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Andere Tierkrankheiten und Tierseuchen

Das BMEL informiert zu weiteren Tierseuchen und -krankheiten wie Tollwut, Paratuberkulose, Fuchsbandwurm sowie bakteriellen Erkrankungen.

Zu den bakteriellen Erkrankungen zählt beispielsweise der Milzbrand. Es handelt sich um Zoonosen, d.h. sie sind auch auf den Menschen übertragbar.

Die Paratuberkulose des Rindes

Die Rinder-Paratuberkulose ist eine in Deutschland meldepflichtige Krankheit, von der jährlich rund 350 Fälle bekannt werden. Es handelt sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die als chronische Darmerkrankung verläuft.

Die Rinder-Paratuberkulose ist eine in Deutschland meldepflichtige Krankheit, von der jährlich rund 350 Fälle bekannt werden. Es handelt sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die als chronische Darmerkrankung verläuft. Hauptsymptome sind anhaltende Durchfälle und fortschreitende Abmagerung der Tiere. Die Ansteckung erfolgt meistens im Kälberalter über die Aufnahme von Futter und Wasser, das mit dem Kot infizierter Tiere verschmutzt ist.

Der Erreger der Rinder-Paratuberkulose wird als MAP (Mycobacterium avium spp. paratuberculosis) bezeichnet. Das Bakterium wird auch über die Milch ausgeschieden. Ein Zusammenhang zwischen MAP und der Morbus-Crohn-Erkrankung des Menschen wird in Wissenschaftlerkreisen seit vielen Jahren als Hypothese diskutiert. Deshalb beschäftigen sich BMEL und seine Fachoberbehörden ebenfalls seit längerer Zeit mit diesem Thema:

Bereits im Jahr 2001 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (damals BgVV) ein Sachverständigengespräch veranstaltet, um mögliche Zusammenhänge zwischen dem MAP und Morbus Crohn beim Menschen näher zu untersuchen. Nach der damaligen Feststellung der Experten reichten die seinerzeit vorhandenen Daten nicht zu einer umfassenden Risikoabschätzung aus. Forschungsbedarf wurde von den Fachleuten auf verschiedenen Feldern gesehen, u.a. im Hinblick auf den Einfluss bestimmter lebensmitteltechnologischer Verfahren auf die Abreicherung (Reduzierung des Vorkommens) von MAP in der Milch.

Hierzu hat in den folgenden Jahren (2006 bis 2010) das Max Rubner Institut ausführliche experimentelle Untersuchungen durchgeführt, in denen der Einfluss verschiedener Erhitzungsverfahren auf die Vermehrungsfähigkeit von MAP in der Handelsmilch geprüft wurde. Ziel dieser Untersuchungen war es, im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes mögliche Eintragswege für MAP in die Lebensmittelkette aufzuzeigen und Maßnahmen zur Minimierung oder Verhinderung dieses Eintrags zu untersuchen. Es zeigte sich als Ergebnis der Untersuchungen, dass bei den gängigen Erhitzungsverfahren für Milch mindestens eine Reduktion um 4 log Stufen erreichbar ist, d.h. eine weitgehende Minimierung des Vorkommens von MAP. Weitere Optionen zur Reduktion von MAP bei der Milchbearbeitung wie Reinigungszentrifugation, Bactofugation und Mikrofiltration führen zur Reduktion um 50 Prozent, 90 Prozent bzw. 99 Prozent.

Da MAP sich nur im Wirt vermehren kann, nach dem Eintritt in die Lebensmittelkette praktisch sofort Verdünnungseffekte wirksam werden und weitere Reduzierungen bei der Be- und Verarbeitung der Lebensmittel erreicht werden können, gehen die Experten des Bundes davon aus, dass den Menschen – wenn überhaupt – nur sehr geringen Keimzahlen von MAP über die Milch erreichen können.

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, die belegen, dass durch die Aufnahme des MAP-Erregers durch Lebensmittel beim Menschen Morbus Crohn verursacht, gibt es nicht. Dies war das Ergebnis einer vom Robert Koch Institut und dem Bundesinstitut für Risikobewertung im Jahr 2003 gemeinsam erarbeiteten, umfassenden Literaturstudie.

Auch ein nochmals im Jahr 2010 am Friedrich-Loeffler-Institut durchgeführtes Expertengespräch erbrachte keine anderen Erkenntnisse.

Das Auftreten von MAP ist somit nach der Auffassung der Fachleute des BfR und FLI in erster Linie relevant für die Tiergesundheit, nicht für die Lebensmittelsicherheit. Aktuelle Maßnahmen und Projekte des BMEL zielen daher in erster Linie auf die Erarbeitung von geeigneten Hygiene- und Bekämpfungsmaßnahmen zur Reduzierung der Prävalenz von MAP in Rinderbeständen ab.

In diesem Zusammenhang präsentiert das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit einen "Ratgeber Paratuberkulose", der unter Mitwirkung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (Bereich Jena), der Tierärztlichen Hochschule Hannover, des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz, des Thüringer Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz und des ehemaligen Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft entstanden ist.

Dem Ratgeber ist eine Checkliste angegliedert, die als PDF-Datei heruntergeladen und zur Feststellung des Hygienestatus von Milchviehbetrieben in Hinsicht auf Paratuberkulose verwendet werden kann.

Gegenwärtig stehen verschiedene Diagnostikmethoden für die Paratuberkulose zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Methoden ist ein Nachweis der Infektion bei Tieren im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung relativ sicher möglich (Kultur, PCR, ELISA). Tiere im frühen Stadium der Erkrankung können damit jedoch nur schwer identifiziert werden. Am Friedrich-Loeffler-Institut laufende Drittmittelprojekte zielen auf die Entwicklung alternativer Diagnostikverfahren für die Frühstadien der Erkrankung ab.

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