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Futtermittelzusatzstoffe

Das Inverkehrbringen und die Verwendung von Zusatzstoffen in Futtermitteln ist EU-weit durch die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung geregelt.

Diese Verordnung gilt seit dem 18. Oktober 2004 und hat die bis dahin geltende Richtlinie 70/524/EWG des Rates vom 23. November 1970 über Zusatzstoffe in der Tierernährung abgelöst, die durch das Futtermittelgesetz/Lebens- und Futtermittelgesetzbuch und die Futtermittelverordnung in nationales Recht umgesetzt wurde.

Futtermittelzusatzstoffe sind gemäß Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 definiert als Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen, die keine Futtermittelausgangserzeugnisse sind und bewusst Futtermitteln oder Wasser zugesetzt werden, um insbesondere eine oder mehrere der nachfolgend genannten Funktionen zu erfüllen. Ein Futtermittelzusatzstoff darf sich nicht schädlich auf die Gesundheit von Tier und Mensch oder auf die Umwelt auswirken, darf den Verbraucher nicht irreführen und muss

  • die Beschaffenheit des Futtermittels (wie Fließfähigkeit, Schmackhaftigkeit, Stabilität oder Lagerfähigkeit) positiv beeinflussen,
  • die Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse (wie optische Eigenschaften) positiv beeinflussen,
  • die Farbe von Zierfischen und -vögeln positiv beeinflussen,
  • den Ernährungsbedarf der Tiere (beispielsweise von Spurenelementen und Vitaminen) decken,
  • die ökologischen Folgen der Tierproduktion positiv beeinflussen (etwa Verringerung der Phosphorausscheidung oder der Ammoniakemmissionen),
  • die Tierproduktion, die Leistung oder das Wohlbefinden der Tiere, insbesondere durch Einwirkung auf die Magen- und Darmflora oder die Verdaulichkeit der Futtermittel, positiv beeinflussen oder
  • eine kokzidiostatische oder histomonostatische Wirkung aufweisen.

Je nach Funktion werden Futtermittelzusatzstoffe in Kategorien und weiter in Funktionsgruppen eingeteilt. Derzeit gibt es folgende fünf Kategorien: technologische, sensorische, ernährungsphysiologische und zootechnische Zusatzstoffe sowie Kokzidiostatika und Histomonostatika. 

Futtermittelzusatzstoffe dürfen in der Europäischen Union nur in den Verkehr gebracht und verwendet werden, wenn sie zuvor gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 zugelassen wurden. Eine Übersicht über die derzeit zugelassenen Futtermittelzusatzstoffe gibt das Gemeinschaftsregister der Futtermittelzusatzstoffe, das von der Kommission erstellt und aktuell gehalten wird. Das Register ist nur in englischer Sprache im Internet unter nachstehender Adresse abrufbar.

Register der derzeit zugelassenen Futtermittelzusatzstoffe (EU)

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) führt eine deutschsprachige Liste der für Futtermittel zugelassenen Zusatzstoffe, die aktuell gehalten wird und ebenfalls im Internet abrufbar ist.  

Deutschsprachige Liste der für Futtermittel zugelassenen Zusatzstoffe (BVL)

Durch die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 wurden die Zulassungen aller vier verbliebenen antibiotischen Leistungsförderer EU-weit zum 1. Januar 2006 widerrufen. Diese durften nur noch bis zum 31. Dezember 2005 in Verkehr gebracht und verwendet werden. Zudem ist festgelegt, dass Antibiotika – ausgenommen zur Verwendung als Kokzidiostatika und Histomonostatika – als Futtermittelzusatzstoffe nicht mehr zugelassen werden. Begründet wurde dieses "Auslaufen" der Zulassungen und das letztendliche Verbot aller Antibiotika als Futtermittelzusatzstoffe in Stellungnahmen des wissenschaftlichen Lenkungsausschusses der Gemeinschaft 1999 und 2001 mit dem Nachweis oder dem begründeten Verdacht der Entwicklung und Verbreitung von Kreuzresistenzen gegenüber anderen Antibiotika mit therapeutischer Bedeutung in Human- oder Veterinärmedizin und dem daher gebotenen vorsorgenden Gesundheitsschutz für Mensch und Tier.

Stand:
11.11.13

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