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Internationale Agrarmarktbeobachtung: Deutschland übernimmt AMIS-Vorsitz

Das Agrarmarktinformations-System AMIS bündelt auf Initiative der G20 Agrarminister seit 2011 Daten zu Witterung, Ernteaussichten und Preisen für die weltweit wichtigen Grundnahrungsmittel Reis, Mais, Weizen und Soja. Das Ziel: Es soll durch ein Mehr an Markttransparenz helfen, Hungerkrisen besser vorzubeugen und extreme Preisschwankungen zu verhindern. Ende Juni 2016 hat erstmals Deutschland für ein Jahr den AMIS-Vorsitz übernommen.

Das AMIS Sekretariat hat seinen Sitz bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom. Monatlich wird ein Marktmonitor herausgegeben.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) kündigte an, sich während seines Vorsitzes aktiv für die Weiterentwicklung des Agricultural Market Information Systems (kurz AMIS) einzusetzen. So will es beispielsweise durch gezielte Ansprache einzelner Staaten die Datenbasis weiter verbessern. Das Ministerium weiß hierbei die Europäische Kommission hinter sich, welche die Weiterentwicklung zu einem noch präziseren Prognose-Tool ausdrücklich unterstützt. Das BMEL wird sich 2016 und 2017 mit 300.000 Euro an Maßnahmen zur Systemverbesserung beteiligen.
AMIS wertet nicht nur Meldungen der G20 Staaten aus, sondern auch die Daten der wichtigsten ex- und importierenden Länder. Dazu zählen Staaten wie Ägypten, Kasachstan, Nigeria, Thailand, Ukraine und Vietnam. Damit erfasst das System gut 80 Prozent des weltweiten Handels mit den wichtigsten Ernährungsgütern.


Auch wenn noch nicht alle beteiligten Staaten umfassende Daten liefern, gilt AMIS schon heute als Erfolgsgeschichte. Es hat sich als Analyse-Instrument etabliert. So half es etwa bei der Krim- bzw. Ukrainekrise durch abgestimmte politische Reaktionen überschießende Marktreaktionen zu verhindern.
Nach Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Australien hatten zuletzt die USA den AMIS-Vorsitz. Die Wahl Deutschlands als Nachfolger erfolgte einstimmig.

Stand:
20.07.16

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