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Die Fachrichtungen des Gartenbaus

Das gärtnerische Produktionsspektrum umfasst Topfpflanzen, Schnittblumen, Stauden, Gehölze, Gemüse, Obst sowie Arznei- und Gewürzpflanzen. Eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten und -sorten wird von Gärtnern kultiviert.

Darunter befinden sich neben den bekannten Arten aus dem Beet- und Balkonpflanzensortiment auch seltene Rosensorten und Pflanzenarten, die speziell für Liebhaber angebaut und somit erhalten werden. Darüber hinaus bieten Gärtner Dienstleistungen in verschiedenen Formen an, von der Innenraum- und Dachbegrünung, über floristische Leistungen, Friedhofsgärtnerei oder fachkundige Beratung bis hin zur Anlage und Pflege von Hausgärten oder Grünflächen. Für die Planung von Freiräumen oder auch für die Bauüberwachung sind jedoch die Landschaftsarchitekten zuständig. Sie sind die Fachleute für Landschaft und Freiraum.

Cover der Broschüre "Der Gartenbau in Deutschland - Daten und Fakten" Die Broschüre "Der Gartenbau in Deutschland - Daten und Fakten" ergänzt die Broschüre "Der Gartenbau", Quelle: BMELV

Die Bereitstellung all dieser Leistungen erfordert umfangreiches gärtnerisches Fachwissen und Können sowie die Umsetzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und den Einsatz moderner Technik. Dies beweisen Unternehmen nicht nur bei ihrer täglichen Arbeit mit Pflanzen, sondern auch mit ihren Beiträgen auf zahlreichen Fachmessen und Ausstellungen wie z. B. der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, der Internationalen Fachmesse Urbanes Grün und Freiräume (GaLaBau) in Nürnberg oder den Landes-, Bundes- und Internationalen Gartenschauen immer wieder aufs Neue. Die Präsentation technischer Innovationen, wie Neuzüchtungen, Themengärten oder aktuelle Trends für Wohnung und Garten, vermittelt den Besuchern dieser Veranstaltungen einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Branche.

Gartenbauliche Dienstleistungen

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Das Gestalten und Pflegen von Gärten ist so alt wie die Kulturgeschichte, denn Gärten standen schon immer als Ausdruck der Kultur und Gesellschaft. Die Gartenkunst spiegelte einen Teil der jeweiligen Stilrichtung wider. Entsprechend unterschiedlich waren auch die verwendeten Gestaltungselemente. Das Aufgabengebiet der Landschaftsgärtner hat sich über Jahrhunderte hinweg den jeweiligen Stilrichtungen angepasst und beinhaltet eine Fülle von grünen Dienstleistungen.

Heute bauen, entwickeln, pflegen und erhalten Landschaftsgärtner die grüne Umwelt von morgen. Dazu gehören der Bau und die Pflege von Freianlagen aller Art: Außenanlagen an öffentlich und gewerblich genutzten Gebäuden sowie im Wohnungs- und Siedlungsbau, innerstädtisches Grün, Parkanlagen, Sportplätze, Golfanlagen, Spielplätze und andere Freizeitanlagen zählen ebenso dazu wie die Begrünung von Bauwerken und vieles mehr.

Die Bandbreite reicht von landschaftsgärtnerischen Maßnahmen an Verkehrsflächen und zur Verkehrsberuhigung, über Fußgängerzonen bis hin zu Arbeiten im Rahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Auch in privaten Hausgärten ist die Kompetenz der Experten für Garten und Landschaft rund ums Bauen mit Grün gefragt. Über diese klassischen Tätigkeiten hinaus haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend neue Arbeitsbereiche entwickelt.

Dazu gehören der Bau von Schwimmteichen und Pflanzenkläranlagen, die Entsiegelung von Flächen, Regenwassermanagement und Freiflächenmanagement, die Neuanlage und Pflege seniorengerechter Gärten sowie der Einbau von automatischen Beregnungsanlagen und Lichtinstallationen.

Auftraggeber und Planer wissen die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Experten für Garten und Landschaft zu schätzen und achten darauf, alle Arbeiten aus dem Fachgebiet des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues aus fachlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen von Fachbetrieben des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues ausführen zu lassen.

Friedhofsgärtnerei

Friedhofsgärtner übernehmen Planung, Anlage und Pflege unterschiedlicher Grabstätten. Dabei werden die Wünsche der Kunden ebenso berücksichtigt wie die Richtlinien der gärtnerischen Grabgestaltung. Bei der Grabanlage und den jahreszeitlichen Wechselbepflanzungen kommt es auf die standortgerechte Pflanzenauswahl an.

Viele Bürger legen mit einem Dauergrabpflege-Vertrag die Verantwortung in die Hände der Friedhofsgärtner. Damit die Auftraggeber die Gewähr haben, dass ihre Verträge auch fachgerecht erfüllt werden, überwachen die regional zuständigen Treuhandstellen regelmäßig die Ausführung der festgelegten Leistungen. Friedhofsgärtner übernehmen auch zunehmend die allgemeine Grünpflege auf den Friedhöfen.

Produktionsgartenbau

Gemüsebau

Die Betriebe des heimischen Gemüsebaus versorgen die Verbraucher ganzjährig mit einem vielfältigen Angebot an frischem Gemüse. Die Auswahl reicht von verschiedenen Kohlarten, Wurzel- und Knollengemüse bis hin zur reichhaltigen Palette verschiedener Kräuter und Salate sowie anderer schmackhafter Blatt- und Fruchtgemüse wie Grüne Bohnen, Tomaten oder Zucchini. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich auch Spargel, Frischpilze sowie Heil- und Gewürzpflanzen aus deutschem Anbau.

Im Freiland und in Gewächshäusern sorgen die Gemüsegärtner für die richtige Anbauplanung, die termingerechte Pflanzenvermehrung und die erforderlichen Kultur- und Pflegearbeiten. Das Gemüse wird marktgerecht aufbereitet, sortiert, verpackt und gekennzeichnet. Ernteverfrühung durch Einsatz von Folien und eine artspezifische Lagerung ermöglichen es, die Angebotszeiträume zu verlängern und die Produktqualität zu erhalten. Die Gemüsevermarktung erfolgt über Erzeugerorganisationen, Großmärkte und über den Direktabsatz.

Einige Betriebe haben Anbauverträge mit der Konserven- oder Tiefkühlindustrie, für die großflächig insbesondere verschiedene Kohlarten, Einlegegurken, Bohnen, Erbsen, Spinat und Karotten in geeigneten Sorten angebaut werden. Umfangreiche Gemüseanbauflächen sind in der gesamten Rheinschiene zu finden. In der Vorderpfalz ist aufgrund der günstigen Klimabedingungen und guter Beregnungsmöglichkeiten besonders der Anbau von Frühgemüse verbreitet.

Obstbau

Der Apfel ist die wichtigste Obstart in Deutschland. Es folgen der Anbau von Erdbeeren, Pflaumen und Zwetschgen, Süß- und Sauerkirschen sowie Birnen. Zu einem qualitätsorientierten Anbau gehören Kenntnisse über die Anbausysteme, Sorteneigenschaften und Standortansprüche, Bodenpflege, bedarfsgerechte und umweltschonende Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen sowie gezielte Schnittmaßnahmen. Der Einsatz moderner Technik erleichtert Ernte, Sortierung und marktgerechte Verpackung. Spezielle Lagerverfahren ermöglichen die Sicherung der Produktqualität und den Absatz über einen längeren Zeitraum.

Obst wird über Erzeugerorganisationen und Genossenschaften an den Handel vermarktet. Etwa ein Viertel der Haupterwerbsbetriebe verkauft direkt an den Verbraucher. Wichtige Anbaugebiete für Kernobst befinden sich an der Niederelbe und am Bodensee. Beerenobst wird vor allem in Baden angebaut.

Neben dem Marktobstanbau trägt auch der Streu- und Gartenobstanbau bisweilen mit erheblichen Mengen zur deutschen Obsterzeugung bei. Diese traditionelle Wirtschaftsform ist besonders in Baden-Württemberg weit verbreitet.

Baumschule

Viele Millionen Laub- und Nadelgehölze werden jährlich in deutschen Baumschulen herangezogen. Dazu gehören Allee- und Parkbäume, Zier- und Obstgehölze, aber auch Bodendecker, Rosen sowie Hecken- und Kletterpflanzen. Spezialisierte Unternehmen produzieren und vermarkten die Gehölze vom einjährigen Sämling bis zum mehrere Jahrzehnte alten Park- oder Alleebaum. Das vielfältige Gehölzsortiment wird von den Baumschulen an Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, an Gartencenter sowie an Städte und Gemeinden verkauft.

Eine bedeutende Abnehmergruppe sind darüber hinaus die vielen Privatkunden mit ihren Haus- und Kleingärten. Die Flächen für die Gehölzanzucht liegen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein), im Oldenburger Raum (Niedersachsen) und im Großraum Bonn (Nordrhein-Westfalen).

Blumen- und Zierpflanzenbau

In Gewächshäusern und auf dem Freiland kultivieren Zierpflanzengärtner ein umfangreiches Sortiment an blühenden und grünen Topfpflanzen, Schnittblumen sowie Beet- und Balkonpflanzen. Um die Verkaufsreife termingerecht zu erreichen, nutzen die Gärtner moderne Technik. Klimaführung, Bewässerung, Düngung, Belichtung, Schattierung und Verdunkelung werden oft vollautomatisch gesteuert.

Nach Ernte und Aufbereitung sowie Sortierung und Kennzeichnung erfolgt die Vermarktung der Zierpflanzen über Versteigerungen, Blumengroßmärkte und den Großhandel an die Blumenfachgeschäfte und andere Anbieter. Die Produktionsbetriebe haben sich häufig auf die Erzeugung weniger Pflanzengruppen spezialisiert. Zahlreiche Zierpflanzenbaubetriebe verfügen neben ihrer Produktion zusätzlich über eigene Verkaufseinrichtungen, z. B. Verkaufsgewächshäuser oder Ladengeschäfte.

Blumen und Zierpflanzen werden vom Verbraucher hoch geschätzt und gehören zu den beliebtesten Geschenken der Bundesbürger. Dies spiegelt sich in den beachtlichen Pro-Kopf-Ausgaben wider.

Staudengärtnerei

Staudengärtner verfügen über spezielle Fachkenntnisse über die Vermehrung und standortgerechte Verwendung von mehrjährig ausdauernden, überwiegend krautartigen Pflanzen. Stauden gibt es in vielen Arten und Sorten. Zu ihnen gehören nicht nur die reich blühenden Beet- und Prachtstauden, sondern auch die zahlreichen Gräser, Farne sowie Steingarten-, Sumpf- und Wasserpflanzen, die unsere Gärten, Grünanlagen und die freie Landschaft mit ihrer Vielfalt bereichern. Landschaftsgärtner, Kommunen, Gartencenter und Hobbygärtner sind Abnehmer von Stauden.

Weitere Informationen

Stand:
01.10.15

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