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Teilnehmer des Berliner Agrarministergipfels 2016 Nahm das Thema "Wie ernähren wir die Städte?" in den Blick: Der Berliner Agrarministergipfel 2016, Quelle: BMEL/photothek.net/Michael Gottschalk

GFFA 2016 "Wie ernähren wir die Städte?" - 8. Berliner Agrarministergipfel verabschiedet Abschlusskommuniqué

Mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Kommuniqués durch den Berliner Agrarministergipfel ist am 16. Januar das 8. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) - Die Berliner Welternährungskonferenz 2016 zu Ende gegangen. Ihr Thema: "Wie ernähren wir die Städte? - Landwirtschaft und ländliche Räume in Zeiten von Urbanisierung“

In ihrem einstimmig auf dem weltgrößten Agrarministergipfel verabschiedeten Kommuniqué fordern die Agrarminister, der Sicherung der Ernährung in den Städten politische Priorität auf der globalen Agenda einzuräumen. Sie zeigen sich überzeugt, dass die Urbanisierung ohne Landwirtschaft nicht nachhaltig gelingen kann. Sie drängen daher darauf, dass Urbanisierung im Schulterschluss von Städten und ländlichen Räumen gestaltet wird.
In einem Aufruf zum Handeln erklären die Minister, sie sähen es als ihre Verpflichtung an, Anstrengungen zu unternehmen, um die politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen zu schaffen für produktive und nachhaltige Landwirtschaft, für effiziente und verlässliche Liefer- und Wertschöpfungsketten sowie für vitale ländliche Räume.

Der Berliner Agrarministergipfel bildete den Abschluss und Höhepunkt des GFFA 2016 - der Berliner Welternährungskonferenz. Seit Donnerstag hatten rund 2000 Teilnehmer aus über 100 Ländern in Berlin intensiv in verschiedenen Veranstaltungsformaten über das Thema Landwirtschaft und ländliche Räume in Zeiten von Urbanisierung debattiert.
Die Urbanisierung ist eines der Zukunftsthemen der Menschheit. Die Versorgung der Menschen in den wachsenden Städten ist eine besondere Herausforderung. Das stellte auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, in einer Video-Botschaft für das GFFA 2016 heraus. Sicherzustellen, dass jeder in den wachsenden urbanen Zentren Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln hat, sei entscheidend, um das Ziel der Beendigung des Hungers zu erreichen.

"Die Stadt braucht das Land"

Nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, kann Urbanisierung nur im Zusammenspiel mit einer nachhaltigen und effizienten Landwirtschaft gelingen. Landwirtschaft und ländliche Räume lieferten Nahrungsmittel und seien deshalb "der Schlüssel für die Ernährungssicherung der Menschen in den Städten“, sagte Schmidt in Berlin. "Verwaiste ländliche Räume und hungerbedingte Unruhen in den Städten müssen wir jetzt verhindern. Deshalb habe ich meine Amtskollegen zur weltgrößten Agrarministerkonferenz nach Berlin eingeladen. Wir fordern die wachsenden Städte mit Nachdruck auf, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen und sich bewusst zu machen: Ohne Land ist ein Leben in der Stadt nicht möglich“, sagte der Minister.

verweist auf: Konferenz-Webseite des Global Forum for Food and Agriculture

Schmidt hatte bereits beim Internationalen GFFA-Podium mit mehr als 1000 Teilnehmern im Vorfeld des Berliner Agrarministergipfels betont: "Urbanisierung kann ohne Landwirtschaft nicht gelingen.“ Die Stadt brauche das Land. Eröffnet hatte die zweieinhalbtägige Konferenz der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Peter Bleser, am Donnerstag. Er betonte zum Konferenzauftakt: “Nur eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft wird die wachsenden Städte mit einer ausreichenden Menge an gesunden und vielfältigen Nahrungsmitteln versorgen können. Dazu müssen wir auf allen Ebenen besser werden: In kleinbäuerlichen Betrieben genauso wie in großen Unternehmen.“

Das GFFA gilt als ideale Plattform zum Austausch über zentrale Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft. So richteten im Rahmen der Konferenz die Welternährungsorganisation FAO und die Europäische Kommission am Freitag zwei High Level Panels zur Ernährungssicherung in Städten und zum Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz zwischen Städten und ländlichen Räumen aus. Zudem standen zehn Fachpodien auf dem Programm. Unter anderen im Fokus dabei waren mit Indien und China zwei Länder, in denen das Thema Urbanisierung besonders relevant ist. Bleser betonte vor diesem Hintergrund die Bedeutung der Zusammenarbeit Deutschlands mit China und Indien: So trage deutsches Know-how zu einer nachhaltigen, produktiven Landbewirtschaftung in den Ländern bei. Nur mit einer Stärkung der gesamten Wertschöpfungsketten werde es gelingen, Ernährungssicherung im ländlichen Raum und in den Städten zu gewährleisten. Umgekehrt würden für Deutschland und die internationale Gemeinschaft beispielsweise die Erfahrungen Chinas mit der Urbanisierung wichtig sein sein. Bleser: "Dies zeigt schon der Vergleich, wonach in Deutschland allein Hamburg, München und Berlin mehr als eine Million Einwohner zählen, während es in China bereits 170 Städte sind mit solch hoher Einwohnerzahl!"

Öffnet neues Fenster: GFFA-Videodokumentation Per Klick aufs Bild öffnet sich die Seite mit der Video-Dokumentation des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) Berlin 2016, Quelle: BMEL

Die Ergebnisse der GFFA Veranstaltungen flossen in den das GFFA abschließenden Berliner Agrarministergipfel ein.

Zum Ende dieser Agrarministerkonferenz stand die Übergabe des Abschlusskommuniqués 2016 an den Vertreter von UN Habitat, Joan Clos, sowie den japanischen Vize-Agrarminister, Hiromichi Matsushima, auf der Tagesordnung. UN-Habitat wird im Oktober 2016 den nächsten Weltgipfel veranstalten, "UN Habitat III“. Ziel der Konferenz ist es, eine neue Agenda für nachhaltige Stadtentwicklung zu verabschieden. Japan hat aktuell den G7 Vorsitz inne und will dort das Thema Ernährungssicherung behandeln.

Hintergrund

Die 2008 ins Leben gerufene GFFA Konferenz widmet sich einem jährlich wechselnden Schwerpunktthema. Sie hat als international bedeutsame Welternährungskonferenz ihren festen Platz im Kalender der Agrarministerien rund um den Globus. Der Berliner Agrarministergipfel ist ein wichtiger internationaler Impulsgeber zu Beginn jedes Jahres. So haben Deutschland und die FAO beispielsweise Ende 2015 eine Bioökonomieplattform auf den Weg gebracht und damit einen zentralen Beschluss des GFFA 2015 umgesetzt.

Zur GFFA Sonderseite geht es hier:

Stand:
16.01.16

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