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In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

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Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Managementsystem Boden

Ein Beitrag von Dr. Jana Epperlein (Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V. - GKB)

Auf dem Kongress der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB) am 19.Februar diesen Jahres diskutierten die Landwirte der GKB mit Experten das Thema Managementsystem Boden aus verschiedenen Sichtweisen am Thünen Institut in Braunschweig.

Die zentralen Fragen: Bodenschutz, Erhaltung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie effizienter Ressourceneinsatz begleiten Landwirte im täglichen Umgang mit „ihrem“ Boden. Eine nachhaltige und bodenschonende Bewirtschaftung inklusive Förderung des Bodens kann dabei nur unter Nutzung und Einsatz von Fachwissen erfolgen.

Der Referent Dr. Franz Bender vom Institut für Nachhaltigkeitswissenschaften in Zürich, Agroscope, betrachtete das Managementsystem Boden aus Sicht der Bodenorganismen und des Nährstoffrecyclings. Die Bedeutung von Bodenlebewesen für nachhaltige Nährstoffkreisläufe ist vielfach zu wenig erforscht, vorhandene Ergebnisse noch nicht in die Praxis gebracht. Dabei werden die meisten Nährstoffprozesse im Boden von Bodenlebewesen wie Regenwürmern, Pilzen und Bakterien ausgeführt. Auch die ineffiziente Ausnutzung von Nährstoffen ist ein großes Problem im Ackerbau. So wird beispielsweise im weltweiten Durchschnitt nur rund die Hälfte des ausgebrachten Stickstoffdüngers von den Pflanzen direkt aufgenommen, während der Rest im Boden verbleibt.

Rapspflanzen im Vordergrund, Hintergrund mit Wiese und Wald Rapsanbau mit Begleitpflanzen, Quelle: Maximillian Henne, Rosdorf

Um die Aktivitäten der Bodenlebewesen zu untersuchen, wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren in Freiland-Lysimetern, in sterilisiertem Weideboden versetzt mit erhöhtem und reduziertem Gehalt an Bodenlebewesen, eine landwirtschaftliche Fruchtfolge angebaut und die Auswirkungen auf Erträge sowie auf Nährstoffverluste durch Auswaschung ermittelt. In den Behältern mit erhöhtem Bodenleben war die Nährstoffaufnahme der Ackerkulturen deutlich erhöht, während die Stickstoffauswaschung stark (um bis zu 76 kg/ha) reduziert war. Darüber hinaus wurde der Vergleich von Anbausystemen in die Untersuchungen einbezogen: Ein 2009 gestarteter Langzeitversuch der Schweizer Wissenschaftler vergleicht die wichtigsten Anbausysteme der Schweiz (Bio vs. Integrierte Produktion, je mit oder ohne Pflug) miteinander. Auch der Einfluss verschiedener Zwischenfrüchte auf Erträge und Bodenleben wurde untersucht. Aus den Ergebnissen lässt sich das enorme Potenzial der Bodenlebewesen für nachhaltige Nährstoffkreisläufe ablesen. Durch ihre gezielte Förderung können die Umwelt geschont, wertvolle Ressourcen gespart und Düngerkosten reduziert werden.

Eine lebhafte Diskussion löste unter den Landwirten und Beratern der Vortrag von Frau Dr. Birgit Wilhelm von der Naturschutzorganisation World Wilde Fund for Nature WWF aus. Sie betrachtete das Thema Managementsystem Boden aus Sicht dieser international tätigen Umweltorganisation. Laut WWF besteht die existenzielle Notwendigkeit, um Landwirtschaft und Naturschutz zugleich zu sichern, die natürliche Bodenfruchtbarkeit weltweit langfristig zu erhalten und wiederherzustellen! So plädierte die Referentin in ihren Handlungsempfehlungen für vielfältige und standortangepasste Fruchtfolgen und Untersaaten, auf den Erhalt des Bodenlebens abgestimmte Maschinen und Bodenbearbeitungsmaßnahmen, und so oft wie möglich Mischkulturen einschließlich Agroforstsysteme. Kein Konsens bestand bei ihren Aussagen, dass es wenige Beispiele dafür gibt, wo landwirtschaftliche Produktion nicht zu Bodendegradierung und in der Folge zu weiterer Inkulturnahme natürlicher Böden geführt hat (Landnutzungsänderungen).

In einer langen und zum Teil hitzigen Diskussion wurde aber zumindest dahingehend Einigkeit erzielt, dass Landwirte und Naturschützer beide den Boden aus verschiedenen Perspektiven sehen und nutzen wollen.

Die Gespräche zeigten aber auch wie wichtig es ist, das unterschiedliche Interessensgruppen sich dem Dialog zum Bodenschutz stellen und versuchen, gemeinsame Konzepte und Sichtweisen zu entwickeln.

Rapspflanzen zwischen geerntetem Getreide Raps Direktsaat, Quelle: Sören Ilsoe, Dänemark

Zwei Bespiele zum Managementsystem Boden aus Sicht der Praxis demonstrierten die beiden Landwirte Herr Maximilian Henne aus Rosdorf und Herr Sören Ilsoe aus Dänemark. So unterschiedlich die Klima-und Bodenverhältnisse der beiden Landwirte auch sind, so ähneln sich doch Ihre Strategien für eine nachhaltige bodenschonende Bewirtschaftung. Beide setzen auf minimalen Eingriff in den Boden bei der Bodenbearbeitung und Bestellung und praktizieren seit einigen Jahren erfolgreich Direktsaat. Auch die Beweggründe sind unterschiedlich, diese reichen von Schutz vor Erosion und Verschlämmung, Ertragsdepression bei Frühjahrstrockenheit oder knappe Arbeitszeit. Ziel beider ist es aber, umweltschonender zu wirtschaften und Erträge nach oben mit weniger Input zu stabilisieren. Die Landwirte integrieren in ihre Fruchtfolgen Zwischenfrüchte, Untersaaten und Begleitpflanzen. Mit diesem Konzept der permanenten Bodenbedeckung mit lebenden Pflanzen und Mulch aktivieren Sie das Bodenleben, schützen die Bodenoberfläche und stabilisieren das Bodengefüge. Die Erfolge geben ihnen Recht, die Erträge sind stabiler geworden, die Befahrbarkeit und Wasserführung der Böden hat sich deutlich verbessert, die Bodenbiologie erhöht und der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmittel ist rückläufig. Durch die blühenden Zwischenfruchtbestände zeigt sich auch ein deutlicher Imagegewinn bei der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung.

Wissenschaftlich untermauerte Konrad Schreiber vom INSTITUT DE LAGRICULTURE DURABLE : IAD in Frankreich, die praktischen Erfahrungen der Landwirte durch seine Aussagen hinsichtlich Bodenfruchtbarkeit und Kohlenstoffspeicherung. In seinen Ausführungen spielte ebenfalls die ganzjährige Pflanzendecke eine entscheidende Rolle bei der CO2 Einlagerung im Boden.

Die Bandbreite der Referenten und Diskussionsbeiträge spiegelte die gesamte Palette der Interessenlagen wieder, die mit dem Thema Boden verknüpft sind. Schließlich dient er gleichzeitig den Landwirten zur Lebensmittelproduktion und zur Sicherung ihrer Existenzen, der Tierwelt als Lebensraum, den Menschen als Erholungsort – und anderem mehr. Erhaltung und Schutz des Bodens sind deswegen im Interesse aller.

Stand:
19.04.15

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

Woche der Umwelt: Boden und Landnutzung - Konkurrenz um eine knappe Ressource

Bundesminister Christian Schmidt bei einer Podiumsdiskussion

Der Schutz natürlicher Ressourcen hat im Fokus der diesjährigen "Woche der Umwelt" am 7. und 8. Juni am Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten gestanden. Auch Bundesminister Schmidt brachte sich in das besondere Forum ein.

mehr: Woche der Umwelt: Boden und Landnutzung - Konkurrenz um eine knappe Ressource …

Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

Cover des aid-Heftes 'Bodenfruchtbarkeit'

Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

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Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

Cover des aid-Heftes 'Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz'

In dieser Broschüre sind die neuesten Erkenntnisse für die Bodenbearbeitung, den Erosionsschutz und den Erhalt der organischen Substanz umfassend dargestellt.

Bestellen beim aid infodienst

Tagungsband "Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum "Jahr des Bodens"

Am 18. und 19. Juni 2015 veranstaltete die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Würzburg eine Tagung mit dem Thema "Schwere Maschinen, enge Fruchtfolgen, Gärreste – eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit?"

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Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

Cover des Sonderdrucks "Den Boden im Blick"

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Tagungsband "Kongress zum Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum Kongress Jahr des Bodens

Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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