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Ernteschäden durch extreme Wetterlagen

Hitze, Hagel, Dürre, Sturm und Hochwasser – Wie können Landwirte ihre Ernte vor extremen Wetterereignissen schützen? Die Ergebnisse einer europaweit einzigartige Studie, die das Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat, liegen nun vor.

"Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten", so lautet eine Bauernregel. Seit jeher versuchen Menschen bestimmte Wetterphänomene zu deuten, um eine Prognose für die kommende Ernte zu treffen.

Doch wie kann die Land- und Forstwirtschaft extremen Wetterereignissen, die durch den Klimawandel erwartet werden, entgegentreten? Diese Frage hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vor einiger Zeit gestellt und ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Denn: Starkregen, Hitze, Dürre, Sturm, Hagel oder Frost können auf dem Feld und im Wald erheblichen Schaden zufügen.

Einzigartige Studie

Bisher lagen jedoch kaum belastbare Erkenntnisse für die erwartete Zunahme von Extremwetterlagen vor, die zudem regional und nach Kulturarten differenzierten. Unter Federführung des Thünen-Instituts und zusammen mit dem Julius Kühn-Institut, dem Deutschen Wetterdienst und weiteren Partnern wurde untersucht, mit welchen Extremwetterlagen Land- und Forstwirte in Zukunft tatsächlich rechnen müssen und wie sie sich darauf einstellen können.

Die europaweit einzigartige Studie beruht auf der Auswertung von Wetterstationsdaten der letzten fünf Jahrzehnte sowie auf Klimamodellen, die Wetterveränderungen bis zum Jahr 2100 abbilden. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg extremer Hitzetage, die auch in Zukunft häufiger werden. Hinzu kommt eine steigende Anzahl extrem trockener Sommertage. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird. Hitze und Trockenheit wirken insbesondere auf den Ertrag einiger Ackerkulturen wie z. B. Weizen. Die Auswahl geeigneter Sorten und Anbaumaßnahmen können Ertragseinbußen reduzieren. Ein vielseitiger Feldbau, der das Risiko auf mehrere Kulturpflanzen verteilt, ist weniger anfällig gegenüber Extremwetterlagen.
Auch im Wald drohen Dürreschäden. Gefährdet sind Verjüngungen in Nadelbaumbeständen mit Kiefer und Fichte. Eine Anpassungsoption in Gebieten mit Trockenheitsgefährdung stellt der seit drei Jahrzehnten laufende Waldumbau von reinen Nadelwäldern in Laub- und Mischwälder dar.

Vielfältige Anpassungsoptionen der Landwirte

Nicht nur Hitze und Trockenheit, auch extreme Niederschläge werden zunehmen. So ist bis zum Jahr 2100 mit einer Zunahme von Starkregen im Winter um 50 bis 100 Prozent zu rechnen. Diese Tendenz lässt sich bereits jetzt beobachten. Im Sommer wird dagegen nur ein leichter Anstieg erwartet.
Nach Aussage der Studie haben Landwirte vielfältige Anpassungsoptionen, um sich gegen Hitze und Trockenheit zu schützen. Auf vielen Betrieben ist ein entsprechendes Risikomanagement bereits heute Standard. Daher kommt das Forschungsprojekt zu der Empfehlung, dass es nicht unmittelbar notwendig sei, Risikomanagementsysteme, wie z. B. Mehrgefahrenversicherungen, staatlich zu unterstützen.

Stand:
22.07.15

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