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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

Neue Regelungen für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat einen Entwurf zur Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken mit weiteren Regelungen zum Einsatz von Antibiotika bei Tieren auf den Weg gebracht.

Dazu hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zunächst ein Eckpunktepapier erarbeitet. Das Eckpunktepapier wurde im November 2015 veröffentlicht und mit den beteiligten Fachkreisen ausführlich diskutiert.

Der Verordnungsentwurf, der auf dem Eckpunktepapier basiert, ist Anfang Dezember an die Bundesländer und die beteiligten Verbände übermittelt worden, die zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen können.

Vorgesehen sind unter anderem die folgenden Regelungen:

  • Verbot der Umwidmung von bestimmten Antibiotika, die für die Behandlung von Infektionskrankheiten des Menschen besonders bedeutsam sind ("Reserveantibiotika").
  • Pflicht zur Erstellung eines Antibiogramms als Voraussetzung für die Therapieentscheidung. In verschiedenen Fällen wird der Tierarzt verpflichtet, mit einem Antibiogramm die Empfindlichkeit des bakteriellen Erregers zu testen, um für den jeweiligen Krankheitsfall das am besten geeignete antibiotische Arzneimittel auszuwählen. Damit kann die Therapie optimiert und der Ausbreitung von Resistenzen entgegen gewirkt werden.
  • Festlegung von allgemeinen Grundsätzen für die Verfahren, mit denen Proben genommen, Bakterien isoliert sowie Antibiogramme erstellt werden.

Die geplanten Regelungen basieren auf Ermächtigungen des Arzneimittelgesetzes, die dort mit der 16. AMG-Novelle neu aufgenommen wurden. Damit wird in der Tierhaltung der Weg zur Minimierung von Antibiotika und zu einem restriktiveren Umgang mit den Wirkstoffen konsequent weitergeführt. Aus Gründen des Tierschutzes ist allerdings nicht vorgesehen, die Anwendung bestimmter Antibiotika zu verbieten. Denn: Auch Tiere haben Anspruch auf eine notwendige arzneiliche Versorgung.

Das Ziel: Therapie-Optionen erhalten und verbessern

Die geplanten neuen Regelungen sind auch ein Beitrag des BMEL zur Umsetzung der Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie DART 2020. Dort ist formuliert, dass Therapie-Optionen erhalten und verbessert werden sollen.

Jeder Einsatz von Antibiotika - bei Mensch und Tier - trägt zur Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen bei. Die Entwicklung von Resistenzeigenschaften ist ein natürlicher Prozess, mit dem sich Bakterien vor der Wirkung von Antibiotika schützen. Da die Entwicklung neuer antibiotischer Wirkstoffe stagniert, wirken sich Resistenzentwicklung und -ausbreitung nachteilig auf die Behandlungsmöglichkeiten von Infektionserkrankungen mit den vorhandenen Antibiotika aus.

Die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie DART sowie die Nachfolgestrategie DART 2020 beinhalten die Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapien und verbesserter Diagnostik. Darüber hinaus sollen sektorübergreifende und sektorspezifische Maßnahmen entwickelt werden, mit denen die Ausbreitung der Antibiotikaresistenzen eingedämmt werden sollen. Dieser sogenannte "One-Health-Ansatz" betont, dass hierzu Veterinär- und Humanmedizin eng zusammenarbeiten müssen.

In der Deutschen Antibiotikaresistenzstrategie ist insbesondere vorgesehen, dass sich die Bundesregierung für eine verantwortungsvolle Verwendung von Antibiotika einsetzt: Wirkstoffe, die für die Behandlung von Infektionskrankheiten des Menschen besondere Bedeutung haben, sollen bei Mensch und Tier nur zum Einsatz kommen, wenn andere Wirkstoffe nicht zu einer Heilung führen. Grundlage für die Therapieentscheidung soll neben der klinischen Untersuchung grundsätzlich auch die Testung der krankmachenden Bakterien auf ihre Empfindlichkeit gegenüber den zur Wahl stehenden antibiotischen Wirkstoffen sein.

Stand:
29.12.16

Zum Thema

DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

Link zum Download der Broschüre

Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

Fragen und Antworten

Rede des Bundesministers Christian Schmidt

Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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