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Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika dürfen - gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden - nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland die Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika bei Heim- und Hobbytieren sowie bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.

DART 2020: Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Zwischenbericht der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) veröffentlicht

Der aktuelle Zwischenbericht zur Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) beschreibt den Stand der bisher ergriffenen Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen auf internationaler und nationaler Ebene und gibt einen Ausblick auf die Aktivitäten, die in den kommenden Jahren geplant sind. Im Sinne des "One-Health-Ansatzes" richtet sich die DART 2020 an Akteure in der Human- und Veterinärmedizin – und auch in der Landwirtschaft.

Weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung

Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist es, den Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung auf das therapeutisch notwendige Mindestmaß zu begrenzen, um die Wirkstoffe für die Behandlung von Menschen und Tieren zu erhalten.

In Deutschland ist daher mit der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes ein Konzept zur Antibiotikaminimierung in der Nutztierhaltung etabliert worden – mit Erfolg: Seit Juli 2014 werden zwei Mal jährlich Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit in der Nutztierhaltung ermittelt. Mit Blick auf die bisherige Entwicklung der Kennzahlen lässt sich festhalten, dass der Antibiotikaeinsatz bei allen Tierarten in diesem Zeitraum gesunken ist. Mehr Informationen zum Konzept finden Sie hier.

In die gleiche positive Richtung weisen die Daten zur Abgabe von Antibiotika an Tierärzte: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erfasst jährlich die Antibiotikamengen, die pharmazeutische Unternehmen und Großhändler an Tierärzte liefern. Im Zeitraum von 2011 bis 2015 hat sich die Abgabemenge mehr als halbiert [mehr...]

"DART 2020" in Kürze

Antibiotika-Resistenzen sind eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit – und zwar weltweit. Antibiotika kommen in der modernen Human- und Veterinärmedizin für verschiedenste Therapien zum Einsatz: Klassisch zur Behandlung bakterieller Infektionen von Mensch und Tier, aber in der Humanmedizin auch als Bestandteil von Krebstherapien, bei komplexen chirurgischen Eingriffen oder bei der Versorgung Frühgeborener. Verlieren Antibiotika ihre Wirksamkeit, können Behandlungsmöglichkeiten verloren gehen.

Antibiotika-Resistenzen zu verringern muss daher – national und international - höchste Priorität haben. Erreicht werden kann dieses Ziel aber nur, wenn im Sinne des "One-Health-Ansatzes" alle Beteiligten daran mitarbeiten.

Die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) ist daher eine gemeinsame Strategie der Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Bildung und Forschung (BMBF). Das Bundeskabinett hat DART 2020 im Jahr 2015 verabschiedet und damit die Strategie gegen Antibiotika-Resistenzen fortgesetzt, die 2008 begonnen worden war.

Kern der DART 2020 sind die folgenden sechs Ziele:

  1. One-Health-Ansatz national und international stärken
  2. Resistenzentwicklungen frühzeitig erkennen
  3. Therapie-Optionen erhalten und verbessern
  4. Infektionsketten frühzeitig unterbrechen und Infektionen vermeiden
  5. Bewusstsein fördern und Kompetenzen stärken
  6. Forschung und Entwicklung unterstützen

Antibiotika-Resistenzen als Thema der "G20"

Deutschland hat seit dem 1. Dezember 2016 für ein Jahr den Vorsitz der "G20", dem Zusammenschluss der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer. Als ein Schwerpunktthema sind Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen gesetzt.

Die G20-Agrarminister haben sich bereits im Januar 2017 in einer Erklärung und mit einem Aktionsplan zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika in der Landwirtschaft verpflichtet.

Stand:
13.06.17

Inhalt des Dossiers

Zum Thema

DART 2020: Antibiotika-Resistenzen bekämpfen zum Wohl von Mensch und Tier

Link zum Download der Broschüre

Die Gesundheit von Menschen und Tieren ist bei vielen Infektionskrankheiten auf das Engste miteinander verwoben. Tiere und Menschen werden oft von denselben Krankheitserregern infiziert, mit denselben Antibiotika behandelt und haben somit gegenseitig einen Einfluss auf die Resistenzproblematik.

Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) hat die Bundesregierung im Jahr 2008 ein Konzept vorgelegt und nachfolgend umgesetzt, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren. Die DART enthält ein Bündel von Maßnahmen, um Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können. Mit DART 2020 wird die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fortgesetzt.

Fragen und Antworten

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Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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