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Gruppenfoto zur Präsentation der Broschüre zum Bundesprogramm Dr. Maria Flachsbarth überreicht das Bundesprogramm an Joachim Rukwied (DBV, links) und Jürgen Mertz (ZVG, rechts), Quelle: BMEL/photothek.net/Thomas Köhler

Bundesprogramm für mehr Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau stark nachgefragt

Um die Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau zu fördern, wurde im November 2015 ein neues Bundesprogramm bekanntgemacht. Es setzt den landwirtschaftlichen Teil des Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) um und beinhaltet schwerpunktmäßig Investitions-, Beratungs- und Wissenstransferförderungen. Das Programm wurde bisher sehr gut angenommen. Hinter den in 2016 gestellten Förderanträgen stehen Investitionen in Landwirtschaft und Gartenbau in Höhe von 71,7 Millionen Euro und überschlägig ein Energiesparvolumen von 118.130 Millionen kWh.

Energieeffizienzsteigerung entscheidend für Energiewende

Die Steigerung von Energieeffizienz bildet neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien die zweite tragende Säule der Energiewende. Denn je effizienter der Energieeinsatz ist, desto weniger Energie muss verbraucht und erzeugt werden. Von Energieeffizienz profitieren alle: Sie hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern, Geld zu sparen, sie erhöht die Versorgungssicherheit, stützt die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb und trägt dazu bei, dass Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht.

Der Einsatz neuer, energieeffizienter Technik ist das entscheidende Vehikel für mehr Energieeffizienz. Dennoch wird heute immer noch weniger in Energieeffizienz investiert, als es wirtschaftlich sinnvoll und zur Realisierung unserer Effizienzziele notwendig wäre. Mit dem NAPE hat die Bundesregierung deswegen eine umfassende Strategie auf den Weg gebracht. Er sieht auch in der Landwirtschaft und im Gartenbau eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz vor. Um dieser Zielvorgabe zu entsprechen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau aufgelegt.

Förderphasen

Die Förderphase hat am 1. Januar 2016 begonnen und endet am 31. Dezember 2018. Antrags- und Bewilligungsbehörde ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft- und Ernährung (BLE). Zielgruppe des Bundesprogramms sind Landwirte und Gärtner gleichermaßen. Insgesamt stehen für das Förderprogramm 65 Millionen Euro zur Verfügung. Davon fallen 15 Millionen Euro auf das Jahr 2016, 25 Millionen Euro auf das Jahr 2017 und ebenfalls 25 Millionen Euro auf das Jahr 2018.

Große Nachfrage

Die Antragszahlen zeigen, dass das Programm sehr gut nachgefragt ist. Im Jahr 2016 wurden bei der BLE 746 Anträge eingereicht, die ein Zuwendungsvolumen von 17,3 Millionen Euro umfassten. Von den beantragten Fördermitteln fließt der Großteil in Neubaumaßnahmen.

Diese Tendenz ist auch 2017 zu beobachten. Bis zum 19. Mai dieses Jahres wurden 511 zusätzliche Anträge gestellt, die ein Zuwendungsvolumen von 11,9 Millionen Euro beinhalten. Darunter fallen 56 Anträge für Neubaumaßnahmen mit einem Zuwendungsvolumen von 10 Millionen Euro.
Es ist zu erwarten, dass die Anzahl der Anträge bis Ende des Jahres die Gesamtzahl der Anträge aus 2016 übersteigt.

Maßnahmen

Durch das Bundesprogramm sollen kleine und mittlere Unternehmen ausschließlich im Bereich der Produktion landwirtschaftlicher Primärzeugnisse gefördert werden (Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014). Es sieht dafür drei Maßnahmenschwerpunkte vor:

  • Modernisierung

Bei Einzelmaßnahmen wird der Ersatz einzelner Anlagen durch hocheffiziente Anlagen, z. B. elektrische Motoren und Antriebe, Pumpen, Beleuchtung usw. in Gebäuden gefördert. Maschinen und Geräte für die betriebliche Außenwirtschaft sind davon ausgeschlossen. Für Einzelmaßnahmen beträgt die Zuwendung 30 Prozent der Kosten. Eine Ausnahme stellt die Umrüstung auf LED-Beleuchtung dar, die mit 15 Prozentund nur 2016 gefördert wurde.

Die systemische Optimierung soll durch gleichzeitige Modernisierung mehrerer Komponenten einer bestehenden Anlage bzw. eines Gebäudes ein optimales Energieeffizienzniveau im Bestand erreichen. Voraussetzung für die Förderung ist ein durch die Energieberatung erstelltes, betriebliches Energieeinsparkonzept. Auch die Konzepterstellung kann im Rahmen des Programms gefördert werden (s. Beratung). Die systemische Optimierung kann mit 20 bis 30 Prozent der Kosten bezuschusst werden. Die Höhe der Zuwendung ist abhängig von der erreichten Energieeinsparung, die mind. 25 Prozent betragen muss. Zum Nachweis muss ein betriebliches Energieeinsparkonzept (s. Beratung) vorgelegt werden.

  • Neubauten

Gefördert wird der Neubau von Niedrigenergiegebäuden für die pflanzliche Erzeugung, z. B. Gewächshäuser. Stallneubauten sind hingegen nicht umfasst, da dort das Tierwohl und nicht die Energieeffizienz Priorität hat. Sie sollen ausschließlich in Programmen mit entsprechendem Schwerpunkt gefördert werden.

Grundlage für die Förderung ist, wie bei der systemischen Optimierung, ein Gutachten bzw. betriebliches Energieeinsparkonzept. Die Zuwendungen für Niedrigenergiegebäude zur pflanzlichen Erzeugung können bis 40 Prozent der Anschaffungskosten betragen. Hierfür muss über ein Gutachten nachgewiesen werden, dass ein Energie-Minderverbrauch von 60 Prozent gegenüber einem Referenzgebäudetyp vorliegt. Ein geringerer Zuschuss ist auch schon ab 40 Prozent Energie-Minderverbrauch möglich.

  • Beratung und Wissenstransfer

Das Ergebnis der Beratungsförderung sind einzelbetriebliche Energieeinsparkonzepte. Ein Energieeinsparkonzept kann, muss aber nicht, durch den Betrieb umgesetzt werden. Es ist aber Voraussetzung für die Modernisierungs- und Neubauförderung. Die Berater müssen bei der BLE registriert und Experten in der landwirtschaftlichen Energieberatung sein. Die Förderung der Beratung erfolgt als De-minimis-Beihilfe an die landwirtschaftlichen Unternehmen. Sie kann 80 Prozent der Netto-Beratungskosten betragen und ist auf maximal 6.000 Euro begrenzt.

Die Förderung des Wissenstransfers soll die niederschwellige Teilnahme von Landwirten und Gärtnern an so genannten Energieeffizienztischen ermöglichen, an denen ein moderierter Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer durch bei der BLE registrierte Energieberater erfolgen soll. Für die Organisation und Durchführung von Energieeffizienztischen können Zuwendungen bis zu 5.000 Euro gewährt werden. Bezuschusst werden die Kosten für die Moderation, für Vorträge sowie sonstige Sachausgaben, z.B. Raummieten. EU-beihilferechtlich stützt sich die Wissenstransferförderung, wie bei der Investitionsförderung, auf Art. 14 der Agrarfreistellungsverordnung.

Stand:
24.07.17

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