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Eier im Karton Quelle: AdobeStock/ValerieSchmigel

Informationen zur Verunreinigung von Eiern mit Fipronil

(veröffentlicht am 5. August 2017, aktualisiert am 15. August 2017)

Anfang August wurde bekannt, dass mindestens zehn Millionen Eier, die mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Fipronil kontaminiert waren, aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind; ein Teil davon ist in den Handel gelangt. Im Rahmen von Kontrollen ist Fipronil auch in Eiern aus niedersächsischen Betrieben nachgewiesen worden. Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung in den Bundesländern haben die belasteten Eier-Chargen zurückgerufen. Zudem gibt es Rückrufe von Produkten, in denen belastete Eier verarbeitet worden sind.

Eier im Karton mit dem Schriftzug Fragen und Antworten Quelle: AdobeStock/Mipan

Mittlerweile liegen Informationen vor, dass Eier, die mit Fipronil kontaminiert sind, in 16 EU-Mitgliedsstaaten geliefert wurden (Stand: 11.8.2017). Die EU-Kommission hat angekündigt, kurzfristig zu einem Treffen der Mitgliedsstaaten einzuladen.

Nach Einschätzung des zuständigen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist nach derzeitiger Datenlage eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich. Das gilt auch, wenn über einen längeren Zeitraum Lebensmittel, die mit Fipronil verunreinigt waren, gegessen worden sind.

Rückrufe in den Bundesländern

Belastete Eier wurden in alle Bundesländer geliefert. Das BMEL steht im ständigen Austausch mit den betroffenen Landesbehörden und - über das europäische Schnellwarnsystem - mit den anderen betroffenen Mitgliedsstaaten, vorrangig mit Belgien und den Niederlanden.

Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung informieren auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de und auf ihren Internetseiten, welche Eier-Chargen und Lebensmittel, in denen belastete Eier verarbeitet wurden, sie zurückgerufen haben.

Parallel zu amtlichen Rückrufen hatte der Einzelhandel Eier aus den Niederlanden teilweise ausgelistet oder zeitweise generell Eier aus dem Sortiment genommen.

Auf Vorschlag des BMEL wurde - ergänzend zu bestehenden Maßnahmen der Lebensmittelüberwachung - mit den Bundesländern ein bundesweites Monitoring von eihaltigen Erzeugnissen vereinbart. Das Monitoring wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert.

Ursache der Kontamination wird ermittelt

Fipronil wirkt gegen Insekten wie Flöhe, Milben, Zecken und Ameisen. Der Wirkstoff ist aber zur Behandlung von Tieren, die Lebensmittel liefern, verboten. Werden dennoch Rückstände des Stoffes in Lebensmitteln nachgewiesen, ist ein EU-weit geltender Höchstwert festgelegt. Für Fipronil entspricht die Rückstandshöchstmenge der Bestimmungsgrenze von 0,005 mg/kg. Werden die Rückstandshöchstwerte überschritten, dürfen die Lebensmittel nicht in den Verkehr gebracht werden.

Belgische Behörden hatten im Rahmen von Routinekontrollen Rückstände von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden entdeckt. In Belgien und den Niederlanden wird derzeit die genaue Ursache für die Verunreinigung von Eiern mit Fipronil ermittelt. Im Fokus der Ermittlungen steht ein Behandlungsmittel, das unerlaubt mit Fipronil versetzt worden war. Das Mittel wurde zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe in Legehennenbetrieben in den Niederlanden eingesetzt.

Auch in Deutschland sind Eier mit Fipronil kontaminiert worden: Das Mittel ist nach derzeitigem Stand in vier Betrieben in Niedersachsen eingesetzt und in den Eiern nachgewiesen worden.

Hintergrund: Das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF)

Über ein Schnellwarnsystem informieren sich die EU-Mitgliedstaaten gegenseitig über Lebensmittel, von denen Gesundheitsrisiken ausgehen. Im aktuellen Fall hatte Belgien die ersten Meldungen über kontaminierte Eier in das System eingespeist und die weiteren Ermittlungen angestoßen.

In Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die nationale RASFF-Kontaktstelle. Weitere Informationen zum RASFF finden Sie hier.

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