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Halle mit Puten Quelle: aid / Peter Meyer

Geflügelpest: Informationen zu den aktuellen Ausbrüchen

Seit Anfang November breitet sich die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) des Subtpys H5N8 ("Geflügelpest") in Deutschland aus.

Überblick: Die aktuelle Lage

In Deutschland wurden bislang Ausbrüche in 32 Geflügelbeständen sowie sechs Zoos und Tierparks amtlich bestätigt. In 15 Bundesländern wurde das Virus in Wildvögeln nachgewiesen.

Das stark krankmachende Virus wurde im Sommer 2016 zunächst bei Wildvögeln im Süden Sibiriens nachgewiesen. Seit Ende Oktober werden Infektionen von Wildvögeln aus verschiedenen europäischen Ländern gemeldet. Im Vergleich zum Auftreten der Geflügelpest im Jahr 2014, verbreitet sich das Virus in diesem Jahr bei Wildvögeln deutlich schneller. Zudem ist der Krankheitsverlauf bei den infizierten Tieren gravierender.

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), befasst sich unter anderem mit der Frage, wo das Geflügelpestvirus herkommt und wie es sich verbreitet. Weitere Informationen finden sich in der Veröffentlichung Geflügelpest: Herkunft und Ausbreitung des Virus H5N8.

Bekämpfung der Geflügelpest in Deutschland

Gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung der Geflügelpest bei Hausgeflügel in Deutschland ist die Geflügelpestverordnung. Die Geflügelpestverordnung enthält darüber hinaus Maßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest bei Wildvögeln, die risikobasiert von den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden.

Angesichts der aktuellen Entwicklung hatte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt bereits am 12. November den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen. Im Krisenstab tauschen sich Vertreter von Bund und Länder sowie der Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen der Geflügelpest aus und beraten das weitere Vorgehen. Geleitet wird der Krisenstab vom Staatssekretär im BMEL, Dr. Hermann Onko Aeikens.

Zudem hat der Minister eine Eilverordnung erlassen, mit der auch kleine Betriebe verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest zu treffen. Die Verordnung ist am Montag, 21. November 2016, in Kraft getreten und ergänzt die bestehende Geflügelpestverordnung.

Ausbrüche der Geflügelpest in Deutschland

Die ersten Fälle von Geflügelpest hatte das FLI am 8. November 2016 bei Wildvögeln bestätigt, die in Schleswig-Holstein am Plöner See und in Baden-Württemberg am Bodensee gefunden worden waren. Verendete Wildvögel werden weiterhin verstärkt untersucht, um die Ausdehnung des Geschehens erkennen zu können. Auffällige Funde, beispielsweise mehr als drei verendete Vögel an einem Ort, können der zuständigen Behörde angezeigt werden.

Mittlerweile sind in 15 Bundesländern Wildvögel tot aufgefunden worden, bei denen das HPAI-Virus H5N8 nachgewiesen wurde. Lediglich im Saarland gibt es bislang keine entsprechenden Befunde.

Seit dem 11. November sind auch Nutztiere sowie Vögel in Zoos und Tierparks betroffen. Bislang hat das FLI, an dem das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza angesiedelt ist, den Ausbruch der Geflügelpest in Nutztierbeständen und Zoos in folgenden Bundesländern bestätigt:

Informationen für Verbraucher

Bislang ist kein Fall bekannt, in dem die Möglichkeit eines Übergangs des Krankheitserregers auf den Menschen nachgewiesen wurde. Dennoch kann eine Übertragung nie völlig ausgeschlossen werden. Daher sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel, Geflügelprodukten und auch Wildvögeln konsequent einzuhalten.

Welche das sind, lesen Sie hier.

  • Bayern: ein Kleinstbestand
  • Brandenburg: ein Zuchtputenbestand mit 8.700 Tieren
  • Hamburg: ein Zoo
  • Hessen: ein Zoo
  • Mecklenburg-Vorpommern: acht kleine Geflügelbestände und drei Zoos/Tierparks
  • Niedersachsen: elf Mastputenbetriebe (je zwischen 7.000 und 20.000 Tieren sowie ein Betrieb mit 920 Tieren) sowie ein Kleinstbestand
  • Nordrhein-Westfalen: fünf Betriebe (ein Bestand mit 21.500 Puten, ein Bestand mit 3.000 Legegänsen, ein Bestand mit 16.500 Puten, ein Bestand mit 9.000 Mastputen, ein Betand mit 36.200 Legehennen und 4.000 Zuchtputen)
  • Sachsen-Anhalt: drei Betriebe (ein kleiner Geflügelbestand, ein Betrieb mit 10.000 Enten und ein Betrieb mit 33.000 Hühnern) und ein Zoo
  • Schleswig-Holstein: zwei Betriebe (eine Hobbygeflügelhaltung und eine geschlossene Geflügelhaltung mit 36.000 Tieren)

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht in engem Austausch mit den Behörden in den Bundesländern und dem FLI. In einigen Fällen sind die Restriktionsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe mittlerweile wieder aufgehoben worden. Detaillierte Informationen dazu veröffentlichen die zuständigen Landesbehörden.

Zudem informiert das Ministerium die EU-Kommission und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) über Ausbruch und Verlauf der Geflügelpest in Deutschland.

Ausbrüche der Geflügelpest in anderen europäischen Ländern

Das HPAI-Virus H5N8 wurde auch in Geflügelbeständen in Ungarn, Österreich, Dänemark, den Niederlanden, Polen, Bulgarien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich sowie bei Wildvögeln in Ungarn, Kroatien, Polen, der Schweiz, Österreich, Schweden, Dänemark, Rumänien und Frankreich nachgewiesen.

Weitere Informationen des BMEL

Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts

Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

Informationen der Bundesländer

Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung

Stand:
12.01.17

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