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Die internationale Zusammenarbeit zur Sicherung der Welternährung

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist für Deutschland zentraler Mittler und Partner bei der Bekämpfung von Hunger und Unterernährung weltweit.

In der FAO sind derzeit 194 Staaten und die Europäische Gemeinschaft (EU) als Mitglied vertreten (Stand: November 2013). Der reguläre Haushalt dieser größten Sonderorganisation der Vereinten Nationen umfasst für die Jahre 2014 und 2015 ein Volumen von insgesamt rund 1 Milliarde Dollar. Der deutsche Beitrag beläuft sich für diesen Zeitraum auf ca. 19 Millionen US-Dollar plus 14 Millionen Euro pro Jahr.

Als drittgrößter Beitragszahler unterstützt Deutschland die FAO nachdrücklich dabei, die Anzahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren, die Erzeugung und Verteilung von Agrarerzeugnissen zu verbessern, günstige Lebensverhältnisse für die ländliche Bevölkerung zu schaffen und die weltwirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Deutschland nimmt bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt durch die FAO eine führende Rolle ein. Seit Mai 2002 unterhält die Bundesregierung eine Rahmenvereinbarung mit der FAO über Projektzusammenarbeit im Bereich der Ernährungssicherung. Hierfür stellt Deutschland jährlich im Rahmen eines Bilateralen Treuhandfonds zusätzliche Mittel als freiwilligen Beitrag für die FAO in Höhe von 9,1 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden Projekte finanziert, die auf eine Verbesserung der Ernährungssicherheit in Schwerpunktregionen abzielen.

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)

Seit Januar 2012 hat Dr. Graziano da Silva als neuer Generaldirektor die Leitung der FAO übernommen. Er löste damit Dr. Jacques Diouf nach 18 Jahren Amtszeit als Generaldirektor ab. Die FAO hat eine herausragende Bedeutung als Internationale Organisation in der Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt. Dies hat ihr eine unabhängige externe Evaluierung bescheinigt, die aber gleichzeitig auch großen Reformbedarf feststellte.

Das führte dazu, dass die Mitgliedstaaten die FAO einem grundlegenden Reformprozess unterzogen. Deutschland hat dieses Vorhaben mit rund 0,7 Millionen Euro unterstützt. Hauptziele der Reformen waren eine Verschlankung der Managementstrukturen der FAO sowie eine stärkere Konzentration auf einzelne Politikbereiche. Seit dem Dienstantritt von Generaldirektor Dr. Graziano da Silva wurde der Reformprozess weitestgehend abgeschlossen und die Organisation mit fünf neuen strategischen Zielen neu ausgerichtet.

Vorrangiges Ziel der Arbeit der FAO bleibt die Beendigung von Hunger und Fehlernährung weltweit. Gleichzeitig soll die Armut der ländlichen Bevölkerung reduziert und diese besser eingebunden werden in effizientere, national und international vernetzte Landwirtschafts- und Ernährungssysteme. Außerdem setzt sich die FAO zum Ziel, die Widerstandsfähigkeit dieser Systeme in Bezug auf die zunehmende Zahl an Krisen zu erhöhen. Diese Änderungen werden im Rahmen des laufenden Arbeits- und Haushaltsprogramms der FAO umgesetzt.

Der Welternährungsausschuss

Ein wesentlicher Baustein der FAO-Reform ist die Erneuerung und Aufwertung des Welternährungsausschusses (Committee on World Food Security / CFS). Der 1974 ins Leben gerufene CFS ist auf internationaler Ebene die zentrale Plattform zur Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung des Welthungers. Erst im Zuge der Reform aber wandelte der CFS sich zu einer von breiter Akzeptanz getragenen Institution, die neben Regierungsvertretern nunmehr auch multilaterale Agenturen sowie privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure in den Entscheidungsprozess einbezieht. Dies eröffnet neue Chancen, insbesondere wenn es darum geht, gemeinschaftliche Ansätze zur Bekämpfung des Hungers entschieden voranzutreiben, wie auch die konstruktiven Verhandlungen zu den Freiwilligen Leitlinien zur verantwortungsvollen Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern im Rahmen des CFS gezeigt haben.

Die FAO und der Welternährungsausschuss CFS sind die beiden zentralen Akteure und verfügen im Bereich der internationalen Zusammenarbeit zur Sicherung der Welternährung über große Kompetenz. Seit Beginn der Nahrungsmittelkrise 2007 sind die Themen Landwirtschaft und Ernährungssicherung bei internationalen Verhandlungen enorm aufgewertet worden, was sich auch in der Entstehung neuer politischer Prozesse und Institutionen widerspiegelt.

High-Level Task Force zur globalen Nahrungsmittelkrise

Eine der neuen Institutionen ist zum Beispiel die 2008 von VN-Generalsekretär Ban Ki Moon einberufene High-Level Task Force zur globalen Nahrungsmittelkrise. Ihre Aufgabe ist es, die internationalen Bemühungen zur Ernährungssicherung enger zu verzahnen und miteinander in Einklang zu bringen, indem sie die Abstimmung zwischen den verschiedenen Unter- und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen untereinander sowie zu anderen internationalen Akteuren wie der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verbessert.

Landwirtschaft und Ernährungssicherung als Thema der G7 und der G20

Sowohl im Rahmen der G7 als auch der G20 nimmt der Themenkomplex Landwirtschaft und Ernährungssicherung eine wichtige Rolle ein. In Folge der extremen Getreidepreisausschläge 2008 wurde unter italienischer G8-Präsidentschaft in L’Aquila 2009 eine Gemeinsame Erklärung zur Globalen Ernährungssicherung mit Finanzverpflichtungen für die Bekämpfung des Hungers verabschiedet in Höhe von 22 Milliarden Dollar.

Der G8-Gipfel in Camp David am 18./19. Mai 2012 hat diese Verpflichtungen in einer "New Alliance" zur Ernährungssicherung über 2012 hinaus mit Schwerpunkt Afrika fortgeschrieben. Diese schließt die Privatwirtschaft ein und umfasst Kooperationsabkommen mit sechs afrikanischen Ländern (Äthiopien, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana, Mosambik) sowie ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, die Rahmenbedingungen für Innovationen und private Investitionen in die ländliche Entwicklung Afrikas zu verbessern. Ziel ist die Überwindung der Armut von 50 Millionen Afrikanern innerhalb von zehn Jahren.

Darüber hinaus haben sich die G7-Staaten verpflichtet, Entwicklungsländer bei der Verbesserung ihrer Landverwaltung im Rahmen von bilateralen Landpartnerschaften zu unterstützen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und das Bundesentwicklungsministerium (BMZ), die innerhalb der Bundesregierung gemeinsam federführend sind, unterstützen Partnerländer in Fragen der Land-Governance und haben sich dafür ausgesprochen, das Thema verantwortliche Land-Governance als Ziel in die Post-2015 Entwicklungsagenda aufzunehmen.

Der G20-Agrarministerprozess

Parallel dazu haben die Agrarminister der G20-Staaten sich zu eigenständigen Agrar-Gipfeln zum Thema Globale Ernährungssicherung getroffen. Seit dem ersten Treffen in Treviso im April 2009 hat der so genannte G20-Agrarministerprozess rasch Fahrt aufgenommen und 2011 unter der französischen G20-Präsidentschaft einen Aktionsplan zu Lebensmittel-Preisschwankungen und Landwirtschaft beschlossen. Ziel des Aktionsplans ist es,

  • Produktion und Produktivität der Landwirtschaft zu steigern,
  • Marktinformation und Transparenz auf den Agrarmärkten zu verbessern,
  • die internationale Politikkoordination zu stärken,
  • die Auswirkungen von Preisvolatilität auf die Ärmsten zu reduzieren und
  • (als Auftrag an die G20-Finanzminister) die Funktionsweise der Derivatemärkte zu verbessern.

Zu diesem Zweck wurde ein Agrarmarkt-Informationssystem (AMIS) eingerichtet, um Transparenz und Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte zu verbessern sowie ein Rapid Response Forum zu verbesserten Politikkoordination. Seit Januar 2012 sind über die Internetseite www.amis-outlook.org entsprechende Marktdaten einsehbar.

Die mexikanische Präsidentschaft hat an diesen Prozess angeknüpft. Beim G20-Gipfel in Los Cabos am 18./19. Juni 2012 haben die Staats- und Regierungschefs den Fortschrittsbericht der Agrarvizeminister/ Agrardeputies zur Umsetzung des Aktionsplanes entgegen genommen und sich in ihrer Gipfelerklärung für dessen konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung mit dem Ziel der nachhaltigen Steigerung von Produktion und Produktivität ausgesprochen.

Die G20 haben unter RUS Präsidentschaft beim Gipfel am 5. und 6. September 2013 in St. Petersburg einen Aktionsplan zur Entwicklungspolitik verabschiedet, der auch ein Kapitel zur Ernährungssicherung enthält. In der Gipfelerklärung wird Ernährungssicherung als weiterhin prioritäres Thema hervorgehoben. Seit 2014 hat Australien die G20-Präsidentschaft übernommen. Die australische Präsidentschaft behandelt das Thema Ernährungssicherung ausschließlich in der Arbeitsgruppe für Entwicklungszusammenarbeit (DWG - Development Working Group) und wird einen Bericht vorlegen, der einen Überblick über bisherige und zukünftig geplante Aktivitäten der G20 auf dem Gebiet der Enährungssicherungen gibt und dabei auch die komplementären Vorteile der G20 gegenüber anderen Gruppierungen darlegt. Australien hat angekündigt, das so genannte "Framework" zukünftiger Aktivitäten in der Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs hervorzuheben.

Stand:
22.06.15

Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

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