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Geflügel

Hausgeflügel versorgt den Menschen seit mehr als 4.000 Jahren mit Fleisch und Eiern. Das Haushuhn ist das häufigste Nutztier Deutschlands. Daneben finden sich mehrere andere Geflügelarten, die außer den Puten jedoch eher Nischen besetzen.

Während der Eierkonsum relativ stabil ist, wächst der Appetit der Deutschen auf Geflügelfleisch seit Jahrzehnten. Befriedigt wird dieser Bedarf zu großen Teilen von einigen Hundert spezialisierten Betrieben mit sehr großen Tierbeständen.

Welche Bedeutung hat die Geflügelhaltung?

Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Erzeuger von Geflügelfleisch in der EU. Bei den Eiern deckt die heimische Erzeugung den inländischen Verbrauch etwa zu zwei Dritteln. Eier und Geflügelfleisch tragen etwa sechs Prozent zum Produktionswert der Landwirtschaft bei, 2013 waren es rund 3 Milliarden Euro – 75 Prozent davon entfielen auf Geflügelfleisch.

Was wird gehalten?

Auf deutschen Geflügelhöfen dominiert mit weitem Abstand das Haushuhn. Daneben hat das Truthuhn, im Handel als Pute vermarktet, an Bedeutung gewonnen, die Bestandszahlen haben sich seit Anfang der 1990er Jahre mehr als verdoppelt. Auch Enten werden seit etwa zehn Jahren wieder häufiger gehalten, während die Gänsebestände abnehmen. Andere Geflügelarten wie Perlhühner, Wachteln oder Fasane werden nur in sehr geringen Stückzahlen gehalten.

Wie wird Geflügel gehalten?

Legehennen

Die Grafik zeigt über wie viel Freilauf ein Huhn ja nach Haltungsart verfügt Wie viel Stallfläche und Auslauf Legehennen in der Bodenhaltung, Freilandhaltung und ökologischen Haltung haben, zeigt diese Grafik. Bei einem Klick auf die Grafik öffnet sich die Original-Ansicht, Quelle: Broschüre Landwirtschaft verstehen / BMEL

Bei den Legehennen dominiert inzwischen die Bodenhaltung (63 Prozent). Die Tiere leben zumeist zu Zehntausenden in Volierensystemen mit mehreren Etagen. In einer Einstreu aus Stroh oder Hobelspänen können sie scharren, picken und staubbaden. In der Freilandhaltung haben die Hennen zusätzlich Auslauf ins Freie. Knapp 16 Prozent der Legehennen werden so gehalten. Bei weiteren 11 Prozent der Legehennen kommen die sogenannte Kleingruppenhaltung oder andere Formen ausgestalteter Käfige zum Einsatz. In der Kleingruppenhaltung leben die Tiere in Gruppen von bis zu etwa 65 Tieren in ausgestalteten Volierensystemen. Heute werden fast ausschließlich auf hohe Legeleistung spezialisierte Legehennen gehalten. Diese können über 300 Eier pro Jahr legen, bereits nach einem Jahr lässt die Leistung jedoch nach. Nach rund eineinhalb Jahren werden die Tiere geschlachtet und durch junge Hennen ersetzt.

Mastgeflügel

Bei Mastgeflügel, insbesondere Masthühnern und Puten, herrscht Bodenhaltung in großen Beständen vor. Es werden auf hohe Gewichtszunahme und gute Futterverwertung spezialisierte Tiere eingesetzt.

Eckdaten für Geflügel in Deutschland

Bestand: ca. 177 Millionen

Betriebe mit Geflügelhaltung:
ca. 56.600 mit Hühnerhaltung und
9.000 mit anderem Geflügel wir Puten, Enten und Gänsen

Jährlich geschlachtete Tiere:
701 Millionen

Jährliche Produktion:
ca. 1,5 Millionen Tonnen Fleisch
ca. 13,7 Milliarden Eier
davon aus ökologischer Erzeugung:
Fleisch: 1 Prozent
Eier: 7 Prozent, bei Selbstversorgung von 70 Prozent

Masthühner wiegen am ersten Tag ihres Lebens etwa 40 Gramm, fünf bis sieben Wochen später haben sie ihr Schlachtgewicht von eineinhalb bis zweieinhalb Kilo erreicht. Gemäß den tierschutzrechtlichen Vorgaben darf bei der Haltung von Masthühnern in Deutschland eine maximale Besatzdichte von 39 kg pro Quadratmeter nicht überschritten werden. In der Praxis bedeutet dies, dass sich gegen Ende der Mastzeit meist 16 bis 26 Tiere einen Quadratmeter Stallboden teilen. Die Mast von Puten nimmt mehr Zeit in Anspruch. Hennen erreichen nach etwa 16 Wochen ihr Schlachtgewicht von rund zehn Kilo, die Hähne werden meist in 22 Wochen auf etwa 20 Kilo gemästet. Regelungen zur maximalen Besatzdichte in Putenbetrieben finden sich in den "Bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen", die im März 2013 aktualisiert wurden. Für Putenhennen sind hiernach bis zu 52 kg pro Quadratmeter Stallfläche und bei Putenhähnen bis zu 58 kg pro Quadratmeter Stallfläche zulässig.

Stand:
09.07.14

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