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Boden

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Europäische Bodenschutzpolitik

In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

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Wissen, wie man düngen muss - die Bodenuntersuchung

Schadstoffe in landwirtschaftlich genutzten Böden- Ergebnisse von Boden-Dauerbeobachtungsflächen in Bayern

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Gute fachliche Praxis

Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Bodenprofil mit Maßband und Tafel Bodenprofil, Quelle: Thünen-Institut

Den Humus im Boden als Produktionsfaktor verstehen

Ein Beitrag von Annette Freibauer, Arne Heidkamp und Roland Prietz (Institut für Agrarklimaschutz am Thünen-Institut)

Humus ist eine wichtige Größe für die Qualität und Fruchtbarkeit von Böden: Er macht die Oberböden locker, sorgt für eine gute Durchlüftung, lässt Regenwasser rasch eindringen und verhindert Erosion. Wie viel Humus aktuell in den deutschen Agrarböden gespeichert ist, misst die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft.

Bundesweit werden dazu rund 3.100 Punkte beprobt. Das Projekt legt eine nationale Grundlage, die auch in Zukunft Fragen zur Bodenfruchtbarkeit und zum Bodenschutz beantworten hilft. Vor allem: Sind die Humusvorräte im Hinblick eines Klimawandels stabil?

Eine nationale Datengrundlage für den Klimaschutz

Die meisten Daten zu Humusvorkommen in Agrarböden sind veraltet, uneinheitlich oder unvollständig und nicht vergleichbar. Wie viel organischer Kohlenstoff über den Humus im Boden gespeichert bzw. abgegeben wird, ist daher nur unzureichend bekannt. Eine bundesweite systematische Erhebung kann dokumentieren, welche zukünftigen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in der Landwirtschaft erforderlich werden, was die Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt und welche Gefährdung durch klimatische Veränderungen für die Bodenfruchtbarkeit eintreten könnten. Daher wurde das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Projekt Bodenzustandserhebung Landwirtschaft beauftragt. Die Vorarbeiten zum Projekt begannen 2008, die Endergebnisse sollen bis Ende 2018 vorliegen. Sie dienen unter anderem als Grundlage für die nationale Treibhausgasberichterstattung, zu der sich Deutschland gemäß multilateraler Verträge (Kyoto-Protokoll) verpflichtet hat. Seit 2013 hat sich die Berichtserstattung insofern geändert, dass Kohlenstoffänderungen in Acker- und Grünlandböden auch als Klimaschutzmaßnahme angerechnet werden. Das Thünen-Institut schätzt jedoch, dass die Agrarböden 2013 im Vergleich zu 1990 noch mehr Kohlenstoff verloren haben. Hauptgründe sind die intensive Nutzung von entwässerten ehemaligen Moorböden und die anhaltende starke Umwandlung von Grünland zu Acker.

Wie viel Humus steckt in deutschen Agrarböden?

Die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft ist eine einmalige Inventur, bei der die Vorräte an organischem Kohlenstoff bzw. Humus in den Agrarböden Deutschlands ermittelt werden. Im Juni 2015 waren etwa zwei Drittel der Messstandorte beprobt und analysiert. Erste Ergebnisse zeigen, dass Humusvorräte regional sehr unterschiedlich verteilt sind. Je nasser und tiefgründiger der Boden, desto größer ist der Humusvorrat. Grünlandböden enthalten durchschnittlich 30 Prozent mehr Humus als Ackerböden.

Grafik Für Niedersachsen ermittelte C-Vorräte [t C ha-1] in Acker und Grünland nach Bodenklassen., Quelle: Thünen-Institut

Sind die Humusvorräte stabil?

Landwirte sind daran interessiert, die Humusgehalte in ihren Böden in gutem Zustand zu erhalten. Da eine einmalige Erhebung natürlich keine Trends abschätzen kann, werden die Daten der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft mit Trends der bundesweiten Boden-Dauerbeobachtungsflächen (ca. 800 Standorte) und mit wichtigen Steuergrößen über Modellrechnungen verknüpft, wie etwa Fruchtfolgen, Düngung, Bodenbearbeitung oder Klima. Als einzige Bodeninventur der Welt werden neben den geowissenschaftlichen Größen somit auch Daten zur Bewirtschaftung und Landnutzungsgeschichte erhoben. Landwirte füllen dazu freiwillig Fragebögen über die Bewirtschaftung der beprobten Schläge aus. Die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten sichert eine hohe Qualität der erhobenen Daten, die für robuste Trendschätzungen unerlässlich sind. Die Kombination von Bodendaten und Bewirtschaftungsdaten schafft eine einzigartige Grundlage, um den Einfluss von Landnutzung, Bewirtschaftung und Klimawandel auf die Bodenkohlenstoffvorräte möglicherweise voneinander zu trennen. Erste Ergebnisse bestätigen, dass die einfache Humusbilanzmethode nach VDLUFA nicht auf allen Böden zuverlässig funktioniert und den Bedarf von Böden an organischem Material zur Humusneubildung eher unterschätzt. Böden sind geduldig und reagieren auf schleichenden Stress und Änderungen in der Bewirtschaftung oft noch nach Jahrzehnten.

Eine enorme Datengrundlage wird geschaffen

Die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft ist das mit Abstand größte Projekt am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz. Derzeit arbeiten rund 50 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Projekt, das einen enormen logistischen Aufwand bedeutet.

Statuskarte mit roten (bearbeitete) und grünen (unbearbeitete) Beprobungspunkten Beprobungspunkte: grün=bearbeitet, rot=unbearbeitet, Quelle: Thünen-Institut

Im Laufe der Beprobungskampagne werden an den rund 3.100 Bodenprofilen über 120.000 Bodeneigenschaften aufgenommen und über 25.000 Fotos erstellt. Im Labor der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft werden rund 200.000 Werte ermittelt.

Der Arbeitsfortschritt der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft und erste Ergebnisse lassen sich live auf der Internetseite
Web-GIS-Bodenzustandserhebung Landwirtschaft
verfolgen.

Stand:
10.07.15

Inhalt des Dossiers

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Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

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Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

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Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

Cover des aid-Heftes 'Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz'

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Tagungsband "Jahr des Bodens"

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Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

Cover des Sonderdrucks "Den Boden im Blick"

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Tagungsband "Kongress zum Jahr des Bodens"

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Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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