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Informationen zur Durchführung eines Praktikantenaufenthaltes für junge Nachwuchskräfte des Agrarbereichs aus Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien in der Bundesrepublik Deutschland

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert den Praktikantenaufenthalt für junge Nachwuchskräfte des Agrarbereichs aus der Russischen Föderation, der Ukraine, der Republik Belarus sowie aus Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland. Die Praktikantenprogramme sind Teil der bilateralen Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und diesen Ländern.

Abwicklung und Betreuung

Mit Wirkung vom 1. April 2013 wurde die administrative Umsetzung des Praktikantenprogramms an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Referat 323 - Internationale Zusammenarbeit und Welternährung - übertragen.

Im Folgenden werden einige Informationen über dieses Programm gegeben. Hierbei handelt es sich um allgemeine Hinweise. Detaillierte Informationen erhalten die Praktikantinnen und Praktikanten vor der Ausreise von den jeweiligen Trägerorganisationen:

  • Arbeitsgemeinschaft für Projekte in Ökologie, Landwirtschaft und Landesentwicklung in Osteuropa (APOLLO e.V.),
  • Berufsbildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes,
  • Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes e.V.
  • Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA-Nienburg)

1. Ziel des Projektes

Ziel des Praktikantenprogramms ist es, die praxisbezogene Qualifizierung von Fachkräften im Agrarbereich der Partnerländer zu unterstützen, unternehmerisches Denken zu stärken und die auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit basierende Wirtschaftsweise landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland zu vermitteln.

Junge Fachkräfte der Agrarwirtschaft sollen über das Praktikum die Möglichkeit erhalten, sich in Deutschland weiterzubilden. Dabei sollen sie sowohl Einblick in deutsche Agrarstrukturen gewinnen als auch ihre bereits vorhandenen fachlichen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten durch ihre aktive Mitarbeit erweitern und vertiefen. Als künftige Fach- und Führungskräfte sollen sie darüber hinaus mit der Wirtschaftsweise und den Marktbedingungen privatwirtschaftlich geführter deutscher Betriebe vertraut gemacht werden. Die Praktika werden in der Regel in anerkannten Ausbildungsbetrieben durchgeführt und durch begleitende zentrale Lehrgänge, Fachexkursionen und Zwischenseminare ergänzt.

Die Nachwuchskräfte sollen beispielsweise in folgenden Bereichen der Landwirtschaft Kenntnisse und Erfahrungen sammeln:

  • Produktionsverfahren im Bereich Pflanzenbau, Tierhaltung und Bioenergie,
  • Betriebswirtschaft und betriebliches Management,
  • Vermarktung,
  • Natur- und Umweltschutz,
  • Arbeitsorganisation, Arbeitssicherheit und Mitarbeiterführung,
  • ökologische und soziale Rahmenbedingungen.

Dabei sollen die Praktikanten auch das deutsche Berufsbildungssystem in Deutschland kennen lernen.

Ein wesentliches Ziel des Praktikantenprogramms besteht darin, dass die Praktikanten in ihrer späteren beruflichen Tätigkeit die in Deutschland gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen anwenden und an andere Berufskollegen bzw. Nachwuchskräfte weitergeben können.

2. Zielgruppen

An einem Praktikum können folgende Personen teilnehmen:

Hochschulstudenten oder Doktoranden agrarwissenschaftlicher Studiengänge, die bereits über fachpraktische Fertigkeiten und Kenntnisse verfügen, sollten grundsätzlich bereits das 2. Studienjahr abgeschlossen haben. In Ausnahmefällen können auch Studenten des 4. Semesters an einem Praktikum teilnehmen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Praktikantenprogramms

  • müssen an einem vom Zuwendungsempfänger oder im Auftrag des Zuwendungsempfängers durchgeführten Auswahlgespräch mit Erfolg teilgenommen haben und zur praktischen Mitarbeit in den deutschen Ausbildungsbetrieben bereit sein,
  • müssen Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen und
  • sollen mindestens 20 und höchstens 30 Jahre alt sein.

Darüber hinaus sollen sie – abhängig vom jeweiligen Einsatzgebiet - über einen Führerschein für Pkw, Lkw, Traktor oder Landmaschinen verfügen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen noch nicht an einem vom BMEL geförderten Praktikantenprogramm in Deutschland teilgenommen haben.

3. Auswahlverfahren

Um einen erfolgreichen Verlauf des Praktikums zu gewährleisten, haben die Organisationen schon in Bezug auf die Auswahl der Teilnehmer eine besondere Sorgfaltspflicht.

Rund drei Monate vor der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ist mit jeder Interessentin und jedem Interessenten ein Auswahlgespräch zu führen, das Aufschluss über ihre/seine Eignung, Neigung und Fähigkeiten gibt. Insbesondere ist die vorhandene Sprachkenntnis zu prüfen; Grundkenntnisse der deutschen Sprache müssen vorliegen. Die Teilnahme an den Auswahlgesprächen ist Voraussetzung für die Teilnahme an dem Praktikantenprogramm.

Ein Nachweis über den gesundheitlichen Zustand ist in Form eines Gesundheitsfragebogens vorzulegen.

Nach den Auswahlgesprächen erfolgt die endgültige Nominierung der Programmteilnehmerinnen und –teilnehmer, die die Zeit bis zum Beginn des Programms zur Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse nutzen sollen.

Die Auswahlgespräche werden von Fachkräften der Organisationen durchgeführt.

4. Anreise und Dauer des Praktikums

Der Anreisetermin liegt in der Regel in den Monaten April/Mai/Juni und wird zuvor zwischen den jeweiligen Organisationen und dem entsendenden Land abgestimmt. Es wird rechtzeitig bekannt gegeben, zu welchem Ort in Deutschland die Teilnehmer anreisen sollen. Alle Praktikanten benötigen eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Die Arbeitserlaubnis wird von deutscher Seite eingeholt.

Die Programmteilnehmer reisen als geschlossene Gruppe an und ab. Die Dauer des Praktikantenaufenthalts beträgt vier bis sechs Monate.

5. Ablauf des Praktikums

Die Organisationen tragen dafür Sorge, dass die Gastbetriebe mit den Bildungszielen des Praktikantenprogramms (siehe 1.) vertraut sind und einen aktiven Beitrag zur Zielerreichung leisten.

Bei der Auswahl geeigneter Betriebe bemühen sich die Organisationen, den persönlichen und fachlichen Interessen der Praktikanten so weit wie möglich Rechnung zu tragen.

Auf Wunsch des Praktikanten kann auch eine Vermittlung auf große Agrargenossenschaften (neue Bundesländer) erfolgen.

Zu Beginn des Aufenthaltes in Deutschland werden in einem von den Organisationen durchzuführenden mehrtägigen Einführungslehrgang neben allgemeinen Informationen über Gemeinwesen, Wirtschaft, Kultur und regionale Besonderheiten in Deutschland ein Überblick über die deutsche Landwirtschaft sowie erste fachliche Grundkenntnisse in der Tier- und Pflanzenproduktion vermittelt. Des Weiteren erhalten die Praktikanten eine Unterweisung in die Unfallverhütungsvorschriften. Die Praktikanten werden auf das Leben in den Gastfamilien und den Lebensalltag in Deutschland durch praxisorientierte Hinweise vorbereitet.

Im Anschluss an den Einführungslehrgang werden die Praktikanten in ihren Ausbildungsbetrieben mit den dortigen Lebens- und Arbeitsverhältnissen vertraut gemacht. Die Betriebe sollen möglichst anerkannte Ausbildungsbetriebe sein, die sowohl Pflanzen- als auch Tierproduktion betreiben.

Die Praktikanten müssen grundsätzlich bereit sein, auch in ihnen nicht vertrauten Bereichen der Landwirtschaft eingesetzt zu werden. Über ihre Arbeit auf den Betrieben führen sie ein Berichtsheft und legen dieses zusammen mit einem Praktikumsbericht zum Abschlussseminar vor.

Während der Zeit, in der die Praktikanten in den Betrieben mitarbeiten, werden weitere Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Veranstaltungen sollen die Praktikanten zudem die Gelegenheit haben, sich untereinander und mit den Betreuern auszutauschen. Neben Fachvorträgen sind auch Exkursionen durchzuführen, wie zum Beispiel der Besuch von Vermarktungseinrichtungen, Selbsthilfeorganisationen und Spezialbetrieben. Für die gesamte Aufenthaltsdauer der Praktikanten wird eine intensive Betreuung gewährleistet. Die persönliche Teilnahme an den Begleitveranstaltungen ist für alle Praktikanten Pflicht – unabhängig von ihrer jeweiligen Fachrichtung.

Für den gesamten Aufenthalt in Deutschland werden die Teilnehmer des Praktikantenprogramms kranken-, unfall- und haftpflichtversichert.

6. Praktikantenvergütung

Alle Teilnehmer erhalten für die Mitarbeit auf den Betrieben von den Gastfamilien ein Taschengeld in Höhe von 250 Euro im Monat. Darüber hinaus erhalten sie freie Unterkunft und Verpflegung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Praktikum um eine Bildungsmaßnahme und nicht um ein Lohnarbeitsverhältnis handelt. Während ihrer Teilnahme an Lehrgängen erhalten die Praktikanten ebenfalls ein Taschengeld.

Die Praktikanten und Betriebsleiter treffen zum Beginn des Praktikums eine schriftliche Praktikantenvereinbarung.

Stand:
16.04.14

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