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per Klick zu den Fragen und Antworten zum Thema Fipronil in Eiern (verweist auf: Fragen und Antworten zur Verunreinigung von Eiern mit Fipronil) Quelle: AdobeStock/Mipan

Fragen und Antworten zur Verunreinigung von Eiern mit Fipronil

(veröffentlicht am 5. August 2017, aktualisiert am 15. August 2017)

Was ist Fipronil?

Fipronil ist ein Schädlingsbekämpfungsmittel. Es wird unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben, Milben und Ameisen eingesetzt. Bei lebensmittelliefernden Tieren (Nutztieren) darf es nicht angewendet werden.

Fipronil ist in der EU außerdem als Wirkstoff für Pflanzenschutzmittel genehmigt. In Deutschland sind allerdings keine Pflanzenschutzmittel mit Fipronil zugelassen.

Warum sind Eier mit Fipronil belastet?

In Belgien und in den Niederlanden wurden Erzeugerbetriebe für Eier zur Schädlingsbekämpfung mit einem Mittel behandelt, das mit dem Insektizid Fipronil verunreinigt war.

Verunreinigte Eier aus den Niederlanden gelangten nach den bisherigen Erkenntnissen nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und wurden über dortige Packstationen weiter verteilt. Mittlerweile ist bekannt, dass belastete Eier in alle Bundesländer geliefert wurden.

Dieselbe Firma, die in niederländischen Erzeugerbetrieben das verunreinigte Behandlungsmittel einsetzte, hat auch Erzeugerbetriebe in Deutschland behandelt.

Wie kam Fipronil in das Behandlungsmittel?

Diese Frage wird zurzeit von den Strafverfolgungsbehörden in Belgien und den Niederlanden untersucht. Als wahrscheinlicher Auslöser gilt das Präparat Dega-16, mit dem Ungeziefer bei Geflügel bekämpft wird. Es wird vermutet, dass diesem Mittel im Rahmen der Anwendung Fipronil illegal beigemischt worden sein könnte. Die Untersuchungen der zuständigen Behörden in Belgien und den Niederlanden dauern noch an.

Welche Eier sind mit Fipronil belastet?

Derzeit liegen Informationen vor, dass Eier aus den Niederlanden und aus Deutschland betroffen sind.

Informationen zu den betroffenen Chargennummern und Warnungen der Bundesländer finden Sie auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de.

Woran können Verbraucher erkennen, welche Eier belastet sind?

Die zuständigen Überwachungsbehörden rufen die betroffenen Eier-Chargen zurück und informieren die Öffentlichkeit über die Chargennummern. Verbraucher können anhand des Stempelaufdrucks auf jedem Ei prüfen, ob es aus einer belasteten Charge stammt.

Mehr Informationen:

www.lebensmittelwarnung.de

Was bedeutet der Code auf dem Ei?

Sollten Verbraucher vorsichtshalber auf den Verzehr von Eiern verzichten?

Nach Einschätzung des zuständigen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist nach derzeitiger Datenlage eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich. Das gilt auch, wenn über einen längeren Zeitraum Lebensmittel, die mit Fipronil verunreinigt waren, gegessen worden sind.

Eier können laut BfR nach wie vor gemäß der Verzehrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) verzehrt werden. Die DGE empfiehlt bis zu drei Eier wöchentlich, inklusive verarbeiteter Eier. Es handelt sich um Orientierungswerte für Erwachsene.

Welche Auswirkungen kann Fipronil grundsätzlich auf die menschliche Gesundheit haben?

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist Fipronil im Tierversuch akut giftig, wenn es geschluckt, eingeatmet oder über die Haut aufgenommen wird. Der Stoff ist nicht als haut- oder augenreizend eingestuft und verursacht keine allergischen Hautreaktionen.

Im Tierversuch an Ratten, Mäusen, Hunden und Kaninchen wirkt Fipronil giftig auf das Nervensystem, wobei diese Effekte bei erwachsenen Tieren nachlassen, wenn keine Belastung mehr mit dem Stoff besteht. Bei Ratten werden negative Auswirkungen auf das Nervensystem bei den Nachkommen dosisabhängig beobachtet, wenn die Muttertiere den Stoff aufgenommen haben.

Darüber hinaus werden negative Auswirkungen auf die Leber in Ratten und Mäusen beobachtet. Fipronil ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht als Erbgut verändernd und nicht als Krebs erzeugend eingestuft.

Wie viele Eier kann man verzehren, ohne dass der gesundheitliche Richtwert (akute Referenzdosis) überschritten wird?

Der gesundheitliche Richtwert ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert als diejenige Substanzmenge pro kg Körpergewicht, die über die Nahrung mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages ohne erkennbares Risiko für den Verbraucher aufgenommen werden kann.

Im Fall von Fipronil hat das Bundesinstitut für Risikobewertung dazu folgendes Beispiel berechnet: Bei dem bislang höchsten in Belgien (nicht in Deutschland) gemessenen Gehalt von 1,2 mg Fipronil/kg Ei kann ein Kind mit einem Körpergewicht von 16,15 kg rein mathematisch betrachtet an einem Tag (einmalig oder innerhalb von 24 Stunden) 1,7 Eier (bei einem Eigewicht von 70 g) essen, ohne dass der gesundheitliche Richtwert überschritten ist. Ein Erwachsener von 65 kg Körpergewicht kann demnach sieben Eier an einem Tag (einmalig oder innerhalb von 24 Stunden) essen, ohne dass der gesundheitliche Richtwert überschritten wird. Solange die abgeschätzte maximale Aufnahmemenge unterhalb dieses Wertes bleibt, ist eine gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich. Ein Kind mit einem Körpergewicht von 10 kg, was einem Alter von etwa einem Jahr entspricht, kann demnach ein Ei pro Tag (einmalig oder innerhalb von 24 Stunden) essen, ohne dass der gesundheitliche Richtwert überschritten wird.

Besteht für Schwangere und das ungeborene Leben ein gesundheitliches Risiko?

Der gesundheitliche Richtwert schließt laut Bundesinstitut für Risikobewertung auch sensible Bevölkerungsgruppen wie Schwangere mit ein.

Was passiert, wenn man belastete Eier bereits gegessen hat?

Eine Überschreitung des gesundheitlichen Richtwerts bedeutet laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht zwangsläufig eine konkrete Gesundheitsgefährdung, sondern zeigt lediglich die Möglichkeit einer gesundheitlichen Gefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher an.

Der Sicherheitsfaktor zwischen der höchsten Dosis in Tierstudien, bei der keine signifikanten gesundheitsschädigenden Befunde beobachtet wurden, und dem gesundheitlichen Richtwert für den Menschen beträgt bei Fipronil 100. Das heißt, die Dosis, die in Tierstudien zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung führte, wurde durch 100 geteilt, um für die Übertragung auf den Menschen einen angemessenen Sicherheitsabstand zu erlangen.

Können auch Bio-Eier mit Fipronil belastet sein?

Sofern Fipronil in einem Betrieb mit biologischer Legehennenhaltung verwendet wurde - was generell verboten ist -, können auch Bio-Eier mit dem Stoff belastet sein.

Sind auch verarbeitete Lebensmittel betroffen?

Nach bisherigen Erkenntnissen sind belastete Eier auch in weiterverarbeitende Betriebe geliefert worden. Die Überwachungsbehörden in den Bundesländern haben daher auch verarbeitete Lebensmittel im Fokus ihrer Ermittlungen, einige Produkte sind mittlerweile zurückgerufen worden.

Können auch pflanzliche Lebensmittel mit Fipronil belastet sein?

Seit 2010 wurden dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von den zuständigen Länderbehörden 280.893 Untersuchungsergebnisse zu Rückständen von Fipronil übermittelt. Davon entfielen 270.252 auf pflanzliche Lebensmittel. In 338 Fällen wurde Fipronil in pflanzlichen Lebensmitteln nachgewiesen.

Wurden Eier schon in der Vergangenheit auf Fipronil untersucht?

Seit 2010 wurden dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von den zuständigen Länderbehörden 280.893 Untersuchungsergebnisse zu Rückständen von Fipronil übermittelt. Davon entfielen 4.869 auf Lebensmittel tierischen Ursprungs, darunter 171 Ergebnisse von Eiern und Eiprodukten.

In keinem der tierischen Lebensmittel wurden Fipronil-Rückstände nachgewiesen.

2015 gab es ein Monitoring, bei dem Hühnereier neben anderen Stoffen auch auf Fipronil getestet wurden. Fipronil wurde in keiner der Proben nachgewiesen.

Auch Futtermittel waren im Untersuchungszeitraum 2011 bis 2016 unauffällig.

Verändert sich der Fipronil-Gehalt bei Verarbeitung der belasteten Eier?

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird Fipronil durch Kochen oder Braten (bis zu 120 °C über 20 Minuten) nicht abgebaut. Daher werden für verarbeitete Erzeugnisse derzeit gleiche Fipronil-Gehalte wie für unverarbeitete Eier angenommen.

Eier werden zur Herstellung einer Vielzahl von Lebensmitteln verwendet. Der Ei-Anteil in den verschiedenen Lebensmitteln variiert. Bei Lebensmitteln, die unter Zusatz von Eiern hergestellt werden, ist von einer Verdünnung der Fipronil-Konzentration auszugehen.

Bestehen gesundheitliche Risiken beim Verzehr von Hühnerfleisch durch die in Deutschland gemessenen Fipronilgehalte?

Nach bisherigem Kenntnisstand wurde ein Fipronil-haltiges Mittel illegal in Ställen, in denen Jung- und Legehennen zur Eiproduktion gehalten werden, eingesetzt. Fleisch von Legehennen kann beispielsweise als Suppenhuhn verwendet werden. Die Erzeugung von Broilern oder Masthähnchen erfolgt in gesonderten Betrieben. Es liegen bisher keine Hinweise für den Einsatz von Fipronil in solchen Betrieben vor.

Auf Basis der wenigen amtlichen Analysenergebnissen aus Deutschland kommt das BfR zu dem Schluss, dass bei Verzehr von Hühnerfleisch nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich ist.

Was tun die Behörden zum Schutz der Verbraucher?

Die zuständigen Überwachungsbehörden in den Bundesländern rufen belastete Eier-Chargen zurück und informieren die Öffentlichkeit auf eigenen Internetseiten und auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de.

Im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist ein Lagezentrum eingerichtet, in dem die Informationen aus den Bundesländern und dem Europäischen Schnellwarnsystem RASFF zusammenlaufen und ausgewertet werden.

Über das Schnellwarnsystem tauschen die Behörden der Mitgliedstaaten Informationen über gesundheitsgefährdende und nicht verkehrsfähige Lebensmittel aus.

Weitere Informationen zur Zusammenarbeit der Behörden von Bund Ländern finden Sie in der Broschüre "Lebensmittelsicherheit verstehen".

Sollten Verbraucherinnen und Verbraucher den Behörden melden, wo und wann sie Eier mit einer gelisteten Chargen-Nummer gekauft haben?

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich jederzeit an die zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachung vor Ort wenden. Die zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden verfolgen derzeit alle Vertriebswege von belasteten Eiern anhand der vorliegenden Lieferlisten, so dass eine zusätzliche Benachrichtigung durch Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erforderlich ist.

Was sollen Verbraucher tun, wenn sie belastete Eier gekauft haben?

Betroffene Chargen sollten entweder beim Handel zurückgeben oder im Hausmüll entsorgt werden.

www.lebensmittelwarnung.de

Werden nun alle Legehennenbetriebe in Deutschland auf Fipronil geprüft?

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer konzentrieren sich bei ihren Ermittlungen auf Eier-Lieferungen aus jenen Betrieben, in denen das mit Fipronil verunreinigte Mittel möglicherweise eingesetzt wurde. Darüber hinaus werden auch stichprobenartig Eier aus anderen Betrieben untersucht.

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