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Bundesminister Schmidt am Rednerpult Bundeminister Schmidt bei der Eröffnungsrede, Quelle: BMEL/Ingo Heine

Politik gegen Hunger: Gemeinsam ackern für gute Ernährung

"Lassen Sie uns gemeinsam die richtigen Weichen stellen: für eine ausreichende, gesunde und ausgewogene Ernährung aller Menschen!" - Mit diesem Appell von Staatssekretär Bleser an die Konferenzteilnehmer ist am 24. Juni die 12. Internationale Konferenz "Politik gegen Hunger" in Berlin zu Ende gegangen.

Im Fokus der gut 250 Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stand 2016 die Frage: Welche politischen Schritte sind nötig, damit sich weltweit alle Menschen angemessen, ausreichend und gesund ernähren können?

Eingeladen hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter der Überschrift "Ackern für gute Ernährung: Welche Nahrungsmittelsysteme brauchen wir?" Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsminister, Peter Bleser, kündigte an, die Ergebnisse der diesjährigen "Politik gegen Hunger"-Diskussionen in die 43. Sitzung des Welternährungsausschusses (CFS) im Oktober 2016 einfließen zu lassen. So werde das BMEL während der CFS-Sitzung ein Side-Event ausrichten und über die Konferenzergebnisse berichten.

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist fehlernährt

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist fehlernährt: Während etwa 1 Milliarde Menschen überernährt sind, leiden zeitgleich fast 800 Millionen Menschen Hunger und rund 2 Milliarden Menschen fehlen überlebensnotwendige Vitamine und Mikronährstoffe. "Das Menschenrecht auf Nahrung ist damit das am häufigsten verletzte Menschenrecht", hatte Bundeminister Schmidt zum Konferenzauftakt betont und die Konferenzteilnehmer aufgefordert: "Setzen wir uns ehrgeizige Ziele: Eine Welt ohne Mangelernährung bis 2030! Gemeinsam ist das machbar. Ganzheitliches Denken ist gefragt - vom Acker bis zum Teller".

Hintergrund der Veranstaltung sind die Beschlüsse der zweiten internationalen Ernährungskonferenz (ICN2) vom November 2014. Neben der so genannten Rom-Deklaration für Ernährung, verabschiedete ICN2 einen weltweiten Aktionsplan. Die Konferenz Politik gegen Hunger knüpfte hier an und setzte bei der Suche nach Wegen, um allen Menschen eine angemessene, ausreichende und gesunde Ernährung zukommen zu lassen, vier Schwerpunkte: Diversifizierung, Verarbeitung, Frauen-Empowerment und Ernährungsbildung (s. Kasten).

Politik gegen Hunger 2016 Politik gegen Hunger 2016: Ackern für gute Ernährung, Quelle: © IndustryAndTravel Fotolia.com - Montage: BMEL

Vier Schwerpunkte 2016:

Diversifizierung: Reis, Mais und Weizen sind weltweit die wichtigsten Grundnahrungsmittel. Doch für eine ausgewogene Ernährung braucht es auch Gemüse und Obst, Hülsenfrüchten, Öle und tierische Lebensmittel. Wie lässt sich die Angebotsvielfalt vergrößern? Was ist zu tun, damit ein so diversifiziertes Angebot auch tatsächlich konsumiert wird und den Ernährungszustand der Bevölkerung verbessert?
Verarbeitung: Lebensmittel sollen möglichst einfach zubereitet werden können und lange haltbar sein, ohne die Zusammensetzung ihrer Nährstoffe negativ zu verändern. Welche Herausforderungen entstehen durch diese Ansprüche bei der Verarbeitung insbesondere in Entwicklungsländern? Wie lässt sich daheim aber auch in der Außer-Haus-Verpflegung ein ernährungsphysiologisch hochwertiges und bezahlbares Angebot ermöglichen? Welche Rolle spielt die zunehmende Urbanisierung?
Frauen Empowerment: Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern ist der Großteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten weiblich. Zugleich sind in der Regel Frauen für die Ernährung der Kinder und der Familie verantwortlich; ihre Arbeitslast ist sehr hoch, oft kommt die eigene Ernährung dabei zu kurz. Gesellschaftliche Veränderungen brauchen viel Zeit. Welche Wege gibt es dennoch, bereits hier und heute die Frauen in ihren Rollen zu stärken und so für eine bessere Ernährung aller zu sorgen?
Ernährungsbildung: Für eine ausgewogene Ernährung sind Ernährungswissen und –kompetenzen über die vorhandenen Lebensmittel, ihre Produktion, Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung unabdingbar. Dies gilt für Produzenten und Konsumenten. Wie muss Ernährungsbildung gestaltet sein, damit das vermittelte Wissen auch tatsächlich im Alltag genutzt wird?
Ziel der Konferenz war es, aufzeigen, wie diese vier zusammen zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen und sich in der Praxis realisieren lassen.

Ernährungswissen ist Lebenswissen

Staatssekretär Bleser würdigte in seiner Rede zum Konferenzabschluss den Einsatz der Tagungsteilnehmer. Sie hätten in Berlin wahrlich geackert und aufgezeigt, welche Ansätze und politischen Rahmenbedingungen notwendig seien, um beispielsweise den Anbau und die Ernährung zu diversifizieren, um die Verarbeitung auf eine ausgewogene Ernährung auszurichten oder um Lebensmittelverluste zu reduzieren. Zugleich habe man die besondere Rolle der Frauen sowie das Thema Wissensvermittlung vereint in den Blick genommen. "Ziel muss sein, Ernährungsbildung in allen Lebenswelten zu verankern", sagte Bleser. Ernährungswissen sei Lebenswissen.

Dekade der Ernährung

Das Bundesministerium wird das wichtige Thema weiter auf allen politischen Ebenen vorantreiben. So hatte Bundesminister Schmidt bereits zum Konferenzauftakt betont: "Satt ist nicht genug!, die Beseitigung der weltweiten Fehlernährung steht ganz oben auf unserer Agenda." Man habe mit den Beschlüssen der zweiten internationalen Ernährungskonferenz (ICN2) vom November 2014 und mit der am 1. April 2016 beschlossenen UN-Dekade für Ernährung einen Rahmen gesetzt, der ein Sektoren übergreifendes Handeln ermögliche. Auch die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen nehme das Thema Ernährung gezielt in den Blick. Mit ihr sagt die Staatengemeinschaft nicht nur dem Hunger den Kampf an, sondern sie gehe darüber hinaus, in dem sie festschreibt, dass alle Menschen ganzjährig Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und ausreichenden Lebensmitteln haben sollen. Diesem Anspruch werden sich Schmidt zufolge auch die G20 Agrarminister stellen. Bei ihrem jüngsten Treffen in China habe man bereits einen Aktionsplan zu Ernährungssicherung und nachhaltigen Nahrungsmittelsystemen beschlossen. Deutschland werde das Thema bei seiner G20 Präsidentschaft weiter verfolgen und dabei das Thema "Wasser und Landwirtschaft" in den Mittelpunkt stellen. Schmidt: "Die Botschaft ist deutlich. Das kommende Jahrzehnt steht im Zeichen der Ernährung!" Auch mit der Konferenz Politik gegen Hunger habe man diesen Ball aufgenommen.

Schmidt sieht die Landwirtschaft in einer zentralen Rolle: "Nur eine leistungsfähige, lokal angepasste und nachhaltige Landwirtschaft, die vielfältige und ernährungsphysiologisch hochwertige Lebensmittel produziert, kann die Grundlagen gesunder Ernährung schaffen", sagte Schmidt.

Bleser hob in seiner Abschlussrede zudem die Bedeutung der Forschung als Grundlage fundierter politischer Entscheidungen heraus. Einen wesentlichen Beitrag leisteten hier nicht zuletzt internationale Forschungskooperationen. Das BMEL unterstütze diesen Weg und habe in dieser Woche den Startschuss für zwei neue vom BMEL geförderte Forschungskooperationen deutscher Forschungsinstitute mit Partnern in Afrika gegeben. In ihrem Fokus: "Beiträge diversifizierter Landwirtschaft für eine gesunde Ernährung" in Maputo und Kapstadt sowie die Frage, wie die Belastung von Lebensmitteln mit Pilzgiften in der Nahrungskette in Kenia systematisch reduziert werden kann. Weitere Kooperations-Forschungsvorhaben zum Thema "qualitätserhaltende Lebensmittelverarbeitung" wird das BMEL Bleser zufolge voraussichtlich noch in diesem Jahr initiieren.

Stand:
14.07.16

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