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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

Gruppenfoto Quelle: BMEL/photothek.net/Thomas Imo

Schmidt: Landwirtschaft ist Teil globaler Sicherheitspolitik

Zum Auftakt der deutschen G20-Präsidentschaft haben sich die G20-Agrarminister am 22. Januar in Berlin auf einen Aktionsplan zum nachhaltigen Umgang mit Wasser verständigt. Der "Action-Plan" hält Verpflichtungen fest, mit denen die G20-Staaten den nachhaltigen Umgang mit Wasser sichern. Zudem verpflichteten sie sich zu einem verantwortlichen Umgang mit Antibiotika in der tierischen und pflanzlichen Erzeugung.

Sie verständigten sich auf eine Verschreibungspflicht für Antibiotika bei Tieren. Ferner einigten sie sich, dass jedes Land bis 2020 entweder eine nationale Risikoanalyse hinsichtlich der Unbedenklichkeit oder eine Roadmap für den Ausstieg aus dem Antibiotikaeinsatz für Wachstumsförderer vorlegen muss. In der EU ist der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer bereits seit 2006 verboten. Die Einigung der G20 ist ein wichtiger Schritt mit Blick auf die von der Bundesregierung bereits beim G7-Gipfel 2015 forcierten internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. "Mit diesen konkreten Verpflichtungen der G20-Agrarminister zu einem restriktiven Umgang mit Antibiotika in der Landwirtschaft ist uns international ein Meilenstein auf dem Weg zur Reduzierung von Antibiotikaresistenzen – auch beim Menschen – gelungen", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Mit diesen konkreten Verpflichtungen der G20-Agrarminister zu einem restriktiven Umgang mit Antibiotika in der Landwirtschaft ist uns international ein Meilenstein auf dem Weg zur Reduzierung von Antibiotikaresistenzen – auch beim Menschen – gelungen - Christian Schmidt

Die deutsche G20-Präsidentschaft trägt der fundamentalen Rolle der Landwirtschaft bei der Bewältigung globaler Zukunftsaufgaben Rechnung - Christian SchmidtDas Treffen der Agrarminister war die erste Ministerkonferenz im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft. Minister Schmidt wertete dies als "ein gutes und wichtiges Signal". Es sei ein großer Erfolg, dass unter der deutschen G20-Präsidentschaft ein eigener Agrar-Arbeitsstrang eingerichtet wurde, der direkt an die Sherpas für die Staats- und Regierungschefs berichtet.

Schmidt: "Die deutsche Präsidentschaft trägt damit der fundamentalen Rolle der Landwirtschaft bei der Bewältigung globaler Zukunftsaufgaben Rechnung: Der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, dem Klimaschutz und der Bekämpfung sozialer und ökonomischer Fluchtursachen."

Insbesondere die wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven, die die Landwirtschaft vor Ort biete, seien Basis für Friedensarbeit und Stabilität. Die Landwirtschaft sei damit Teil der globalen Sicherheitspolitik.

Nach den Worten Schmidts werden sich die großen Zukunftsaufgaben ohne eine leistungsfähige, innovative, nachhaltige und regional verwurzelten Landwirtschaft nicht bewältigen lassen.

Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung und die Ziele der Agenda 2030 müsse die Landwirtschaft noch produktiver, nachhaltiger und verantwortungsvoller mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen.

Landwirtschaft und Wasser- Schlüssel zur Welternährung

Entscheidend für die Produktion ist, dass die Landwirtschaft immer über genügend sauberes Wasser verfügt, um die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung zu versorgen. Als größter Wassernutzer trägt die Landwirtschaft aber auch Verantwortung für den schonenden Umgang mit Wasser. "Das haben wir heute mit unserer gemeinsamen Erklärung unterstrichen, dafür bringen wir den Action Plan auf den Weg", betonte Schmidt.

G20-Agrarministerkonferenz im Weltsaal des Auswärtigen Amtes Die G20-Agrarministerkonferenz im Weltsaal des Auswärtigen Amtes, Quelle: BMEL/photothek.net/Thomas Imo

Der "Action-Plan" sieht Verpflichtungen vor, mit denen die G20 Staaten den nachhaltigen Umgang mit Wasser sichern. Sie betreffen die Bereiche Politik, Technik, Forschung sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Digitalisierung als Chance

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Digitalisierung. Hier lässt sich Beachtliches für den nachhaltigen Umgang mit Wasser leisten. Schmidt betonte, die Digitalisierung bedeute eine große Chance für die Landwirtschaft und die weltweite Ernährungssicherung. Dazu gelte es vor allem, die ländlichen Räume digital besser zu erschließen. Die G20-Agrarminister laden die für Digitalisierung zuständigen G20-Minister ein, die Bedürfnisse der Landwirtschaft auf ihrer bevorstehenden G20-Digitalisierungskonferenz angemessen zu berücksichtigen.

Die G20 stehen für 60 Prozent der global bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche sowie 80 Prozent Erzeugung der gehandelten Grundnahrungsmittel. (Christian Schmidt)

Hintergrund G20

Die G20 ist das zentrale Forum zur internationalen Zusammenarbeit der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, vor allem in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Sie stehen für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, mehr als vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, zwei Drittel der Landwirtschaftsfläche und 80 % der handelbaren Agrargüter.

Die Beschlüsse der G20 Staaten haben hohe Signalwirkung und geben Anstoß für Reformen auf der nationalen und multinationalen Ebene. Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an.
Wie die G7 ist die G20 ein informelles Forum. Deshalb spielt die jeweilige G20-Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. In ihrer Hand liegen Organisation, Agenda sowie die Auswahl der Gäste des Gipfeltreffens.

Der G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet am 7./8. Juli in Hamburg statt. Ihm gehen eine Reihe von Fachministertreffen voraus. Das Agrarministertreffen bildet dabei den Auftakt.

Deutschland hat am 1. Dezember 2016 die G20-Präsidentschaft übernommen. Die Gemeinschaft der G20 steht für 90 Prozent der globalen Wirtschaftskraft, für zwei Drittel der Weltbevölkerung, sie repräsentiert 60 Prozent landwirtschaftlich genutzten Fläche sowie 80 Prozent Erzeugung der gehandelten Grundnahrungsmittel. Folgerichtig haben die G20-Agrarminister bei ihrem letzten Treffen im Juni 2016 in China verabredet, sich künftig regelmäßig über die Fragen von Agrarpolitik und Ernährungssicherung auszutauschen.

Ergebnisse des "GFFA - Die Berliner Welternährungskonferenz" flossen in den G20-Prozess ein

Das G20-Agrarministertreffen in Berlin schloss unmittelbar an das "Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) - Die Berliner Welternährungskonferenz" an. Diese tagte vom 19. bis zum 21. Januar zum Thema "Landwirtschaft und Wasser - Schlüssel zur Welternährung". Den politischen GFFA- Höhepunkt bildete die 9. Berliner Agrarministerkonferenz am 21. Januar - die mit 83 teilnehmenden Ländern weltweit größte Agrarministerkonferenz. Die Ergebnisse des GFFA flossen als Grundlage in den G20-Prozess ein.

Stand:
03.03.17

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Zum Thema

Landwirtschaft stärken, Ernährung sichern - weltweit.
15 Jahre Bilateraler Treuhandfonds mit der FAO

Titelseite der Broschüre

Vor 15 Jahren wurde der Bilaterale Treuhandfonds (BTF) mit dem Ziel gegründet, durch Leuchtturmprojekte innovative Strategien zur Ernährungssicherung sowie gegen Unter- und Mangelernährung international, überregional und in Partnerländern voranzubringen.
Mit der vorliegenden Broschüre anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des BTF starten wir eine Schriftenreihe, welche die bisherigen Erfolge, unser aktuelles Engagement sowie unsere künftigen Aufgaben vorstellen wird. Denn auch in den kommenden Jahren werden wir uns mit Nachdruck für die weltweite Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung einsetzen.

Welternährung Verstehen

Startbild für das Video „Welternährung Verstehen“

Die Weltbevölkerung wächst. Doch die Landwirtschaft erzeugt derzeit weltweit etwa ein Drittel mehr Kalorien, als für die Versorgung aller Menschen rechnerisch notwendig ist. Das heißt: Im Grunde gäbe es genug zu essen für alle. Trotzdem muss jeder neunte Mensch hungrig schlafen gehen. Weltweit hungern noch immer rund 800 Millionen Menschen.

zum Video: Welternährung Verstehen …

Welternährung verstehen - Fakten und Hintergründe

Titelbild der BMEL-Broschüre "Welternährung verstehen"

Die Landwirtschaft erzeugt weltweit derzeit genug Lebensmittel, um zumindest rein rechnerisch alle Menschen zu ernähren. Dennoch muss jeder neunte Mensch auf der Welt jeden Abend hungrig schlafen gehen. Und das, obwohl das Recht eines jeden Menschen auf Nahrung – und zwar in ausreichender Quantität und Qualität – ein Menschenrecht ist, das im internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (VN-Sozialpakt) völkerrechtlich verbindlich verankert ist.

English version: Understanding global food security and nutrition - Facts and backgrounds

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