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Nationales Forum für Fernerkundung und Copernicus

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist 2015 erstmalig Mitveranstalter für das Nationale Forum für Fernerkundung und Copernicus gewesen. Es hat vom 3. bis 5. November 2015 in Berlin stattgefunden.

Mit dem Titel der diesjährigen Veranstaltung "Copernicus erfolgreich nutzen" wurde ein Schwerpunkt auf die Verwendung der Copernicus-Daten und -Dienste in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gelegt und die weiteren Nutzungspotenziale aufgezeigt.

Heutzutage werden in Deutschland in der Landwirtschaft für Ackerbau und Viehzucht hochmoderne Geräte eingesetzt. Traktoren und Erntemaschinen können mit Hilfe von GPS und Computertechnologie bei den Arbeiten auf dem Feld die optimale Fahrtroute errechnen. Das spart Treibstoff aber auch Betriebsmittel wie Mineraldünger und anderes mehr.

Mit Hilfe der Fernerkundung und Satellitentechnologie gelingt nicht nur die Informationsübertragung weltweit, sie ermöglicht auch die Ortung des Traktors auf dem Feld. Darüber hinaus ermöglicht sie aber auch noch viel mehr - bis auf die lokale Ebene - eigene Informationen bereit zu stellen; zum Beispiel das Vorhandensein und Stand von Biomasse. Damit ist beispielsweise auch der Stand des Getreidewachstums feststellbar.

Logo: Copernicus Erfolgreich Nutzen - Nationales Forum für Fernerkundung und Copernicus Der Titel der Veranstaltung 2015 lautet "Copernicus Erfolgreich Nutzen", Quelle: Bundesregierung

Neben Vorträgen und strategischen Diskussionen gab es thematische Fachworkshops für einen intensiven Austausch.

Podiumsdiskussion mit dem Abteilungsleiter 5 des BMEL

Der Leiter der Abteilung 5 im BMEL Herr Clemens Neumann hat an einer Podiumsdiskussion teilgenommen. Lesen Sie hier einen Auszug aus den Fragen und Antworten:

Frage: Herr Neumann, wo sehen Sie zukünftig Aufgaben für Copernicus?

Neumann: Mit Hilfe der Satellitentechnik sind heute lokale, regionale, nationale, kontinentale und globale Informationsübertragungen, aber auch die Entwicklung von Informationen, möglich. Wichtige Elemente sind damit die Landbeobachtung, aber auch die Beobachtung von Meeren. Die Landbeobachtung hat für das BMEL einen hohen Stellenwert, weil hier wichtige Bereiche der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft profitieren können. Im Bereich der Meeresbeobachtung ist die Bedeutung für die Fischereiwirtschaft von hoher Bedeutung.

Weltweit gesehen gibt es die unterschiedlichsten Arten der Landbewirtschaftung. Während bei uns in Deutschland oder in den USA eine hochtechnisierte Landwirtschaft eingesetzt wird – wir sprechen hier von Landwirtschaft 4.0 oder auch precision farming– gibt es auf dieser Erde noch Flächen z. B. in Afrika, wo tatsächlich das Feld noch mit der bloßen Hand bestellt werden muss. Begriffe wie Ressourceneffizienz bedeuten dabei, die vorhandenen Betriebsmittel optimal einzusetzen. Damit kann z. B. der Einsatz von Treibstoff, aber auch von Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln auf ein Optimum eingestellt werden. Werden Ressourcen eingespart, kann auch die Umwelt davon profitieren. Letztlich brauchen wir aber hochtechnische Verfahren, um diese Ressourceneffizienz sicherzustellen. Daneben müssen aber auch Krisen und Katastrophen frühzeitig erkannt werden. Die Trockenheit, wie wir sie in einigen Teilen auch in der Bundesrepublik in diesem Jahr registrieren mussten, verringert die Ernte. Hier gilt es, mit Hilfe der Satellitentechnik frühzeitig Entwicklungen in dieser Richtung zu erkennen. Eine große Hilfe ist dabei alleine schon das Wissen, dass sich entsprechende Entwicklungen abzeichnen. So können frühzeitig entsprechende Maßnahmen getroffen werden.

Frage: Was bedeutet Präzisionslandwirtschaft für uns in Deutschland?

Neumann: Mit Hilfe der präzisen Erfassung des Umrisses eines Ackers, der Verteilung von Feuchtigkeit und ggf. von Biomasse lassen sich in Verbindung mit weiteren Daten wie z. B. über die Sensortechnik, die sich am Fahrzeug befindet, in Kombination weitreichende Schlussfolgerungen und damit Entscheidungshilfen für den Landwirt ableiten. So braucht Stickstoffdünger z. B. nicht mehr gleichmäßig über den Acker verteilt werden, sondern er kann genau nach entsprechenden Analysen nach Bedarf von Einzelflächen verteilt werden. Zukünftig wird es möglich sein, ein einzelnes Korn in den Acker zu säen und bei der nächsten Überfahrt punktgenau an dieser Stelle auch den Dünger einzusetzen.
Damit kann die Pflanze ausreichend ernährt werden, einer Überdüngung vorgebeugt werden. Das ist auch wieder wichtig, damit Stickstoff nicht unnötig auch in das Grundwasser gelangt oder in Oberflächengewässer. Das schont auch die Umwelt.

Frage: Welchen Einfluss hat denn dann auch die Satellitentechnik auf das Marktgeschehen?

Neumann: Saatgut wie Getreide, Mais, Reis und Soja werden in Warenbörsen oder sogar nur per Telefon gehandelt. Lebensmittel sollten gerade in bedürftigen Gebieten vor unnötigen Spekulationen, die die Preise hochtreiben, vermieden werden. Genau dieses Ziel hat sich das Agrarmarktinformationssystem (AMIS) gesetzt. Die G 20 Agrarministerinnen und Agrarminister haben dazu ein Programm aufgelegt. Dieses Programm soll ein Statistikportal werden, in dem Informationen über Produktion, Verbrauch, Handel aber auch Lagerung von vier wichtigen Ackerfrüchten erfasst werden. Dazu gehört Weizen, Reis, Soja und Mais. Damit können nicht nur die Entwicklungen der möglichen Kapazitäten festgehalten werden, sondern es gibt auch Indikatoren für das Marktgeschehen und für eine Marktpolitik. Damit soll auf internationaler Ebene die Entwicklung der Lebensmittelmärkte transparent werden.

Frage: Nutzen Sie bereits heute Fernerkundungsdaten ?

Neumann: Das BMEL fördert bereits mit Ressortforschungsmitteln Aktivitäten zur Integration von Fernerkundungsprodukten in landwirtschaftliche Prozesse. In diesem Bereich werden wir weiter fördern.

Innerhalb des BMEL werden Fernerkundungsdaten bereits operationell genutzt, hier sei das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (INVEKOS) zu benennen. Die Satellitenfernerkundung ist im Bereich der EU-Agrarsubventionskontrolle – also im Bereich des INVEKOS - seit den 90iger Jahren das zentrale Instrument.
Die Möglichkeiten von Copernicus sind im Ressortbereich weitgehend bekannt, eine Vielzahl von Potenzialen und Anknüpfungspunkten ist gegeben. Das Joint Research Centre (JRC) arbeitet derzeit daran, zusammen mit der Kommission das Potential von Copernicus auch für die EU-Agrarbeihilfekontrollen nutzbar zu machen. Diese Fragestellung wird Teil der diesjährigen Konferenz des JRC der Kommission Ende November in Thessaloniki sein. Darüber hinaus gibt es weitere Projekte und Forschungsvorhaben im Geschäftsbereich des BMEL, die sich mit der Möglichkeit des Einsatzes von Sentinel-Satellitenbilddaten beschäftigen.

Es tut sich also viel, vor allem aber auch in der Entwicklung kommerzieller Anwendungen.

Frage: Welche Vision haben Sie für den Bereich der Landwirtschaft?

Neumann: Aus meiner Sicht ist die Entwicklung der Satellitentechnik und ihre Nutzung europäisch, kontinental und global ein Vorreiter. Um die Zukunftsaufgaben zu lösen, d. h. die Ernährungssicherung zu bewerkstelligen, müssen auch hier lokale, regionale, nationale, europäische, kontinentale, globale Zusammenarbeit gesichert werden. Deshalb ist es auch wichtig, dass Institutionen wie FAO, IFAT, OECD, WTO und die Weltbank hier mit eingebunden werden. Das ist bereits Fakt. Fakt ist aber auch, dass wir heute etwa eine Milliarde Menschen haben, die Hunger leiden und eine weitere Milliarde, die unterernährt ist. Ich sehe deshalb gerade in der hochtechnisierten Satellitentechnik und auch in den technischen Möglichkeiten, wie sie heute unsere Landtechnik bietet, ein enormes Potenzial, um diese Probleme in Zukunft zu lösen.

Mein Vision ist also, dass künftig jeder genug zu essen hat, ausreichend zu trinken und dass die Technik dazu einen wesentlichen Beitrag leistet.

Stand:
05.11.15

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