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Gruppenfoto Quelle: BMEL/photothek.net/Thomas imo

GFFA 2017: 9. Berliner Agrarministerkonferenz verabschiedet Kommuniqué - "Landwirtschaft und Wasser - Schlüssel zur Welternährung"

Minister verpflichten sich, sich aktiv für nachhaltigen Umgang mit Wasser einzusetzen

83 Länder haben sich bei der 9. Berliner Agrarministerkonferenz verpflichtet, aktiv für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser einzutreten. Gemeinsam verständigten sie sich beim weltweit größten Agrarministertreffen auf ein ambitioniertes GFFA-Abschlusskommuniqué und überreichten es FAO-Generaldirektor Graziano da Silva.

GFFA - Die Berliner Welternährungskonferenz

Das 2008 vom BMEL ins Leben gerufene "GFFA – Die Berliner Welternährungskonferenz" findet jährlich während der Internationalen Grünen Woche statt. GFFA steht für den internationalen Konferenznamen "Global Forum for Food and Agriculture". Den politischen GFFA-Höhepunkt bildet die Berliner Agrarministerkonferenz. Sie ist das weltweit größte Agrarministertreffen und ein wichtiger internationaler Impulsgeber zu Beginn jedes Jahres.

Das GFFA bietet mit zahlreichen Einzelveranstaltungen und Diskussionsrunden Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Gelegenheit, sich über ein jährlich wechselndes agrarpolitisches Schwerpunktthema auszutauschen und zu verständigen. Veranstalter ist das BMEL in Kooperation mit dem GFFA Berlin e.V., dem Senat von Berlin und der Messe Berlin GmbH. Sie hat sich als einzigartige und umfassende Diskussionsplattform international fest etabliert.

Das Berliner Agrarministertreffen ist der politische Höhepunkt des GFFA. Das 9. "Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) – Die Berliner Welternährungskonferenz" tagte vom 19. bis zum 21. Januar mit mehr als 1500 Teilnehmern aus über 100 Ländern in Berlin. Im Fokus stand 2017 das Thema: Wasser und Landwirtschaft – Schlüssel zur Welternährung.

GFFA-Thema: Wasser und Landwirtschaft – Schlüssel zur Welternährung

"Der nachhaltige Umgang mit Wasser ist eine der zentralen Herausforderungen unseres Jahrhunderts", betonte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt. Ohne Wasser könne es keine Ernährungssicherung geben.

Die Landwirtschaft steht angesichts der wachsenden Weltbevölkerung vor der Aufgabe, mehr Lebensmittel mit weniger Wasser zu produzieren. Für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser müssen alle relevanten Akteure ihren Beitrag leisten und international zusammenarbeiten. Deshalb setze er sich mit den Agrarministerinnen und –ministern aus fast allen Teilen der Welt für einen schonenden Umgang mit Wasser ein, unterstrich der Minister anlässlich der Berliner Agrarministerkonferenz.

"Als Schlüsselakteur müssen wir durch nachhaltiges Wassermanagement zur Sicherung der Wasserqualität beitragen, den Zugang zu Bildung, Ausbildung und Know-how verbessern und den Aufbau von Strukturen und den Einsatz von Technologien stärken", bilanzierte Schmidt zum Abschluss der Agrarministerkonferenz. Hierfür setze man sich mit dem Kommuniqué ein und leiste gleichzeitig einen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Nachhaltige Ressourcennutzung: Landwirtschaft übernimmt Verantwortung

Als größtem Nutzer von Wasser weltweit kommt der Landwirtschaft eine besondere Verantwortung zu. Die Agrarminister machten in Berlin deutlich: Die Landwirtschaft übernimmt Verantwortung für nachhaltige Ressourcennutzung. Sie ist bereit, sich als wichtiger Akteur in den Diskussionen zur künftigen Gestaltung des globalen Wassermanagements einzubringen. Sie will ihr erhebliches Gestaltungspotenzial einsetzen, die Herausforderungen im Bereich Wasser bewältigen zu helfen.

Als vier zentrale Herausforderungen identifizierten die Ressortchefs in Berlin:

  • die Reduzierung von Wasserknappheitsrisiken,
  • die Reduzierung der Verunreinigung von Wasser,
  • Management von Wasserüberschuss sowie
  • die Sicherstellung des ausreichenden Zugangs der Landwirtschaft zu Wasser.

Bundesminister Schmidt überreichte das GFFA-Abschlusskommuniqué in Berlin an den Generaldirektor der Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO), José Graziano da Silva. Die Teilnehmer der Agrarministerkonferenz fordern damit die FAO auf, das GFFA als Beitrag der Landwirtschaft zur erfolgreichen Umsetzung der Agenda 2030 auf UN-Ebene zu kommunizieren.

Die UN hat sich mit ihrer Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf globale Nachhaltigkeitsziele verständigt (SDGs). Hierin hat die Weltgemeinschaft nicht nur den Kampf gegen Hunger (SDG2), sondern auch den nachhaltigen Umgang mit Wasser (SDG6) prominent verankert.

Wichtiger Impuls für G20-Agrarministerkonferenz

Das BMEL erwartet sich vom GFFA einen wichtigen Impuls für die weitere internationale Arbeit, die bereits am Folgetag in der G20-Agrarministerkonferenz unter deutschem Vorsitz in Berlin aufgenommen wird. So sollen die in der Berliner Agrarministerkonferenz erarbeiteten Grundlagen in den G20-Prozess eingebunden werden.

Das G20-Agrarministertreffen ist das erste Ministertreffen unter der diesjährigen deutschen G20-Präsidentschaft. Deren Ziele - "Stabilität sicherstellen – Zukunftsfähigkeit verbessern – Verantwortung übernehmen" - treffen auch auf die Rolle der Landwirtschaft zu. Mit im Fokus wird beim Treffen der G20-Agrarminister neben der Digitalisierung der Landwirtschaft auch das Thema Landwirtschaft und Wasser stehen.

Hintergrund zum Jahresthema

Wasser ist Leben. Rund 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Hiervon sind für den Menschen jedoch nur etwa ein Prozent als Süßwasser frei zugänglich und nutzbar. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Wasserverbrauch weltweit verdreifacht. Die zunehmende Wasserknappheit verschärft die Konkurrenz um die Nutzung der knapper werdenden Ressource; sie gefährdet in der Folge oft nicht nur die ökonomische und soziale Entwicklung, sondern letztlich auch die politische Stabilität in den betroffenen Regionen.

Für die Landwirtschaft ist Wasser neben Boden die wichtigste Produktionsressource. Zur Sicherung der Welternährung benötigt die Landwirtschaft etwa 70 Prozent des genutzten Süßwassers. Schätzungen der Vereinten Nationen legen nahe, dass der Wasserbedarf der Landwirtschaft global gesehen zunehmen wird, während sich - aufgrund der gleichermaßen steigenden Nachfrage nach Wasser in Städten von Seiten der Industrie - die für die Landwirtschaft verfügbare Wassermenge verringern könnte.

Im Rahmen des GFFA nutzten internationale Schlüsselakteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Gelegenheit, sich auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und seiner Kooperationspartner zum Thema Landwirtschaft und Wasser auszutauschen und zu verständigen.

Forschung zum Thema

Wie lässt sich nachhaltiger mit der Ressource Wasser umgehen? Dieser Frage gehen verschiedene Forschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nach. Erfahren Sie mehr darüber in der 4. Ausgabe der "forschungsfelder" mit dem Titel "Alles fließt".

Weitere Informationen zu aktuellen Forschungsaktivitäten zum Thema "Wasser in der Landwirtschaft" finden Sie hier auf unseren BMEL-Forschungsseiten.

Ziel ist es, Diskussionen zum Thema anzustoßen und konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Auf der Tagesordnung standen u.a. zehn Fachpodien sowie "High Level Panels" der Europäischen Kommission und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO.

Weitere Informationen:

Stand:
22.01.17

Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

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