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Halle mit Puten Quelle: aid / Peter Meyer

Geflügelpest: Informationen zu den aktuellen Ausbrüchen

Seit Anfang November 2016 tritt die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI, "Geflügelpest") des Subtpys H5N8 in Deutschland auf.

Überblick: Die aktuelle Lage

Ausbruch der Geflügelpest des Subtyps H5N5

Am 22. Januar 2017 ist in Schleswig-Holstein ein einem Mastputenbetrieb sowie in einem Wildvogel die Geflügelpest des Subtyps H5N5 festgestellt worden.

Insgesamt ist das Virus bislang in drei Betrieben in Schleswig-Holstein ausgebrochen.

Die Risikoeinschätzung, insbesondere für den Menschen, ändert sich dadurch nicht. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind H5N5-Infektionen beim Menschen bisher nicht nachgewiesen worden.

Weitere Informationen enthält die aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts.

In Deutschland wurden bislang Ausbrüche der Geflügelpest des Subtyps H5N8 in 103 Geflügelbeständen - davon 16 Zoos und Tierparks - amtlich bestätigt. In allen Bundesländern wurde das Virus in Wildvögeln nachgewiesen.

Eine erste Welle an Infektionen war in der zweiten Novemberhälfte zu verzeichnen, eine zweite ab Januar 2017.

Seit Mitte März entspannt sich die Lage etwas: Die Anzahl an Wildvögeln, bei denen H5N8 nachgewiesen wurde, ist deutlich zurückgegangen. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben ihre Aufstallungsgebote für Geflügelbestände weitestgehend aufgehoben und Mecklenburg-Vorpommern hat seine Vorgaben gelockert. Ausbrüche in Hausgeflügelbeständen wurden seit dem 2. März 2016 ausschließlich aus Niedersachsen gemeldet.

Das stark krankmachende Virus H5N8 war im Sommer 2016 zunächst bei Wildvögeln im Süden Sibiriens nachgewiesen worden. Seit Ende Oktober 2016 werden Infektionen von Wildvögeln aus verschiedenen europäischen Ländern gemeldet. Im Vergleich zum Auftreten der Geflügelpest im Jahr 2014 verbreitet sich das Virus bei Wildvögeln deutlich schneller. Zudem ist der Krankheitsverlauf bei den infizierten Tieren gravierender.

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), befasst sich unter anderem mit der Frage, wo das Geflügelpestvirus herkommt und wie es sich verbreitet. Weitere Informationen finden sich in der Veröffentlichung Geflügelpest: Herkunft und Ausbreitung des Virus H5N8.

Bekämpfung der Geflügelpest in Deutschland

Gesetzliche Grundlage für die Bekämpfung der Geflügelpest bei Hausgeflügel in Deutschland ist die Geflügelpestverordnung. Die Geflügelpestverordnung enthält darüber hinaus Maßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest bei Wildvögeln, die risikobasiert von den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden.

Angesichts der aktuellen Entwicklung hatte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt bereits am 12. November 2016 den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen. Im Krisenstab tauschen sich Vertreter von Bund und Ländern sowie der Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen der Geflügelpest aus und beraten das weitere Vorgehen. Geleitet wird der Krisenstab vom Staatssekretär im BMEL, Dr. Hermann Onko Aeikens.

Zudem hat der Minister eine Eilverordnung erlassen, mit der auch kleine Betriebe verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest zu treffen. Die Verordnung ist am Montag, 21. November 2016, in Kraft getreten und ergänzt die bestehende Geflügelpestverordnung.

Ausbrüche der Geflügelpest in Deutschland

Informationen für Verbraucher

Bislang ist kein Fall bekannt, in dem die Möglichkeit eines Übergangs des Krankheitserregers auf den Menschen nachgewiesen wurde. Dennoch kann eine Übertragung nie völlig ausgeschlossen werden. Daher sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel, Geflügelprodukten und auch Wildvögeln konsequent einzuhalten.

Welche das sind, lesen Sie hier.

Die ersten Fälle von Geflügelpest des Subtyps H5N8 hatte das FLI am 8. November 2016 bei Wildvögeln bestätigt, die in Schleswig-Holstein am Plöner See und in Baden-Württemberg am Bodensee gefunden worden waren. Verendete Wildvögel werden weiterhin verstärkt untersucht, um die Ausdehnung des Geschehens erkennen zu können. Auffällige Funde, beispielsweise mehr als drei verendete Vögel an einem Ort, können der zuständigen Behörde angezeigt werden.

Mittlerweile sind in allen Bundesländern Wildvögel tot aufgefunden worden, bei denen das HPAI-Virus H5N8 nachgewiesen wurde.

Seit dem 11. November sind auch Nutzgeflügel sowie Vögel in Zoos und Tierparks betroffen. Bislang hat das FLI, an dem das nationale Referenzlabor für aviäre Influenza angesiedelt ist, den Ausbruch der Geflügelpest (H5N8) in 103 Nutztierbeständen und Zoos bestätigt. Hinzu kommen drei Ausbrüche des Subtypes H5N5 in Nutztierbetrieben (siehe Kasten oben). Von diesen insgesamt 106 Ausbrüchen der hochpathogenen aviären Influenza sind 28 noch aktiv, 78 sind bereits erloschen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht in engem Austausch mit den Behörden in den Bundesländern und dem FLI. Detaillierte Informationen zur Situation in den Bundesländern veröffentlichen die zuständigen Landesbehörden.

Zudem informiert das Ministerium die EU-Kommission und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) über Ausbruch und Verlauf der Geflügelpest in Deutschland.

Ausbrüche der Geflügelpest in anderen europäischen Ländern

Ein Überblick über die epidemiologische Lage in anderen europäischen Ländern findet sich in der "Risikoeinschätzung von HPAI in Deutschland" des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Weitere Informationen des BMEL

Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts

Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

Informationen der Bundesländer

Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung

Stand:
07.04.17

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