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Boden

Aktuelle Meldungen

Europäische Bodenschutzpolitik

In die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie soll ein Indikator zum Schutz des Bodens aufgenommen werden. "Indikator Bodenschutz"

Aktuelle Themenbeiträge

Wissen, wie man düngen muss - die Bodenuntersuchung

Schadstoffe in landwirtschaftlich genutzten Böden- Ergebnisse von Boden-Dauerbeobachtungsflächen in Bayern

Aktuelle Publikation

Gute fachliche Praxis

Boden ist Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und Standort für die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Über 90 Prozent der weltweiten Lebensmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab, das zeigt seine große Bedeutung für die Ernährungssicherung.

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource, die immer knapper wird. Daher ist eine nachhaltige Sicherung der Produktionsfunktionen, insbesondere durch emissionsarme Produktionsprozesse und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen, um die Nutzung der Böden durch die Land- und Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Deshalb engagiert sich Deutschland national und international für den Bodenschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels.

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Ein typischer Schrebergarten, in dem verschiedene Gemüsesorten wachsen Schrebergarten (Hortisol/Gartenboden), Quelle: M. Dworschak / Geologischer Dienst NRW

Boden des Jahres 2017: Gartenboden (Hortisol)

Ein Beitrag von Gerhard Milbert, Kuratorium Boden des Jahres, Krefeld

Das Kuratorium "Boden des Jahres" stellt jedes Jahr am Weltbodentag - am 5. Dezember - den neu gekürten Boden des Jahres vor. Für 2017 fiel die Wahl auf den Gartenboden (Hortisol).

Das Kuratorium ist ein Gremium der bodenkundlichen Fachverbände: Bodenkundliche Gesellschaft, Bundesverband Boden und Ingenieurtechnischer Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling. Die Aktion wird vom Umweltbundesamt unterstützt.

Grabungskante im Boden mit Maßstab. Gartenboden in der Warburger Börde, entstanden auf und in einem Tonverlagerungsboden aus Lössehm, Quelle: Geologischer Dienst NRW

Jedes Jahr übernimmt ein Bundesland mit seinem Landwirtschafts- oder Umweltministerium die Schirmherrschaft und richtet den Weltbodentag in seiner Landesvertretung in Berlin aus: Für den Gartenboden übernahm der Freistaat Thüringen die Schirmherrschaft.

Was ist das Besondere am Gartenboden?

Der Gartenboden heißt in der Fachsprache Hortisol. Er kommt mit kleinen Flächenanteilen überall in Mitteleuropa vor, wo seit Jahrhunderten Gartenbau betrieben wird. Dies sind bevorzugt alte Klostergärten mit Gemüse- und Kräuterbeeten, Schloss- und Burggärten, Bürgergärten in Städten und am Rand der Städte sowie Bauerngärten in älteren Dorfsiedlungen. Um sich zu einem Gartenboden im bodenkundlichen Sinne zu entwickeln, braucht er mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte mit intensiver Gartennutzung.

Hortisole sind humusreich, locker, belebt und fruchtbar

Gartenböden sind durch jahrhundertelange Kompostwirtschaft besonders humushaltig. Humus färbt den Boden dunkelgraubraun, sein Gehalt nimmt von oben nach unten allmählich ab. Zahlreiche Regenwurmröhren durchziehen den Boden bis in mehr als ein Meter Bodentiefe. Regenwürmer mischen humushaltiges Bodenmaterial und Streu in den tieferen Boden ein.

Eine Frau arbeitet im Garten. Bürgergarten auf ehemaliger Weinbergterrasse in Tübingen, Quelle: Andreas Lehmann

Ein typisches Kennzeichen guter Gartenböden ist der besonders lockere feinkrümelige und humusreiche Oberboden. Durch regelmäßige Bodenbearbeitung, regelmäßige Bewässerung, Humus- und Kalkzufuhr und durch besonders viele Bodentiere wie Regenwürmer, Springschwänze und Insektenlarven erhält er seine lockere Struktur. Aufgrund der vielen Hohlräume ist der Boden gut durchlüftet und kann gleichzeitig durch seinen Ton- und Humusgehalt viel Wasser und Nährstoffe für die Gartenpflanzen speichern. Durch die gärtnerische Bewirtschaftung wächst der Boden je nach Dauer der Nutzung um mehrere Dezimeter. Es entsteht ein neuer Bodenbereich, der besonders humusreich, nährstoffreich, locker und fruchtbar ist. Diese Bodenzone enthält im Vergleich zu anderen Böden besonders viel Phosphor und Stickstoff, zwei wichtige Nährstoffe für Kulturpflanzen.

Gartenböden brauchen eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung

In unseren Städten haben die Bürger seit dem Mittelalter innerhalb und außerhalb der Stadtmauern Bürgergärten zur Nahrungsmittelversorgung, aber auch zum Erwerbsanbau für die Märkte der Städte angelegt und über Generationen bewirtschaftet. Die Kultur der Schrebergärten ist ein gutes Beispiel. Heute erleben wir in den Städten ein Nebeneinander traditioneller Gartenkultur in Bürgergärten und Urban Gardening als neue Form, Gärten anzulegen und Nutzpflanzen sowie Blumen anzubauen. Beide Formen dienen nicht nur der Produktion von Lebensmitteln, sondern sind auch Orte der Begegnung, der Freizeitgestaltung und Freiräume für Kinder sowie junge Familien und somit schutzwürdige Soziotope.

Bodenschutz geht alle an!

Gartenböden werden im innerstädtischen Raum und auch am Rande kleinerer Ortschaften oft bebaut und dadurch versiegelt. So sind zahlreiche Gartenareale im innerstädtischen Bereich durch Versiegelung für immer verschwunden. Damit gehen ihre Funktion als "Grüne Lunge", ihre soziale Funktion sowie die wertvollen Zeugnisse unserer alten Kulturgeschichte im Gartenbau unwiederbringlich verloren. Gartenböden wirken in Ballungsgebieten wie Oasen und ermöglichen häufig den einzigen Zugang zur knappen Ressource Boden innerhalb versiegelter Areale.

Wo gibt es Informationen zum "Boden des Jahres"?

Auf der Seite www.boden-des-jahres.de sind umfangreiche Informationen zum jeweiligen Boden des Jahres, seinen Eigenschaften sowie über die Böden der Vorjahre zusammengestellt.

Alle Bundesländer mit ihren geologischen Diensten sowie zahlreiche Natur- und Umweltverbände bieten Veranstaltungen und Informationsmaterial an.

Flyer und Poster zum Boden des Jahres sowie Informationen zur Präsentation "Boden des Jahres 2017" können angefordert werden beim Umweltbundesamt: Boden des Jahres

Stand:
17.01.17

Zum Thema

Woche der Umwelt: Boden und Landnutzung - Konkurrenz um eine knappe Ressource

Bundesminister Christian Schmidt bei einer Podiumsdiskussion

Der Schutz natürlicher Ressourcen hat im Fokus der diesjährigen "Woche der Umwelt" am 7. und 8. Juni am Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten gestanden. Auch Bundesminister Schmidt brachte sich in das besondere Forum ein.

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Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit

Cover des aid-Heftes 'Bodenfruchtbarkeit'

Die Broschüre stellt alle Aspekte der Bodenfruchtbarkeit vor. Zu Beginn steht eine Abhandlung über die zeitliche Wandlung des Begriffs, mit den Komponenten "natürlich" und "kulturbedingt" von Albrecht Thaer bis heute. Es folgen die Einflussgrößen der Bodenfruchtbarkeit und wie diese durch das Bodenmanagement zu beeinflussen sind. Verfasst wurde die Broschüre von 24 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Beratung.

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Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz

Cover des aid-Heftes 'Gute fachliche Praxis - Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz'

In dieser Broschüre sind die neuesten Erkenntnisse für die Bodenbearbeitung, den Erosionsschutz und den Erhalt der organischen Substanz umfassend dargestellt.

Bestellen beim aid infodienst

Tagungsband "Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum "Jahr des Bodens"

Am 18. und 19. Juni 2015 veranstaltete die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Würzburg eine Tagung mit dem Thema "Schwere Maschinen, enge Fruchtfolgen, Gärreste – eine Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit?"

Links

Publikationen

Sonderdruck - Den Boden im Blick

Cover des Sonderdrucks "Den Boden im Blick"

Dieser Sonderdruck enthält einen Auszug aus der Ausgabe 4-2015 von B&B Agrar, der Zeitschrift für Bildung und Beratung des aid infodienstes.

Tagungsband "Kongress zum Jahr des Bodens"

Cover des Tagungsbandes zum Kongress Jahr des Bodens

Am 16. November 2015 veranstaltete der Zentralverband Gartenbau e.V. zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Tagung mit dem Thema "Gesunder Boden –Gesunder Gartenbau"

Broschüren vom aid infodienst e.V.

Magazin "lebens.mittel.punkt" der i.m.a - Auzug aus Heft 1/2015

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