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Pipettieren in Mikrotiterplatte Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Neue molekularbiologische Techniken

BMEL hat einen breiten Dialogprozess initiiert

Neue molekularbiologischen Techniken (NMT) können in der Grundlagenforschung als auch in der Pflanzen- und Tierzucht zur Anwendung kommen. Sie werfen jedoch auch zahlreiche fachliche, juristische und ethische Fragestellungen auf.

Um den Austausch über diese Techniken über unterschiedliche Disziplinen hinweg anzuregen, hat das BMEL einen Dialogprozess initiiert. Zum ersten Treffen im Frühjahr 2017 waren knapp 200 interessierte Gäste im Bundeslandwirtschaftsministerium vertreten. Die Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen unterstreicht die Bedeutsamkeit eines breit angelegten, offenen und transparenten Dialogs über diese Biotechnologien.

NMT, insbesondere die Techniken des so genannten Genome Editing, sind ein sehr schnell wachsendes Feld naturwissenschaftlicher Forschung. Sie haben das Potenzial, die lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung einerseits sowie Biotechnologie und Biomedizin andererseits stark zu verändern. Kontroversen bestehen im Umgang und in der Bewertung der neuen Züchtungsmethoden.

Ihnen werden vielfältige Chancen für die Landwirtschaft, Pflanzen- und Tierzucht zugeschrieben. Durch sie ist es möglich, präzise und kontrolliert einzelne Nukleotide, aber auch größere Gensequenzen aus dem Chromosom zu entfernen oder einzufügen und so gezielte genetische Veränderungen in Organismen herbeizuführen. Dabei ergeben sich Fragestellungen, die sich sowohl aus einer Nutzung als auch aus einem Verzicht der NMT in Deutschland und der EU in der Landwirtschaft, bei der Lebensmittelherstellung sowie in der Human- und Tiermedizin ergeben.

Fachlicher und gesellschaftsethischer Dialog

Weltweit finden die NMT vor allem in Forschung und Entwicklung bereits eine breite Anwendung. Erste mit diesen Methoden hergestellte Produkte sind in Drittländern schon auf dem Markt. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einen mehrteiligen Dialogprozess gestartet, um unter Beteiligung unterschiedlicher Positionen und Interessen zu einem möglichst offenen und transparenten Austausch mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen über den Umgang mit Genome Editing-Verfahren anzuregen. Die Ergebnisse des Dialogprozesses sollen auch in die Kommunikation der EU-Kommission mit Mitgliedsstaaten und Interessensvertreter/innen einfließen.

Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen molekularbiologischen Techniken gilt, genau hinzusehen, angemessen zu urteilen sowie hierauf basierend zu handeln.

Stand:
18.07.17

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