BMEL

Service

Logo des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - zur Startseite

Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) 2015

Wachsende Nachfrage nach Nahrung, Rohstoffen und Energie: Chancen für die Landwirtschaft, Herausforderungen für die Ernährungssicherung?

Vom 15.-17. Januar 2015 fand in Berlin das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) statt, zu dem eine Vielzahl internationaler Schlüsselakteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkamen.

Höhepunkt der Veranstaltung war die jährliche weltweit größte Agrarministerkonferenz an der in diesem Jahr Ministerinnen und Minister aus über 70 Staaten sowie Vertreter der internationalen Organisationen FAO und Weltbank teilnahmen.

Im Abschlusskommuniqué des Gipfels sprachen sich die Ministerinnen und Minister für eine kohärente Politik zur nachhaltigen Bioökonomie aus: Die Bekämpfung von Hunger und von Mangelernährung müssten Hand in Hand gehen, heißt es in dem Kommuniqué. "Nur eine starke, diversifizierte und nachhaltige Lebensmittelproduktion liefert die Grundlagen dafür, das Menschenrecht auf Nahrung dauerhaft zu verwirklichen und die Menschen mit ausreichenden und gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen."

Gemeinsame Aufgabe der teilnehmenden Staaten sei es, die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft so zu gestalten, dass die steigende Nachfrage nach Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen befriedigt werden kann, ohne die Ernährungssicherung zu gefährden. Um diese Aufgabe zu lösen, gelte es

  • die Möglichkeiten der Bioökonomie zu nutzen,
  • die Nachhaltigkeit der Produktion und Nutzung zu gewährleisten und
  • den Vorrang der Ernährung zu gewährleisten.

v.l.n.r.  FAO-Generaldirektor Graziano da Silva sowie die Landwirtschaftsminister Schmidt und Eker Bundesminister Schmidt bei der Übergabe des Abschlusskommuniqués an FAO-Generaldirektor Graziano da Silva (l.) und den türkischen Landwirtschaftsminister Mehmet Mehdi Eker (r.), Quelle: BMEL/Luca Abbiento

Nach dem Agrarministergipfel überreichte Bundesminister Schmidt seinem türkischen Amtskollegen Mehmet Mehdi Eker und dem FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva das Abschlusskommuniqué. Die Türkei hat im Jahr 2015 die G20-Präsidentschaft übernommen. Eker bekräftigte, den Prozess in dieser Rolle zu unterstützen. Mit dem Kommuniqué haben die Agrarminister wesentliche Inhalte für den weiteren internationalen Prozess heraus gearbeitet.

Hintergrundinformationen zum GFFA 2015

Die siebte Ausgabe des GFFA stand unter dem Motto "Wachsende Nachfrage nach Nahrung, Rohstoffen und Energie: Chancen für die Landwirtschaft, Herausforderungen für die Ernährungssicherung?" und bot einen idealen Rahmen für die internationale Zukunftsdebatte über Chancen, Potentiale und Herausforderungen einer biobasierten Agrarwirtschaft unter der Prämisse der Ernährungssicherung.

Wofür steht eine nachhaltige, ressourcenschonende und klimagerechte Landwirtschaft der Zukunft? Eine einfache Antwort hierauf gibt es nicht. Landwirtschaft ist längst über ihre Rolle als Lieferant von Nahrungs- und Futtermitteln hinausgewachsen. Aufgrund der begrenzten fossilen Rohstoffe und der Notwendigkeit, mit den knappen Ressourcen effizient zu wirtschaften, steigt die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen für die technische Nutzung und Energiegewinnung. Damit werden neue Ansprüche an die Land-und Forstwirtschaft gestellt. Zahlreiche Länder haben erkannt, dass der Wandel zu einer auf erneuerbaren Ressourcen basierenden rohstoffeffizienten Wirtschaft neue Trends setzt, Chancen und Potentiale eröffnet, aber auch Herausforderungen stellt. Nachhaltige Bioökonomie wird in diesem Sinne von vielen Ländern unterstützt.

Diese Entwicklung eröffnet insbesondere der Landwirtschaft Chancen auf neue Absatz- und Einkommensmöglichkeiten. Durch eine Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen für den Nicht-Lebensmittelbereich können in ländlichen Räumen Arbeitsplätze entstehen oder gesichert und wirtschaftliches Wachstum generiert werden.

Zugleich ergeben sich für die Agrarpolitik aber auch weitreichende Fragen im Hinblick auf die Rahmenbedingungen und die Zukunft der Landwirtschaft:

  • Wie kann die Agrarproduktion in nachhaltiger Weise gesteigert werden, um die verstärkte Nachfrage nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten zu decken?
  • Wie kann den unterschiedlichen Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft entsprochen werden; welche Instrumente sind dafür notwendig?
  • Wie kann vor allem der Vorrang der Nahrungsmittelerzeugung gesichert werden?

Hier bedarf es einer akteurs- und länderübergreifenden politischen Diskussion, um neue Ansätze für eine kohärente Agrarpolitik zu finden, die der Ernährungssicherung Vorrang gibt.

Das GFFA bot Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Plattform für diese Diskussion und griff dabei wie in jedem Jahr auf eine große Bandbreite verschiedener Formate zurück.

Ablauf und Struktur des GFFA

In der Auftaktveranstaltung wurde die Themenstellung erörtert und dargelegt, welche Aspekte für die weitere Diskussion in den GFFA-Veranstaltungen von besonderer Relevanz sind. In Fachpodien verschiedener Veranstalter sowie den Arbeitssitzungen der internationalen Organisationen FAO und Weltbank wurde das Schwerpunktthema unter inhaltlichen und regionalen Einzelaspekten diskutiert und somit eine Verzahnung des GFFA mit den aktuellen Diskursen der Fachwelt geschaffen.

Beim Internationalen GFFA-Podium diskutierten hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vor rund 800 internationalen Gästen zum Thema. Gleichzeitig fand eine Kooperationsbörse statt, in der Verbände, Unternehmen, Hochschulen und das BMEL sich und ihre Arbeit im Agrar- und Ernährungssektor vorstellen konnten.

Parallel zum Berliner Agrarministergipfel lud der GFFA Berlin e.V. zum Internationalen Wirtschaftspodium sowie zum Abendempfang der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft in die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom ein. Der Abendempfang bot den Teilnehmern des Berliner Agrarministergipfels und des Internationalen Wirtschaftspodiums abschließend die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktpflege..

Stand:
22.06.15

Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

Reden

FAO-Stellenangebote

Publikationen

Presse

Pressemitteilungen

Interviews

Links

Schlagworte

e

Wichtige Mitteilung

Bundespreis 2018 - Für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung

Jetzt Anmelden!

Aufruf zur Bewerbung zum Bundespreis 2018

Unternavigation aller Website-Bereiche