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Eier im Karton Quelle: AdobeStock/ValerieSchmigel

Informationen zur Verunreinigung von Eiern mit Fipronil

(veröffentlicht am 5. August 2017, aktualisiert am 29. August 2017)

Anfang August wurde bekannt, dass mindestens zehn Millionen Eier, die mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Fipronil kontaminiert waren, aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind; ein Teil davon ist in den Handel gelangt.

per Klick zu den Fragen und Antworten zum Thema Fipronil in Eiern Quelle: AdobeStock/Mipan

In der Zwischenzeit ist aufgrund einer Vielfalt von im EU-Schnellwarnsystem kommunizierten weiteren Informationen zu Warenströmen und Untersuchungsergebnissen festzustellen, dass eine definitive und verlässliche Einschätzung der Zahl der in den Handel gelangten Eier nicht möglich sein dürfte.

Im Rahmen von Kontrollen ist Fipronil auch in Eiern aus niedersächsischen Betrieben nachgewiesen worden.

Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung in den Bundesländern haben die belasteten Eier-Chargen zurückgerufen. Zudem gibt es Rückrufe von Produkten, in denen belastete Eier verarbeitet worden sind.

Gemeinsames Handeln in Europa notwendig

Mittlerweile liegen Informationen vor, dass Eier, die mit Fipronil kontaminiert waren, in 20 EU-Mitgliedsstaaten und acht Drittstaaten geliefert wurden (Stand: 29.8.2017). Die EU-Kommission hat daher angekündigt, noch im August zu einem Treffen der Mitgliedsstaaten in Brüssel einzuladen.

Auf Initiative von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wird zudem beim informellen Agrarministerrat am 5. September 2017 in Tallinn das Fipronil-Geschehen und das notwendige gemeinsame Vorgehen der Mitgliedstaaten in solchen Fällen thematisiert werden.

Gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich

Nach Einschätzung des zuständigen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist nach derzeitiger Datenlage eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich. Das gilt auch, wenn über einen längeren Zeitraum Lebensmittel, die mit Fipronil verunreinigt waren, gegessen worden sind.

Rückrufe in den Bundesländern

Belastete Eier wurden in alle Bundesländer geliefert. Das BMEL steht im ständigen Austausch mit den betroffenen Landesbehörden und - über das europäische Schnellwarnsystem - mit den anderen betroffenen Mitgliedsstaaten, vorrangig mit Belgien und den Niederlanden.

Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung informieren auf dem Portal www.lebensmittelwarnung.de und auf ihren Internetseiten, welche Eier-Chargen und Lebensmittel, in denen belastete Eier verarbeitet wurden, sie zurückgerufen haben.

Parallel zu amtlichen Rückrufen hatte der Einzelhandel Eier aus den Niederlanden teilweise ausgelistet oder zeitweise generell Eier aus dem Sortiment genommen.

Auf Vorschlag des BMEL wurde - ergänzend zu bestehenden Maßnahmen der Lebensmittelüberwachung - mit den Bundesländern ein bundesweites Monitoring von eihaltigen Erzeugnissen vereinbart. Die Probennahme hat am 9. August 2017 begonnen. Bis Ende des Jahres 2017 sollen rund 800 Proben gezogen und ausgewertet werden. Das Monitoring wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert.

Ursache der Kontamination wird ermittelt

Fipronil wirkt gegen Insekten wie Flöhe, Milben, Zecken und Ameisen. Der Wirkstoff ist aber zur Behandlung von Tieren, die Lebensmittel liefern, verboten. Werden dennoch Rückstände des Stoffes in Lebensmitteln nachgewiesen, ist ein EU-weit geltender Höchstwert festgelegt. Für Fipronil entspricht die Rückstandshöchstmenge der Bestimmungsgrenze von 0,005 mg/kg. Werden die Rückstandshöchstwerte überschritten, dürfen die Lebensmittel nicht in den Verkehr gebracht werden.

Belgische Behörden hatten im Rahmen von Routinekontrollen Rückstände von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden entdeckt. In Belgien und den Niederlanden wird derzeit die genaue Ursache für die Verunreinigung von Eiern mit Fipronil ermittelt. Im Fokus der Ermittlungen steht ein Behandlungsmittel, das unerlaubt mit Fipronil versetzt worden war. Das Mittel wurde zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe in Legehennenbetrieben in den Niederlanden eingesetzt.

Auch in Deutschland sind Eier mit Fipronil kontaminiert worden: Das Mittel ist nach derzeitigem Stand in vier Legehennenbetrieben in Niedersachsen eingesetzt und in den Eiern nachgewiesen worden. Zudem wurde es in einem Geflügelzuchtbetrieb in Niedersachsen und zwei Geflügelzuchtbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern angewendet.

Hintergrund: Das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF)

Über ein Schnellwarnsystem informieren sich die EU-Mitgliedstaaten gegenseitig über Lebensmittel, von denen Gesundheitsrisiken ausgehen können. Im aktuellen Fall hatte Belgien die ersten Meldungen über kontaminierte Eier in das System eingespeist und die weiteren Ermittlungen angestoßen.

In Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die nationale RASFF-Kontaktstelle. Weitere Informationen zum RASFF finden Sie hier.

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