  • die Profilgrube (100 cm Länge x 50 cm Breite x 50 cm Tiefe) kann mit einem scharfen Spaten ausgehoben werden, sodass ein Minibagger nicht erforderlich ist
  • sie unterscheidet deutlich in den Horizonten zwischen "Oberfläche /  Krume / Krumenbasis / krumennaher Unterboden"
  • nach dem Ausheben wird zunächst der Profilgrubenboden auf Regenwurmgänge, Wasser- und Luftdurchlässigkeit untersucht
  • dann wird in der rechten Profilwand ein Taschenmesser (mit fixierter Klinge) eingestochen, um die unterschiedlichen Bodenwiderstände in den Horizonten zu lokalisieren
  • die linke Profilwand wird mit dem Messer zur Sichtbarmachung von Bioporen und Wurzeln präpariert
  • die 6 Beurteilungsparameter:

    Bewertungsbogen mit sechs Parametern für die Feldgefügeansprache Bewertungsbogen mit sechs Parametern für die Feldgefügeansprache, Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen

    1. Struktur der Oberfläche
    2. Durchwurzelung des Bodens
    3. Makroporen
    4. Gefüge und Festigkeit
    5. organische Reststoffe
    6. Farbe und Geruch

    sind in Farbbildern in "gewünschter" und "unerwünschter Form" auf der Vorderseite dargestellt (Abbildung). Der Landwirt kann die Profilwand mit Hilfe von 5 Stufen (++ / + / 0 / - / --) bewerten. Das Ergebnis dieser Gefügeansprache wird mittig auf einem DIN A 4 Blatt festgehalten und kann als Dokumentation in der Schlagkartei abgeheftet werden. Auf der Rückseite des wasserfesten Klemmbrettes sind drei Beispiele für einen lehmigen Sand, einen Löss-Lehm und einen Tonboden aufgeführt, damit der Landwirt seine Vorgehensweise an praktischen Beispielen überprüfen kann.

Schlussbetrachtung

Damit der vorsorgende Bodenschutz nicht theoretisch auf Landkarten erfolgt, sondern standortangepasst  auf Praxisflächen durchgeführt wird, müssen die aktuellen Bodenzustände vom Bewirtschafter selbst beurteilt werden. Gerade bei dem ökonomischen Ziel einer rentablen Bewirtschaftung, sind die Fahrzeugparameter an kritische Bodenzustände anzupassen – das gelingt nur vor Ort durch die Gefügeansprache und nicht am Rechner im Büro.

Vor diesem Hintergrund hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die vorgestellte Feldgefügeansprache zum Beratungsschwerpunkt  gemacht. Die Unterweisung, eine Bodengefügeansprache selbst durchzuführen,  erfolgt durch Wissenschaftler des Thünen Institutes (TI), Spezialberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen oder durch die Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB e. V.).

Das Klemmbrett kann bei der Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung bezogen werden. Inzwischen ist die dritte Auflage erschienen und ist in verschiedenen Sprachen erhältlich.

Inzwischen gibt es die Einfache Feldgefügeansprache für den Praktiker auch als App für Smartphone und iPhone und kann kostenlos heruntergeladen werden.

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Stand:
23.02.15

Inhalt des Dossiers

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Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

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Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

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Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

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Tagungsband "Jahr des Bodens"

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Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

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Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

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Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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