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Gewinner stehen auf der Bühne Die Preisträger des Deutschen Innovationspreises Gartenbau 2017 auf der Internationalen Gartenausstellung, Quelle: BMEL

Deutscher Innovationspreis Gartenbau Preisträger 2009 - 2017

Preisträger 2017

Kategorie "Pflanze"

Staudengärtnerei Gaißmayer aus Illertissen

Die Staudengärtnerei Gaißmayer ist bei Stauden ein Pionierunternehmen des ökologischen Landbaus und mit ihrem großen Gesamtsortiment trägt sie modellhaft zum Erhalt und nachhaltigen Nutzung einer Vielzahl von Staudenarten und –sorten bei.

Im Rahmen von Veranstaltungen, Seminaren, Vorträgen für Fachleute und Hobbygärtner, Veröffentlichungen und online-Informationsangeboten gibt sie Informationen über die biologische Kultivierung und Vermehrung sowie den Einsatz von Stauden und Kräutern aktiv weiter.

Kategorie "Technik"

Lock Antriebstechnik GmbH aus Ertingen

Seit Jahrzehnten werden in Gewächshäusern Zahnstangengetriebe zur Betätigung von Lüftungsklappen eingesetzt. Einbau, aber vor allem der Arbeitsaufwand für Bau- und Instandhaltungsarbeiten waren bisher sehr aufwändig.

Das neue Zahnstangengetriebe EZD 52 kann den Arbeitsaufwand bei Bau- und Instandhaltungsarbeiten erheblich reduzieren. Reparaturen können in kürzester Zeit vorgenommen werden.

Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation und Unternehmenskonzepte"

Green Contor GmbH aus Westerstede

Mit dem Konzept "Landgefühl": Pflanzen wie zu Großmutters Zeiten wird ein umfassendes Vermarktungskonzept für Outdoorpflanzen ausgezeichnet, das sich an den allgemein boomenden Nostalgietrend anlehnt. 10 kooperierende Produzenten mit jeweils unterschiedlichen Sortimentsschwerpunkten haben ein eigenes, rustikales Shop-Konzept entwickelt und in 60 deutschen Fachgartencentern etabliert.

Wiesenobst GbR aus Ingelheim am Rhein

Bei diesem Projekt handelt es sich um eine erfolgreiche Nutzung von Crowdfunding für die Finanzierung der Pflanzung von Streuobst-, Apfelbäumen und ihrer Anfangspflege in der Region Ingelheim/Rhein. Auf einer digitalen Crowdfunding-Plattform wurde die Projektidee mit einem authentischen und überzeugenden Video erklärt und freiwillige finanzielle Unterstützer (Crowd) gesucht.

Preisträger 2016

Kategorie "Pflanze"

Kühne Jungpflanzen, Dresden, für ihre Hortensiensorte "Diva Fiore"

Dr. Hermann Onko Aeikens bei der Preisverleihung an die Firma Kühne Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens (2.v.links) und Jürgen Mertz (links), Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), überreichten den "Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2016" an die Firma Kühne Jungpflanzen aus Dresden, Quelle: ZVG

Hortensien sind als hochpreisige Kultur im Zierpflanzenbau als Zimmer- und Gartenpflanze gefragt. Der Haken: Es gibt nur einige, sehr alte Sorten, die winterhart sind und mehrfach blühen (remontieren). Gerade diese sehr alten Sorten wachsen aber meist nicht so kompakt und blühen nicht so leuchtend, wie der Kunde es heute wünscht. Hier setzt die neue Sorte "Diva Fiore" der Firma Kühne an: Sie verbindet ein modernes attraktives Erscheinungsbild mit den wichtigen Eigenschaften des Remontierens und ausgeprägter Winterhärte. "Die "Diva Fiore" stellt daher eine echte Innovation von erheblicher Attraktivität für den Verbraucher dar", befand die Jury.

W. Kordes Rosenschulen GmbH&Co.KG, Sparrieshoop, für ihre "Parfuma-Duftrosen-Serie"

Die Firma Kordes zählt zu den weltweit führenden Rosenzüchtern. Um erfolgreich blattgesunde Rosen mit Resistenz gegenüber Sternrußtau und Mehltau zu züchten, stellte sie konsequent den Zuchtgarten auf eine Kultur ohne Fungizide um. Das schränkte zunächst die Menge des zur Züchtung verfügbaren, geeigneten Ausgangsmaterials ein. Durch ausdauernde Zuchtarbeit gelang es, neben den wichtigen Resistenzen auch den Blütenduft als ein sehr komplexes Merkmal erfolgreich züchterisch zu bearbeiten. Ein herausragendes Ergebnis ist die "Parfuma-Duftrosen-Serie" mit ganz intensivem Blütenduft. Das Votum der Preisrichter: Eine überzeugende, erfolgreiche Züchtung, die Maßstäbe setzt für diese wichtige Zierpflanzenkultur.

Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation/Unternehmenskonzepte"

Baumschule und Obstbau Georg Schneider GbR, Edingen-Neckarshausen, und ihr Kooperationspartner DIE BUBEN - Agentur für Kommunikation, Stuttgart für "Stiefkind Apfelsaft"

Dr. Hermann Onko Aeikens bei der Preisverleihung an die Firma Gerog Schneider und "Die Buben" Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens (links) und Jürgen Mertz (rechts), Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), überreichten den "Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2016" an die Firma Georg Schneider GBR, Edingen-Neckarhausen, und den Kooperationspartner "Die Buben", Stuttgart., Quelle: ZVG

Ausgezeichnet werden die erfolgreiche Konzeption und Markteinführung eines innovativen Apfelsaftproduktes. Ausgehend von einer Neuzüchtung aus einem rotfleischigen Zierapfel und einem gelbfleischigem Kulturapfel mit säuerlichem Geschmack wurde ein Apfelsaft entwickelt, der junge Leute anspricht. Durch gekonntes Marketing konnte eine Zielgruppe außerhalb des klassischen Apfelsaftmarktes besetzt werden, die Produktgruppe der alkoholfreien Trendgetränke. Ein für ein Familienunternehmen aufwändiges, ausgefeiltes Kommunikationskonzept mit Verkaufsförderungsaktionen, Produktproben und Guerrillamarketing-Elementen sorgte für einen raschen Imageaufbau. Der Innovationspreis würdigt den besonderen Vorbildcharakter des Konzeptes.

Angesichts eines zunehmenden Wettbewerbs im Lebensmittelhandel besteht die Herausforderung darin, klar fokussierte Zielgruppen mit professionell abgestimmten Marketinginstrumentarien für markante Produktneuheiten zu begeistern. Das Beispiel Stiefkind Apfelsaft zeigt, welche Möglichkeiten neuere Marketing- und Kommunikationsansätze bieten. Zwar ist das Vermarktungskonzept nicht eins zu eins auf andere Bereiche des Gartenbaus übertragbar. Es zeigt jedoch, dass der Gartenbau neue Ideen und trendige Vermarktungsansätze nicht nur anderen überlassen muss - so das Urteil der Jury.

Preisträger 2015

Kategorie "Pflanze"

INKARHO GmbH in Bad Zwischenahn

INKARHO steht für Interessengemeinschaft kalktoleranter Rhododendron. Sie ist ein Zusammenschluss von zwölf Baumschulen aus den Baumschulgebieten Oldenburg, Ostfriesland und Holstein. Durch Kreuzung der asiatischen Art Rhododendron micranthum mit der alpinen Art Rhododendron hirsutum ist es ihr gelungen, eine kleinwüchsige, kalktolerante, blühfreudige, winterharte und schnittverträgliche Hybride zu züchten, die ähnlich wie Buchsbaum als Formschnittgehölz genutzt werden kann. Das ist aktuell von großem Interesse, weil Buchsbaum durch das Buchsbaumsterben und den Buchsbaumzünsler stark geschädigt wird.

Kategorie "Technik"

Forschungsverbund "Remote Farming"

Der Forschungsverbund "Remote Farming" besteht aus den Firmen Deepfield Robotics und Amazonen Werke sowie der Hochschule Osnabrück. Er hat eine autonome Feldroboterplattform, die einem Portaltraktor ähnlich sieht, für den Einsatz im Freiland entwickelt. Das Gerät kann flexibel für verschiedene Anwendungen im Gartenbau angepasst werden. Bislang kann sie für die mechanische Beikrautregulierung im Gemüseanbau, Einzelpflanzenspritzung, Pflanzenphänotypisierung und Bodenverdichtungsmessung eingesetzt werden. Der BoniRob zeigt das Automatisierungspotential durch Roboter für den Gartenbau.

Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation"

Nordfreun.de – auf blühende Nachbarschaft e.V.

Die Initiative vereint Gärtner, Floristen, Fachhändler und Verbraucher aus dem Großraum Hamburg in einem Netzwerk zum Erhalt der Vielfalt und Qualität regionaler Blumen- und Zierpflanzenproduktion. Mit dem Innovationspreis soll gewürdigt werden, dass das Netzwerk "Nordfreun.de" eigene Kriterien für Regionalität von Blumen und Zierpflanzen erarbeitet und Akteure entlang der Wertschöpfungskette in einem Verein zusammengebracht hat. Diese Regionalbewegung ist auch eine Zukunftsperspektive für den Zierpflanzenbau.

Preisträger 2014

Kategorie Pflanze

Gartenbaubetrieb Peter van Leuven in Geldern

Gruppenbild Peter Bleser (links), Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, und Jürgen Mertz (rechts), Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), überreichten in den „Deutschen Innovationspreises Gartenbau 2014“ an den Gartenbaubetrieb Peter van Leuven aus Geldern-Lüllingen, Quelle: ZVG

Der Gartenbaubetrieb Peter van Leuven produziert bereits in der dritten Generation gartenbauliche Produkte in Geldern-Lüllingen. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine Spezialisierung auf Heidepflanzen, hauptsächlich der Gattungen Erica und Calluna. Die für den Innovationspreis vorgeschlagene Boronia heterophylla taucht seit etwa 1990 immer wieder einmal als interessanter Kandidat für eine neue Zierpflanze auf. Dennoch sind die bisher am Markt befindlichen Mengen eher marginal. Jetzt ist es Peter van Leuven nach langer Beschäftigung mit der duftenden Pflanze aus Australien gelungen, ein exklusives und ansprechendes zierpflanzenbauliches Produkt zu entwickeln: Boronia heterophylla in der Form eines Hochstämmchens. Damit dieses Produkt seine Exklusivität behält, ist neben der Erarbeitung des Kulturverfahrens auch eine Marketingstrategie entwickelt worden. Da die Produktionszeit bis zum Verkauf bis zu drei Jahre dauern kann, wird Boronia heterophylla ausschließlich an den Fachhandel ausgeliefert. Für die gute Vermarktung sorgen speziell ausgearbeitete Verkaufs- und Informationshilfen. Somit kann sich der Fachhandel mit exklusiven, hochwertigen Produkten von anderen Verkaufsstätten absetzen und Alleinstellungsmerkmale aufweisen. Dies ist auch vor den Hintergrund einer notwendigen Inwertsetzung gartenbaulicher Produkte sinnvoll.

Kategorie "Technik"

Firma SET-Derksen GmbH in Emmerich-Elten

Die Firma SET-Derksen GmbH in Emmerich-Elten hat das Erntegerät Grün Fix für Grünspargel entwickelt. Der GrünFix ist ein Erntemesser, das für jeden Erntehelfer individuell (auch für Linkshänder) eingestellt werden kann und dadurch die optimierte Gestaltung der Grünspargelernte im Vergleich zur herkömmlichen Erntemethode mit einem kleinen Handmesser wesentlich erleichtert. Durch die ergonomische Körperhaltung ist die Arbeit weniger ermüdend und anstrengend; auch kann eine höhere Ernteleistung als bisher realisiert werden. Durch den geringen Anschaffungspreis verfügt der GrünFix über ein großes Potenzial in vielen Betrieben, die Grünspargel anbauen, zum Einsatz zu kommen.

Firma RAM GmbH Mess- und Regeltechnik in Herrsching

Gruppenbild Peter Bleser (links), Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, und Jürgen Mertz (rechts), Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), überreichten den „Deutschen Innovationspreises Gartenbau 2014“ an die RAM GmbH Mess- und Regeltechnik aus Herrsching, Quelle: ZVG

Die Firma RAM GmbH Mess- und Regeltechnik in Herrsching hat eine Steuerung zum präventiven Schließen von Tagesschirmen entwickelt, um Energieverluste in Gewächshausanlagen zu reduzieren. In der Regel werden Tagesschirme zur Reduzierung des Energieverlustes am Tage erst geschlossen, wenn ein bestimmter Temperaturwert im Gewächshaus unterschritten wird. Die neu entwickelte Auskühlschutzfunktion schließt den Schirm bereits im Voraus, sobald eine sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Energieverbrauch negativ auswirkende Wetterbedingung eintritt. Die Steuerung erfolgt durch die Faktoren Niederschlag, Außentemperatur, Raumtemperatur und Windgeschwindigkeit. Zusätzlich kann für jeden einzelnen der genannten Faktoren ein eigener Grenzwert für die Außenhelligkeit eingestellt werden. Erst wenn dieser Wert unterschritten wird, tritt die jeweilige Funktion auch in Kraft. Ein Öffnen des Schirmes erfolgt erst, wenn alle sich negativ auswirkenden Faktoren entfallen, oder der Grenzwert für die Außenhelligkeit überschritten wird. Damit bietet die Firma RAM eine innovative Lösung, mit der die Energieeffizienz von Gewächshäusern verbessert wird.

Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation"

Staudenbetrieb KÖSTER mit Sitz in Bottrop

Der Staudenbetrieb KÖSTER mit Sitz in Bottrop beliefert Einzelhandelsgärtnereien und kleinere Handelsunternehmen. Er bietet seinen Kunden die Möglichkeit, Pflanzen unter ihrem Namen und mit eigenem Logo als "Eigenmarke" zu verkaufen.
Da in der grünen Branche nur wenige starke Herstellermarken existieren, orientieren sich viele Kunden am Namen des Vertriebsunternehmens. In dieser Situation ist es gerade für die Handelsbetriebe und Einzelhandelsgärtnereien von Vorteil, wenn die Produkte mit dem eigenen Markennamen und Markenauftritt in Verbindung gebracht werden. Ein Kernproblem für kleinere, regional agierende Gärtnereien und Fachgartencenter ist hierbei die Produktion von individuell markierter Ware in geringen Mengen, damit die Produkte in eine klar erkennbare Verbindung mit dem Handelsbetrieb gesetzt werden (Idee der Eigenmarke). Fehlt diese Markierung aufgrund der kleinen Produktionsmengen und der großen Produktvielfalt, werden die Möglichkeiten der Wiedererkennung, Mund-zu-Mund-Werbung und der Kundenloyalität nicht zufriedenstellend ausgeschöpft.

Als Lösung dieses Problems wurde mit Hilfe des Aufbaus einer eigenen Etikettendruckerei ein Produktions- und Vertriebssystem für Stecketiketten entwickelt, das bei Auftragseingang – also just-in-time – für etwa 1000 Staudensorten Einzeletiketten und Aktionsetiketten mitliefern kann. Das Gesamtpaket besteht daher in der Lieferung von Stauden mit professionell gestalteten Etiketten sowie farbig bedruckten Töpfen, die auf das individuelle Corporate Design des Gartencenters ausgerichtet sind. Dies ist bereits für so kleine Mengen möglich, wie sie für kleinere Gärtnereien und Fachgartencenter typisch sind. Mit dem Innovationspreis soll gewürdigt werden, dass das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren systematisch an einem zentralen Problem der Produktmarkierung kleiner Stückzahlen bei gleichzeitig hoher Variantenvielfalt arbeitet und jetzt eine ganzheitliche Problemlösung vorgelegt hat. Da diese Herausforderung nicht nur für den Bereich Stauden gilt, ist von einer hohen Relevanz und Modellwirkung für den Gartenbau auszugehen. Zudem sind von dem Konzept allgemeine Impulse für die Professionalisierung von Wertschöpfungsketten im Gartenbau zu erwarten.

Preisträger 2013

Kategorie Technik

Preisträger Gartenbau Reischl

Preisverleihung auf der Bühne des BMELV beim Tag der offenen Tür 2013 im BMELV Staatssekretär Robert Kloos (r.) mit den Preisträgern des Deutschen Innovationspreis Gartenbau 2013 beim Tag der offenen Tür 2013, Quelle: BMELV/Kossok

Die Firma Gartenbau Reischl in Duderstadt hat einen vollautomatisch arbeitenden Umsetzroboter für Topfpflanzen entwickelt. Der Automat kann mit zwölf unabhängigen Topfgreifern die Töpfe in Paletten einstellen. Von besonderem Vorteil ist dabei, dass das System auf unterschiedliche Transportverpackungen umgestellt und auch auf eine höhere Anzahl Greifer ergänzt werden kann. Auf diese Weise kann sich der Gartenbaubetrieb relativ einfach auf die oft sehr unterschiedlichen Anforderungen der Großhandelskunden hinsichtlich der Verpackung anpassen. Durch die sehr praxisnahe Herstellung des Gerätes wird gewährleistet, dass die Investitionen im überschaubaren Rahmen bleiben. Somit stellt der Umsetzroboter eine gute Lösung für kleinere und mittelgroße Gartenbaubetriebe dar. Mit seiner Entwicklung zeigt der Betrieb Reischl erneut, dass Systemlösungen nicht zwangsläufig aus der Industrie, sondern auch aus dem Gartenbau selbst kommen können.

Preisträger Doll Wärmetechnik GmbH

Die Firma Doll Wärmetechnik GmbH in Mössingen wurde für einen vertikal arbeitenden Deckenventilator für den Einsatz in Gewächshäusern ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um ein System mit einer neuartigen, patentierten Luftführung. Das Gerät saugt die im oberen Bereich des Gewächshauses unter dem Energieschirm angestaute Warmluft ab und verteilt sie gleichmäßig im ganzen Kulturraum. Damit wird eine gleichmäßigere Temperaturverteilung erreicht und gleichzeitig Heizenergie eingespart. Da dabei der Pflanzenbestand gut durchlüftet wird, können Pflanzenschutzmaßnahmen reduziert und der Energieaufwand für das sogenannte Trockenheizen minimiert werden. Dazu wurde der Deckenventilator mit einer entsprechend entwickelten Regeltechnik kombiniert, die kontinuierlich die Temperatur im Deckenbereich des Gewächshauses misst und den Ventilator bedarfsgerecht steuert. Angetrieben wird der Ventilator durch einen hocheffizienten Wechselstrommotor, der im Vergleich zu herkömmlichen Elektromotoren weniger Energie benötigt. Das ist eine Lösung, mit der die Energieeffizienz des Gewächshausanbaus gesteigert und gleichzeitig der Kulturerfolg verbessert werden kann.

Kategorie Kooperation/Betriebsorganisation

Preisträger Westhof BIO-Gewächshaus GmbH & Co. KG

Die Firma Westhof BIO-Gewächshaus GmbH & Co. KG in Friedrichsgabekoog in Dithmarschen erhält den Deutschen Innovationspreis Gartenbau für das Projekt eines geschlossenen Energie und Nährstoffkreislaufs. Eine Biogasanlage wird mit Kleegras, den Ernteresten aus dem Feld- und Gewächshausanbau sowie nicht verkauftem Gemüse beschickt. Die nach dem Gasgewinnungsprozess zurückbleibenden Substrate werden wiederum in der Freiland- und Gewächshausproduktion als Wirtschaftsdünger eingesetzt. Die erzeugte Energie wird sowohl als Elektrizität verkauft als auch für die Beheizung des Gewächshauses sowie die Gemüseverarbeitung genutzt. Das im Blockheizkraftwerk entstehende CO2 soll darüber hinaus in das Gewächshaus zur Erhöhung der Erträge eingeleitet werden. Die weitgehend integrierten Energie- und Nährstoffkreisläufe sollen eine möglichst effiziente Nutzung von Ressourcen sicherstellen und langfristig zu einer energieneutralen Produktion führen.

Preisträger 2012

Kategorie Kooperation/Betriebsorganisation

Preisträger PlusPlants

Der Preisträger PlusPlants ist eine Kooperation von sieben leistungsfähigen Zierpflanzenproduzenten im norddeutschen Raum. Ziel der Kooperation ist es, die Erzeugnisse der Mitgliedsbetriebe unter einer Dachmarke zu vermarkten. Damit sollen besonders ökologische und soziale Eigenschaften der Produktion vertrauenswürdig kommuniziert werden. In einem durch große Mengen und niedrigen Preise gekennzeichneten Markt versuchen die an der Kooperation beteiligten Unternehmen aktiv Eigenschaften zu betonen, die in den vergangenen Jahren in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen haben und zukünftig noch wichtiger werden. Sie eröffnen damit besonders dem Fachhandel Möglichkeiten, sich durch ressourcenschonend produzierte und sozialverträgliche Produkte in einem Massenmarkt zu differenzieren. Der Kooperationsverbund bietet ein breites Pflanzensortiment an. Das macht ihn zu einem interessanten Marktpartner für Einkäufer auch größerer Abnehmer.

Das Konzept ist durchgängig geplant: es beginnt mit der Zertifizierung durch unabhängige Unternehmen und geht bis zur gemeinsamen professionellen Entwicklung eines Vermarktungskonzeptes. Diese Entwicklung wird durch ein Beratungsunternehmen unterstützt. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit, in der Produktionsbetriebe sich entwickelnde Chancen auf dem Markt pro-aktiv aufgegriffen und eine umfassende Strategie der Zusam­menarbeit entworfen haben. Sie haben dazu Kommunikationsstrukturen entwickelt, die eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Konzeptes fördern.

Preisträger 2011

Kategorie Technik

Preisträger Dämpfmobil

Das "Dämpfmobil" der Firma MSD GmbH in Durbach dient dem physikalischen Pflanzenschutz. Es ist die Neuentwicklung eines mobilen, vollautomatischen Dämpfgerätes zur oberflächlichen und tiefenwirksamen Behandlung von großen, gespurten Freilandflächen. Nach manueller Ausrichtung des Gerätes auf dem Feld arbeitet das Dämpfmobil anschließend vollautomatisch. Die Dämpfhaube wird für eine voreingestellte Zeit über der zu behandelnden Fläche abgesenkt und die Behandlung durchgeführt. Anschließend fährt das Gerät selbstständig weiter, um den nächsten Feldabschnitt zu dämpfen.

Im Vergleich zu Vorläufersystemen für die Flächendämpfung erleichtert das Dämpfmobil die Anwendung und reduziert die Betriebskosten je Hektar, weil Arbeitszeit und Energie eingespart werden. Dieses Gerät bringt den thermophysikalischen Pflanzenschutz ein gutes Stück weiter und macht ihn praxisgerechter. Durch die Verbindung moderner Technik zur Automatisierung sowie einem hohen Wirkungsgrad des verwendeten Heizsystems ist es gelungen, aus dem altbewährten Prozess der Bodendämpfung ein modernes und innovatives Gerät zu konstruieren. Für die Zukunft ist eine wachsende Bedeutung derartiger Verfahren zu erwarten. Für den ökologischen Gartenbaubau ist das Dämpfen oft die einzige Alternative.

Preisträger PlantEye

Die Firma Phenospex GmbH aus Aachen hat mit dem PlantEye ein System zur automatisierten Erfassung von physikalischen Pflanzenparametern und zur Analyse und Dokumentation der gemessenen Daten geschaffen. Das System besteht aus drei Komponenten. Der 3D-Scanner erfasst stündlich den Pflanzenbestand hinsichtlich unterschiedlicher Pflanzenparameter wie Höhe und Volumen. Er kann auf alle gängigen Gießwägen im Gewächshaus angebracht werden. Über das Terminal besteht die Möglichkeit die Daten im Gewächshaus zu visualisieren. Und eine Analysesoftware speichert letztlich die Daten in einer Datenbank und bereitet sie auf. Ein Vergleich mit vorherigen Kulturführungen ermöglicht dem Gärtner ein rechtzeitiges Eingreifen, um bei der Kultur seiner Pflanzen eventuelle Qualitätsverluste zu verhindern. Zu dem können über eine Schnittstelle Klimadaten aus vorhandenen Klimaregelcomputern in die Analyse mit einbezogen und das Wachstum näher analysiert werden.

Mit dem PlantEye steht ein System zur Verfügung, welches den Gärtner bei einer effizienten Kultur wesentlich unterstützen kann.

Kategorie "Kooperation/Betriebsorganisation"

Preisträger Bock Bio Science GmbH

In der Rubrik "Kooperationen/Betriebsorganisation" wurde die Firma Bock Bio Science GmbH aus Bremen für das Dienstleistungspaket "Bock TC Services" ausgezeichnet. In Deutschland gibt es traditionell viele klein- und mittelständische Unternehmen, die über hochwertiges Zuchtmaterial verfügen und den Gartenbau immer wieder mit attraktiven Neuzüchtungen überraschen. Die Chancen solcher Unternehmen, neue Sorten am Markt einzuführen sind aber häufig dadurch begrenzt, dass sie nicht über Gewebekulturlabore verfügen und z. T. nicht mit den neuartigen Züchtungsmethoden vertraut sind. "Bock TC Services" unterstützt solche Betriebe bei der Entwicklung neuer Sorten bis zur Markteinführung. Innovativ an diesem Paket ist sein Umfang. So beinhaltet das Dienstleistungsangebot neben der Beratung über geeignete Züchtungsmethoden, die Erzeugung und Auswahl gesunder Elitepflanzen bis hin zur Erlangung eines Sortenschutzes.

Weitere Angebote in diesem Paket sind z.B. Aussaaten von wertvollem Saatgut unter standardisierten Bedingungen, eine Verjüngung von Elitepflanzenbeständen, die Erarbeitung von Protokollen zur Akklimatisierung und auf Wunsch auch eine Unterstützung bei der Einwerbung von Forschungs- und Entwicklungsförderungen. Für klein- und mittelständische Betriebe steht damit ein vielversprechendes Dienstleistungspaket zur Verfügung, um ihr hochwertiges Zuchtmaterial für einen großen Markt zu erschließen. Hohe Investitionskosten für die Einrichtung sowie den Betrieb eines Gewebekulturlabors werden damit umgangen und die Voraussetzungen geschaffen, dass derartige Betriebe sich weiterhin auf ihre eigentlichen Kompetenzen und Fähigkeiten konzentrieren können. Die Jury sieht in diesem Kooperationsprojekt eine Chance für klein- und mittelständische Züchtungsunternehmen, sich in einem durch zunehmende Internationalisierung und Fusionierungen gekennzeichneten Markt zu behaupten.

Preisträger 2010

Kategorie Pflanze

Preisträger Stöckmann

Das Unternehmen Stöckmann aus Bad Zwischenahn hat sich einer Kundengruppe angenommen, die ständig wächst: Besitzer von kleinen Grundstücken mit Interesse an hochwertigen Pflanzen. Durch konsequente Suche nach klein bleibenden und langsam wachsenden Gehölzen, deren Aufzucht und teilweise auch Veredelung, wurde unter den Markennamen "nasto Symphony" ein Sortiment aufgebaut, das besonders für kleine Gärten und Kübelpflanzen geeignet ist. Durch vielfältige Maßnahmen und Materialien zur Warenpräsentationen ist ein eindrucksvolles Gesamtkonzept entstanden, das Interesse an den edlen Produkten weckt.

Die Jury war beeindruckt von der Konsequenz der Umsetzung des Gesamtkonzeptes und dem umfassenden Sortiment im Bereich der Kleingehölze.

Kategorie Technik

Preisträger ai-solution GmbH

Der "Kirpy" ist eine von der Firma ai-solution GmbH in Wolfsburg entwickelte Spargelvollerntemaschine, die in einem Arbeitsgang den gesamten Spargeldamm ernten kann. Damit hat das Unternehmen ein System von hoher innovativer Qualität auf den Markt gebracht, das die schwere und zeitintensive Arbeit der Spargelernte wesentlich erleichtert.

Mit dem Spargelvollernter wird der Spargel im Damm auf einer festgelegten Höhe mechanisch durch zwei rotierende Messerscheiben abgeschnitten. Die gesamte Erde wird durch ein Siebkettenband aufgenommen und gesiebt. Anschließend wird der Spargeldamm wieder neu aufgebaut und geformt. Der ausgesiebte Spargel wird auf ein Sortierband gefördert und von Erntehelfern in Kisten sortiert. Außerdem werden Steine und Erdklumpen ausgesiebt, so dass der neue Damm aus lockerer Erde besteht und die Qualität der nächsten Erntewelle gefördert wird. Der Kirpy ist der erste Spargelvollernter, der mit einem Folienlegemodul kombiniert wurde. Dieses Modul führt die Folie über Rollen, was die Reibung an der Folie mindert und somit die Haltbarkeit der Folie entscheidend verlängert.

Der Spargelvollernter ist für die deutschen Spargelanbauer eine gute Option, um Problemen mit zu wenig Saisonarbeitskräften entgegen zu wirken.

Kategorie Kooperation/Betriebsorganisation

Preisträger RheinMaasFlora KG

Der "Freilandanbau im geschlossenen System mit Wasserrecycling durch eine Biofilteranlage" ist ein Konzept der RheinMaasFlora KG, Kevelaer, die das aktuelle Wissen über geschlossene Bewässerungssysteme und Biofilteranlagen großflächig umsetzt. Das Konzept besitzt damit Modellcharakter für den Freilandanbau von Containerkulturen.

Als innovativ an diesem Projekt wird neben der Größe der Anlage, die Verknüpfung von produktionstechnischen, phytosanitären und umweltschonenden Aspekten angesehen. Unterstützt wird die Preiswürdigkeit auch durch die geplante Öffentlichkeitsdarstellung des Projektes im Rahmen einer Online-Dokumentation der Wasserflüsse in der gesamten Anlage.

Preisträger 2009

Kategorie Pflanze

Preisträger Gartenbaubetrieb Holz

In der Kategorie "Pflanze" entsprechen die Ericazüchtungen "Beauty Queens" im besonderen Maße den Anforderungen des Innovationspreises. Stellvertretend für die an der Züchtung beteiligten Unternehmen wurde dafür der Gartenbaubetrieb Holz aus Weeze ausgezeichnet. Eriken sind in den letzten Jahren in immer geringeren Mengen produziert worden.

Der besondere Reiz der Bewerbung liegt darin, dass nun durch Selektion und Züchtung verbesserte Eriken erhältlich sind, die ein erhebliches Marktpotential mitbringen. Die Pflanzen sehen anders aus als gewöhnliche Eriken, sie sind ein sehr interessantes und innovatives Produkt. Die Erikazüchtungen "Beauty Queens" bieten eine echte Chance, der Kultur und dem Absatz von Heidepflanzen neuen Schwung zu geben.

Weitere Informationen

Stand:
08.09.17

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