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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

Blauer Kugelschreiber und Statistikkurven Quelle: Corgarushu - fotolia.com

Wissenschaftliches Monitoring: Erfassung der Abgabemengen von Tierarzneimitteln

Pharmazeutische Unternehmer und Großhändler melden jährlich die Mengen an Tierarzneimitteln, die sie an Tierärzte abgegeben haben. Für Tierarzneimittel, die Antibiotika und hormonelle Stoffe enthalten, sind sie dazu seit 2011 gesetzlich verpflichtet.

Grundlage für diese Verpflichtung sind das Arzneimittelgesetz (AMG) und die DIMDI-Arzneimittel-Verordnung (DIMDI-AMV). Ziel der Abgabemengenerfassung nach der DIMDI-AMV ist nicht die Überwachung, sondern ein wissenschaftliches Monitoring. Die Ermächtigungsgrundlage im AMG sieht vor, dass die Abgabemengen von Antibiotika anonymisiert zu behandeln sind.

BVL veröffentlicht Zahlen über die abgegebenen Antibiotika-Mengen

Alle Daten einschließlich der über Tierarzneimittel für Geflügel werden nach der DIMDI-AMV dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu Monitoringszwecken übermittelt. Sie dienen nicht der Überwachung der Einhaltung von Gesetzen, sondern der Auswertung durch die zuständige Bundesbehörde für wissenschaftliche Zwecke der Risikobewertung- und des Risikomanagements.

Mit der Auswertung und Interpretation der Daten sollen mögliche Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Antibiotika und der Entwicklung von Resistenzen erkannt werden.

Erfassung der Antibiotika-Abgabe ist ein Baustein der DART

Ziel der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) ist es, den Antibiotikaeinsatz und die Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen zu minimieren.

Als Ursache der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen kommt neben der Humanmedizin auch die Anwendung von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Betracht.

Resistente Bakterien können durch direkten Kontakt mit Tieren, über Lebensmittel tierischer Herkunft und über die Umwelt übertragen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen durch Arzneimittelanwendung in der Nutztierhaltung zu beobachten und zu verstehen. Dazu wertet das BVL die beim DIMDI registrierten Daten aus. Die Ergebnisse fließen in eine umfassende Risikobewertung der Antibiotika-Resistenzentwicklung im Bereich Tierhaltung, Lebensmittelkette und tierärztliche Tätigkeit ein. Die Erkenntnisse werden auch den zuständigen obersten Landesbehörden bereitgestellt.

Überwachung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung ist Aufgabe der Bundesländer

Die Kontrolle und Überwachung der Anwendung von Tierarzneimitteln ist Aufgabe der zuständigen Länderbehörden. Bei Verstößen stehen den Behörden ausreichend Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung.

Für den Einsatz von Antibiotika bei Tieren gelten die strengen Regelungen des AMG und der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV) mit umfangreichen Nachweispflichten für den Tierarzt und den Tierhalter. Nach dem AMG dürfen Antibiotika nur zu Behandlung von kranken Tieren eingesetzt werden. Bei den Betrieben und den Tierärzten liegen umfassende Daten über den Einsatz von Tierarzneimitteln vor, die die zuständigen Überwachungsbehörden jederzeit einsehen können.

Davon unabhängig werden mit der DIMDI-AMV Daten über von pharmazeutischen Unternehmern abgegebenen Mengen und die regionale Verteilung von in Deutschland abgegebenen Antibiotika erfasst. Die Länder erhalten den Zugriff auf die regionalisierten Daten.

Stand:
13.09.17

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

Link zum Download der Broschüre

Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

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