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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

Tierarzt gibt einem Ferkel eine Spritze Der Tierarzt ist ein fachkundiger Anwender von Tierarzneimitteln, Quelle: aid / Peter Meyer

Antibiotika in der Tiermedizin: Abgabemenge weiter gesunken

Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2016 insgesamt 742 Tonnen Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben.

Die Gesamtmenge der abgegebenen Antibiotika hat sich damit seit 2011 um rund 56 Prozent reduziert, von 1706 Tonnen auf 742 Tonnen. Die Hauptabgabemengen bilden, wie in den vergangenen Jahren, Penicilline mit etwa 279 Tonnen und Tetrazykline mit etwa 193 Tonnen.

Abgabe von "kritischen" Antibiotika muss nachhaltig reduziert werden

Ein Ziel muss es weiterhin sein, die Abgabemengen an Antibiotika, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als "kritisch" eingestuft werden, nachhaltig zu reduzieren. Als kritisch werden die Wirkstoffgruppen bezeichnet, die für die Humanmedizin besonders wichtig sind. Dazu gehören:

  • Fluorchinolone: Seit 2015 ist eine Verringerung der Abgabemenge dokumentiert, die sich 2016 fortsetzte (Abgabemenge 2016: 9,3 Tonnen).
  • Cephalosporine der 4. Generation: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Abgabemenge gesunken (Abgabemenge 2016: 1,1 Tonnen).
  • Cephalosporine der 3. Generation: im Vergleich zum Vorjahr ist die Abgabemenge etwa gleichgeblieben (Abgabemenge 2016: 2,3 Tonnen).

Ausführliche Informationen zu den Abgabemengen 2016 finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: www.bvl.bund.de

Hintergrund zur Auswertung

Seit 2011 muss die pharmazeutische Industrie die an Tierärzte abgegebene Menge an Tierarzneimitteln - insbesondere Antibiotika - an ein zentrales Register melden. Grundlage dafür ist die DIMDI-Arzneimittelverordnung (DIMDI-AMV) vom 24. Februar 2010. Das Register wird beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln geführt. Das BVL in Berlin wertet die Daten jährlich aus.

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Stand:
13.09.17

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DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

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Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

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